Im Keller der Liga gut behütet – EVL 2000 verschenkt 3:1-Führung gegen Deggendorf – 18 Gegentore

Es war ein Rückfall in alte Zeiten. Der EVL 2000 hat sich am Wochenende wieder einmal saft- und kraftlos gezeigt. Gegen Hannover (3:10) und Deggendorf (6:8) kassierte das Team sage und schreibe 18 Gegentreffer. Umso erstaunlicher, weil sich die Lechstädter nach dem Sieg gegen Kaufbeuren auf einem guten Weg befanden.

Zugegeben, in Hannover war der EVL von vorneherein Außenseiter. Dazu kam noch der krankheitsbedingte Ausfall von Torhüter Peter Holmgren – für ihn wurde „Beppi“ Mayer aus Ravensburg geholt. Zudem war Jordie Preston nach seiner dritten 10-Minuten-Strafe gesperrt. So waren die Landsberger ib dem mit 3528 Fans gefüllten Eisstadion am Pferdeturm ohne Chance. „Ich habe im Bus zum Team gesagt, dass Hannover wie die Feuer- wehr aus der Kabine kommt“, so Coach Franz-Xaver Ibelherr. Doch die Anweisung des Trainers schien wenig gefruchtet zu haben. Die Indians zündeten ein Feuerwerk und spielten den EVL nach Strich und Faden an die Wand. Den Auftakt machte Josiah Anderson, der sich in der 4. Minute mit dem Rücken zum Tor die Scheibe durch die eigenen Beine zum 1:0 ins Tor schoss. Christopher Schadewaldt (6.) und Jeremy Wagner (8.) erhöhten wenig später auf 3:0. Als Adam Dewan in der 17. Minute dann noch einen drauflegte, schien die Partie entschieden. Allerdings wurde es zu Drittelende noch einmal rasant. Innerhalb von 69 Sekunden fielen drei Tore. Nach dem 4:1 von Alex White und einem weiteren Indians-Tor von Kyle Doyle schaffte Daniel Nörenberg mit einem Duseltor mit der Pausensirene das 5:2. Der Puck sollte eigentlich die hintere Bande entlanglaufen, doch die Scheibe sprang so unglücklich von dort weg, dass Nörenberg plötzlich vor dem leeren Tor stand und nur noch einschieben brauchte. Kurz nach Wiederbeginn (21.) dann sogar das 5:3 durch Alex White; der EVL durfte zumindest von einer kleinen Sensation träumen. Doch 61 Sekunden später waren alle Hoffnungen zerstört. Neuzugang Mikail Nemirovsky erzielte bei seinem Debut am Pferdeturm das vorentscheidende 6:3. Danach war die Partie endgültig gelaufen. Die Hannoveraner kombinierten traumhaft sicher und holten bis zur zweiten Pause durch Bryan Philips (29.) und Kyle Doyle (34.) einen beruhigenden 8:3-Vorsprung heraus. Für Beppi Mayer war der Arbeitstag nach dem siebten Gegentor beendet – Ibelherr brachte Alexander Reichelmeir. Er konnte aber nicht verhindern, dass es im letzten Drittel zweistellig wurde. Wieder Bryan Philips (47.) und Daniel DelMonte (59.) besorgten nach eklatanten Stellungsfehlern beim EVL den 10:3-Endstand. Reichelmeir verhinderte eine höhere Niederlage, als er in der 50. Minute einen Penalty von Jeremy Wagner parierte. Handschlag verweigert Für Franz-Xaver Ibelherr war der bittere Abend aber noch lange nicht gelaufen. Bei der Pressekonferenz verweigerte er seinem Kollegen Joe West den Handschlag. „Der hat nach dem ersten Drittel meine Spieler übel beschimpft und wollte mir auch danach noch an den Kragen.“ Damit dürfte für das Rückspiel am 27. Februar in Landsberg Zündstoff vorhanden sein. Dafür ging es am Sonntag gegen Deggendorf weit weniger hektisch zu – obwohl sich der EVL hier vom Tabellenende verabschieden wollte. Die Landsberger wollte die Klatsche vom Freitag wettmachen, hätten durch Alex White nach 59 Se- kunden schon mit 1:0 führen müssen. Freistehend schoss er nur den Schoner von Deggendorfs Goalie Reinhard Heider an. Dafür machte es Andreas Schmelcher nur eine Minute später besser. Obwohl der schlacksige Verteidiger alles andere als ein Vollstrecker ist, versenkte er ein Zuspiel von Paul Caponigri aus zwei Metern zum 1:0 (3.). Danach kamen zwar die Gäste besser ins Spiel und prüften Reichelmeir im Landsberger Tor einige Male, doch die Treffer machten die Hausherren. Nach einem blitzschnellen Konter versenkte Caponigri die Scheibe aus kürzester Distanz zum 2:0 (10.). Wenige Augenblicke später hätte sich Markus Rohde an seinem 30. Geburtstag fast selbst beschenkt, blieb aber erneut an Heider hängen. Kurz vor Drittelende wurden dann die Angriffsbemühungen der Gäste belohnt. Nach einer feinen Kombination zog Mike Forgie am linken Pfosten direkt ab: 2:1. Der EVL zeigte sich davon unbeeindruckt und legte nach. Erst flitzte Daniel Huhn pfeilschnell über die rechte Seite, legte quer auf Sebastian Wolsch und der besorgte unbedrängt das 3:1 (23.). Was danach in den Köpfen der Landsberger vorging, bleibt wohl ewig ein Geheimnis. Die Deggendorfer schossen in nicht einmal fünf Minuten die 3:4-Führung heraus. Überragend Timo Borrmann, der alle drei Treffer und damit einen lupenreinen Hattrick (24./26./29.) schaffte. Zum Glück für die Landsberger standen die Gäste in der Abwehr genauso katastrophal, was Noah Katz mit einem Direktschuss unter die Latte zum 4:4 nutzte. Weil der EVL aber überhaupt nicht daran dachte, seinen Tag der offenen Tür in der Abwehr zu beenden, schaffte Stefan Huber in der 39. Minute wieder die Deggendorfer Führung. Wie schwach die Landsberger an diesem Abend aber wirklich waren zeigte sich zu Beginn des letzten Drittels. In doppelter Überzahl hatten sie nicht den Hauch einer Chance. Die Quittung dafür gab es in der 45. Minute. Anthony Palotta stöpselte die Scheibe in Überzahl aus kürzester Distanz mit viel Glück zum 4:6 über die Torlinie. Freilich hatte der EVL noch verkürzen können, doch Stefan Huber besorgte nach 50 Minuten aus nächster Nähe ungestört das 4:7. Nach dem 4:8 von John Sicinski (55.) kamen die Landsberger durch Daniel Huhn (57.) und Jordie Preston (59.) noch einmal heran – nicht mehr als Ergebniskosmetik. Damit bleibt der EVL 2000 am Tabellenende hängen. Am Freitag (20 Uhr) gastiert Schlusslicht TEV Miesbach in Landsberg, am Sonntag muss die Mannschaft zum EHC Klostersee – ebenfalls ein direkter Mitkonkurrent. Dienstags (20 Uhr) kommt dann Passau an den Hungerbachweg.

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