Nur keinen Infarkt im Staugebiet

Die Ruhe vor dem Sturm: Im Moment nimmt im Hinteranger noch alles seinen gewohnten Gang. Foto: Kruse

Der Umbau des Hauptplatzes könnte sich auf den Nahverkehr in Landsberg noch deutlich schärfer als bisher befürchtet auswirken: Falls es nach der Sperrung des Platzes ab Ende März tatsächlich zu dem befürchteten Dauer-Stau zwischen Neuer Bergstraße und Augsburger Straße kommt, will die Stadt offenbar notgedrungen den Bereich vom Schmalzturm über die Schlossergasse und den Hinteranger bis zur Sandauer Brücke für den Durchgangsverkehr sperren.

Diese Maßnahme wäre vor allem den Bedürfnissen der Rettungsdienste geschuldet. Wäh­- rend die Freiwillige Feuerwehr sich durchaus in der Lage sieht, auch bei einem teilweise gesperrten Hauptplatz im Einsatzfall rechtzeitig vor Ort zu sein (siehe untenstehende Info), sieht das beim Roten Kreuz anders aus. „Wir rechnen auf jeden Fall mit längeren Anfahrtzeiten“, sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner. Im Gegensatz zu den Floriansjüngern könne man auch nicht auf die Ostseite der Stadt ausweichen. „Bei der Feuerwehr sind die Ehrenamtlichen über die ganze Stadt verteilt. Wir können aber nicht hauptamtliche Kräfte täglich zehn Stunden mit einem Fahrzeug im Osten vorhalten.“ Hinzu komme, dass sowohl der Rettungsdienst als auch das Klinikum im Westen der Lechstadt beheimatet sind. In einer Besprechung zwischen Stadtverwaltung, darunter Tiefbaureferatsleiter Hans Huttenloher, und Rettungsdiensten wurde ein Plan für das erste Jahr des Hauptplatzumbaus ins Auge gefasst. Demnach fahren Sanitäter und Not­- arzt die Altstadt und den Osten der Stadt über folgende Route an: Von-Kühlmann-Straße, Sandauer Brücke, Fußgängerzone, Hauptplatz. Bei einem Notfall im Bereich Ledergasse müssten die Rettungskräfte demnach ihre Fahrzeug in der Schulgasse abstellen und den restlichen Weg zu Fuß in Angriff nehmen ­– immer vorausgesetzt, dass es tatsächlich den Stau im Bereich Schlossergasse/Hinteranger geben sollte. Manfred Zaumseil, Leiter des Rettungsdienstes beim Landsberger BRK, geht davon aus: „Der Hinteranger verträgt bekanntlich nur eine gewisse Anzahl Fahrzeuge. Wir haben vereinbart, dass wir diese Strecke dicht machen müssen, damit wir unseren Auftrag noch erfüllen können, wenn sich herausstellt, dass der Verkehr dort wirklich dauerhaft zusammenbricht.“ Damit würde die Neue Bergstraße für den Verkehr nur noch als Sackgasse bis zur Schlossberggarage zur Verfügung stehen, die restliche Altstadt könnte auch von Westen her nur noch über die A96 angefahren werden. Der Zeitraum bis zu dieser Entscheidung dürfte nicht sehr lange sein. „Ich schätze, dass wir uns das nach Beginn des Hauptplatzumbaus noch rund eine Woche anschauen werden. Wenn die Lage schwierig wird, müsste man dann einen Beschluss fassen, so sind wir verblieben“, so Zaumseil. In der „Hauptplatz-Kommission“ der Stadt, die vor allem mit Stadträten besetzt ist und bereits mehrmals (nicht öffentlich) getagt hat, hält man offenbar die Schließung von Schlos­- sergasse und Hinteranger für wahrscheinlich: „Davon müssen wir im Moment ausgehen", teilte OB Ingo Lehmann (SPD) nach Informationen des KREISBOTEN auf Nachfrage mit. In der zweiten Umbauphase in 2013 wird die Durchfahrt neben dem Schmalzturm gesperrt. Dann können weder Busse noch Einsatz- und Rettungsdienste von West nach Ost fahren. Für dieses Szenario gibt es offenbar noch keine offizielle Planung. Dazu Manfred Zaumseil: „Wir müssen abwarten, wie wir das erste Jahr überhaupt bewältigen. Über alles andere ist noch gar nicht gesprochen worden.“ Feuerwehr stationiert Einsatzfahrzeug im Landsberger Osten Landsberg – Die Freiwillige Feuerwehr Landsberg sieht sich auf die Einschränkungen durch den Hauptplatzumbau gut vorbereitet. Kommandant Karl-Heinz Novy blickt der neuen Verkehrssituation allerdings auch mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Feuerwehr wird für die Zeit des Umbaus ein LF16 auf dem Areal der e.on im Landsberger Osten stationieren. Das Fahrzeug ist sowohl mit Löschschaum als auch mit einem Scherenspreizer bestückt und somit für die meisten Einsätze gerüstet. Novy selbst arbeitet bei der e.on, zudem haben einige Floriansjünger ihren Lebensmittelpunkt ebenfalls in der Nähe dieses Standortes. Bei größeren Einsätzen im Osten sollen die Stadtteil-Wehren Pitzling und Reisch mit alarmiert werden. Novy: „Beide Wehren verfügen über TSF-Fahrzeuge und sind gut ausgebildet. Im Bedarfsfall alarmieren wir zusätzlich die umliegenden Gemeinden. Sollte es zu einem Großeinsatz kommen.“ Gebe es tatsächlich den Riesenstau in der Stadt, „dann fahren wir eben über die A96, das geht dann nicht anders“, so Novy. „Allerdings gibt es da wohl noch Gespräche mit der Stadt, bevor der Umbau richtig los geht. Die Situation ist sicher nicht glücklich, aber wir hoffen jetzt einfach, dass der schlimmste Fall nicht eintritt. Man muss jetzt abwarten und sehen, wie man es dann am besten bewältigt. Ich denke, das funktioniert.“

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