KERNloses Landsberg - "Förderkreis für die Stadt Landsberg" wird aufgelöst

Die Tage des „Förderkreises für die Stadt Landsberg“ (KERN) sind gezählt. Auf der jüngsten Vollversammlung sprachen sich die verbliebenen Mitglieder einstimmig für eine Auflösung des Vereins zum Ende dieses Jahres aus. Bis dahin werden die kommissarischen Vorstandsmitglieder Martina Birnbaum und Karl Hecht als so ge- nannte „Liquidatoren“ den Verein organisatorisch weiterführen und sich um noch ausstehende Belange wie den nächsten Marktsonntag kümmern.

Beim Blick in die Runde stellte Karl Hecht am Dienstag ernüchtern fest, dass wenigstens ein Gründungsmitglied unter den Anwesenden weilte. Und stellte klar, „so wie es im Moment ist, geht es nicht weiter“. Die Situation habe sich aus seiner Sicht seit März, als sich die Kern-Auflösung bereits angekündigt hatte, nicht verbessert. Auch der Versuch ehemalige Kern-Mitglieder unter dem Dach des Bunds der Selbstständigen (BDS) neu zu formieren, sei gescheitert. Er selbst könne die abwartende Haltung vieler Einzelhändler in der Innenstadt nicht nachvollziehen, erkennt negative Vorzeichen für den Einzelhandel, wenn es nicht gelingt, dass sich die Händler wieder gemeinsam auf einer neuen Plattform engagieren. Dann nämlich fehle ein gemeinsames Sprachrohr zur Stadt Landsberg, und die könnte ihre Subven- tionen irgendwann auslaufen lassen. So auch für die Marktsonntage in Landsberg. Während der am 29. November, bedingt durch den Weihnachtsmarkt noch gesichert sei, sind die im Juni und September bereits stark gefährdet. Immerhin hätten sich bis dato gerade mal sechs von zwölf nötigen Fieranten angemeldet. Hecht: „Hier wird sich auch nicht mehr viel tun. Diese Märkte haben sich totgelaufen.“ Die Stadt Landsberg werde kein großes Interesse haben, diese Veranstaltungen weiter zu unterstützen, schon gar nicht, wenn sie spürt, „dass die Händler vor Ort nicht in der Lage sind, sich auf die Hinterfüße zu stellen“. Ein Umstand, den Bettina Barnet, in der Verwaltung unter anderem zuständig fürs Stadtmarketing, ebenfalls nachdenklich stimmt. „Für uns offeriert der Einzelhandel mit seiner zögerlichen Haltung das Signal, als würde das Geld gar nicht mehr gebraucht.“ Immerhin stünden 50000 Euro im Haushalt für die Förderung der Innenstadt bereit. Dieses geringe Interesse sowie schwindende Mitgliederzahlen hätten letztlich gezeigt, dass der Verein krankt und daher aufgelöst gehört, betonte Hecht. Vor allem seien viele Gründungsmitglieder und Vorstände ausgetreten, weil sie wegen diverser Probleme schlichtweg beleidigt waren. „Unter diesen Voraussetzungen macht es keinen Sinn, den Verein fortzuführen.“ Dies sahen auch die verbliebenen Mitglieder so und stimmten der Auflösung zu. Hecht selbst verband damit die Hoffnung, dass der Funke des KERN-Gedankens noch nicht gänzlich erloschen ist, und sich im Rahmen einer neuen Plattform von neuem entfachen lässt. Denn dies sei für die Innenstadt und deren Einzelhändler enorm wichtig.

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