Mit der Kettensäge durch Denklingen

Kaum hatte die Gemeinde einem Anlieger in der Hauptstraße erlaubt, die Silberlinde vor seinem Haus zu fällen, da flatterte der Kommune jetzt pünktlich zur darauf folgenden Sitzung ein ähnlicher Antrag ins Haus. Wieder ging es um einen Baum, der sich auf Gemeindegrund befindet und einem Anwohner im Wege steht.

Diesmal mussten die Denklinger Ratsmitglieder über das Schicksal eines Ahornbaumes vor dem Anwesen in der Birkenstraße 17 entscheiden – und waren dabei geteilter Meinung: Während für die einen alte Bäume das Ortsbild prägen sahen andere wiederum kein Problem darin, den Baum zu fällen. Die Mehrheit der Räte, neun an der Zahl, sprach sich letztendlich für die Fällung aus, sechs waren dagegen. Der Anlieger muss jedoch einen neuen Baum pflanzen. Wie Bürgermeisterin Viktoria Horber eingangs der Debatte feststellte, war nun genau das wahr geworden, was in der vorangehenden Sitzung schon angesprochen worden sei: Nämlich die Befürchtung, die Fällung der Silberlinde in der Hauptstraße könnte eine Flut von Nachfolgeanträgen auslösen. Der neue Antragsteller aus der Birkenstraße hatte der Gemeinde eine Reihe von Gründen dargelegt, warum er den dortigen Ahornbaum fällen wolle – dazu zählten Dachvermoosung, die Beschädigung des Zaunfundaments, die Verwurzelung des Gartens, die Beschattung seines Wohnhauses sowie die Größe des Baumes. Zudem bot der Anlieger an, die Kosten für die Fällung zu übernehmen. Des Weiteren wies er darauf hin, dass im Jahre 1993 vor seinem Anwesen in Richtung Dacher bereits ein Apfel- und zwei Birnbäume gepflanzt worden seien. Wenn an dieser Stelle wieder ein Baum gepflanzt werde, finde er das okay, stimmte Andreas Frieß für den Antrag. Ganz anders Hedwig Eberle: „Diesen schönen Baum muss man unbedingt stehen lassen“, er sei „eine Bereicherung für die Birkenstraße“. Eberle erinnerte daran, dass derselbe Antrag schon vor sechs Jahren gestellt und damals „Gott sei Dank“ abgelehnt worden sei. Von den Bäumen leben „Ein Dorf lebt auch von den großen, schönen Bäumen“, mahnte Bürgermeisterin Viktoria Horber und erinnerte daran, dass Denklingen als baumfreundlichste Gemeinde sogar schon mal einen Preis bekommen habe. Auch Thomas Becher sah die Gefahr, dass bald „ruckizucki alle alten Bäume weg sind“. Wolfgang Martin räumte ein, dass es zwar einerseits schade um jeden Baum sei, aber andererseits der Ahornbaum nur fünf Meter vom Wohnhaus entfernt stehe. „Wenn 20 Meter südlich ein neuer, junger Baum gepflanzt wird, wäre das in Ordnung.“

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