Nur keinen Schritt zu viel gehen – Räte kritisieren Realschulplanung: Unterführung allein reicht nicht

„So langsam kommt einem die Frage, ob der Standort Kaufering für die neue Realschule der Richtige ist.“ Mit diesen Worten hat sich Kreisbaumeister Andreas Magotsch am Mittwoch etwas Luft im Marktgemeinderat verschafft. Dort präsentierte er den aktuellen Stand der Planungen für die dritte Realschule in Landkreishand. Und sah sich im Zusammenhang mit den Querungsmöglichkeiten der Bayernstraße sowie der Parkplatzsituation der Kritik der Ratsmitglieder ausgesetzt. Letztlich versprach er ihnen prüfen zu lassen, ob ein Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) am neuen Kreisverkehr Bayernstraße/Viehweideweg realisiert werden kann.

Mit hochrotem Kopf nahm der Kreisbaumeister die Bedenken einiger Gemeinderäte zur Kenntnis. Wohl auch deshalb, weil die Pläne aus seiner Sicht „optimal“ seien. Diese Auffassung konnte unter anderem Hans Koch (SPD) nicht teilen. Für ihn seien die Fahrradabstellflächen falsch gewählt, da über 80 Prozent der Radler genau von der anderen Seite kommen würden. Darüber hinaus bedürfe es keiner Lehrerpark- und Elternwarteplätze direkt an der Schule und auch die Busse müssten nicht unmittelbar vor der vorfahren. Vielmehr sollten Koch zufolge die bereits vorhandenen Parkplätze am Sportplatz genutzt werden, damit nicht mehr Fläche versiegelt werde als nötig. Man Schülern, Eltern und Lehrern den rund 300 Meter langen Fußweg von Parkplatz durch die Unterführung der Bayernstraße zur Schule sehr wohl zumuten – selbst bei schlechtem Wetter. Und das gelte gleichermaßen für den elterlichen Abholdienst. Kreisbaumeister Magotsch führte die Situation am Ammersee-Gymnasium vor Augen, wo eben genau dieses Konzept nicht funktioniere. Denn wenn es regnet, werden rund 80 Prozent der Schüler mit dem Auto direkt bis zur Schule gebracht. Und zur Nutzung der Parkplätze am Sportplatz merkte Magotsch an, dass auf der Bayernstraße – sie ist als Kreisstraße eingestuft – rund 12000 Fahrzeuge unterwegs sind. Eine derart vielbefahrene Straße zu queren sei nicht wünschenswert. Daher erachtet Magotsch die Einbindung der Parkmöglichkeiten vor dem Sportzentrum als „verkehrstechnisch problematisch“. Bürgermeister Dr. Klaus Bühler (UBV) teilt die Bedenken des Kreisbaumeisters. Zumal er nicht glaubt, dass man Schüler und Eltern davon abhalten könne, die Kreisstraße auf dem kürzesten Weg zur Schule zu queren. Als weiteres Problem stellten jene Schüler dar, die aus Richtung Alt-Kaufering kommen, ergänzte Johann Drexl. Diese würden nicht erst die Bayernstraße an der Schule vorbei bis zur Unterführung gehen und dann wieder zurück laufen. „Die kürzen beim neuen Kreisel direkt zur Realschule ab“, ist sich Drexl sicher. So regte Thomas Wiesmann (SPD) an, Möglichkeiten zu prüfen, ob ein zweiter Übergang realisiert werden könnte. Magotsch sieht nur eine Möglichkeit: den Trichter zum Kreisel erweitern und unter Einbezug einer Verkehrsinsel (Querungshilfe) einen Zebrastreifen errichten. Eine Ampel scheide aufgrund der großen Staugefahr aus. „Damit würde man auch jenen Schülern eine sichere Querung ermöglichen, die nach der Schule eben mal schnell auf den Bolzplatz wollen“, betonte Meinrad Mayrock (CSU). Mit der möglichen und noch zu prüfenden Änderung am Kreisverkehr werden sich auch die Schulwege von der Bayernstraße ändern. Ebenfalls auf dem Prüfstein sind die geplanten 35 Parkplätze (25 für Lehrer, acht für Abholer und zwei für Behinderte). Diese könnten auch noch zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden, wenn sich der Bedarf dafür ergeben sollte. Letztlich erhielt der Kreisbaumeister vom Marktgemeinderat den Auftrag, bei den Querungsmöglichkeiten nachzubessern. Zudem billigte das Plenum die 4. Änderung des Kauferinger Flächennutzungs- plans zur Ausweisung eines Sondergebietes für den Neubau der Realschul und fasste den Aufstellungsbeschluss für den Bebau- ungsplan. Wobei sich das Gremium für eine enge Begrenzung des Bauraumes aussprach, die eine mögliche Erweiterung der Schule in ein paar Jahren noch nicht zulässt. Darüber könne man zu gegebener Zeit neu beraten. Einig war man sich auch darüber, dass die Sichtachse über die Hiltistraße hinweg auf Felder und Schule nicht von Bäumen verdeckt werden sollte.

Meistgelesen

Landrat klärt Mordfall
Landrat klärt Mordfall
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!
80 Schafe verenden bei Stallbrand
80 Schafe verenden bei Stallbrand
"Besorgniserregende" Entwicklung
"Besorgniserregende" Entwicklung

Kommentare