55 Kilo pro Quadratmeter – Großprojekt in Weil: Auf zehn Hektar sollen nur Tomaten reifen

Mit einem geplanten Großprojekt beschäftigt sich der Gemeinderat am heutigen Mittwochabend: Wie im KREISBOTEN berichtet, soll zwischen Schwabhausen und Machelberg auf einer Fläche von zehn Hektar eine Gewächshausanlage für den Anbau von Tomaten entstehen. Die Energie dafür sollen ein Hackschnitzel- und ein Erdgasheizkraftwerk liefern. Die Betreiber hoffen darauf, das Vorhaben als so genanntes „privilegiertes landwirtschaftliches Bauprojekt“ realisieren zu können.

Ein ähnliches Ansinnen war im Mai vergangenen Jahres am Widerstand des Gemeinderats und der Bevölkerung gescheitert. Damals allerdings stand weniger der Gemüseanbau im Mittelpunkt als vielmehr ein Energiepark aus 21 mit Rapsöl betriebenen Blockheizkraftwerken. Gegen das Projekt bildete sich eine Bürgerinitiative, in kürzester Zeit wurden über 500 Unterschriften gesammelt. Die Anwohner befürchteten Lärm- und Staubemissionen sowie eine hohe Verkehrsbelastung. Der Gemeinderat lehnte den Bauantrag ab und beschloss darüber hinaus, den Flächennutzungsplan für das fragliche Gebiet in absehbarer Zeit nicht zu ändern. Dies, um ähnliche Anträge von vornherein auszuschließen. Nun aber sieht die Sache anders aus. Die Gewächshausanlage soll über ein Hackschnitzel-Heizkraftwerk mit Wärme versorgt werden. Da dessen Leistung aber nicht ausreichen wird, planen die Betreiber ein weiteres, mit Erdgas betriebenes Heizkraftwerk. Erdgas Schwaben habe bereits zugesagt, eine Leitung nach Schwabhausen zu verlegen, berichtet Initiator Franz Fischer aus Kaufering. „Das hätte den Vorteil, dass man in einem Aufwasch den ganzen Ort mit anschließen könnte.“ Der geplante Gemüseanbau hat gewaltige Dimensionen: Auf zehn Hektar sollen ausschließlich Tomaten angebaut werden, wobei Fischer mit einem jährlichen Ertrag von 55 Kilo pro Quadratmeter rechnet. Frische Tomaten aus der Region seien dem „ökologischen Irrsinn“ vorzuziehen, schadstoffbe- lastetes Gemüse über weite Wege aus Spanien zu importieren. Fischer rechnet sich gute Chance auf eine Genehmigung des Projektes aus. Das Amt für Landwirtschaft und das bayerische Landwirtschaftsministerium hätten bereits positive Stellungnahmen abgegeben. Wird das Bauvorhaben als privilegiert anerkannt, haben Gemeinde und Landratsamt keine andere Wahl als es zu genehmigen. Die Stimmung in der Bevölkerung beurteilt der Weiler Bürgermeister Anton Bauer als gespalten. Dass die Sitzung heute Abend ähnlich turbulent verläuft wie im Mai 2007, erwartet er jedoch nicht. Fischer selbst möchte Anfang Februar zu einer Informationsveranstaltung einladen, bei der er den Anwohnern Näheres über das Projekt erläutern will.

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