168 Kilometer Arbeitsplatz

Nahm sein künftiges Tätigkeitsfeld gemeinsam mit Rainer Schaal (Vorsitzender des Vereins Lebensraum Lechtal), Naturschutzreferent Werner Steinbach und Landrat Walter Eichner in Augenschein: Der neue Gebietsbetreuer im Lechtal, Stephan Günther (2. v. li.). Foto: Peters

Ein bisschen sieht Stephan Günther so aus, als käme er direkt von einem Wanderausflug. Grüne Trekkinghose, festes Schuhwerk, Fliesweste. Und ein bisschen ist das auch so, denn tatsächlich war der 30-Jährige in den vergangenen Wochen viel in der Natur unterwegs – allerdings aus beruflichen Gründen. Seit 1. April ist Günther Gebietsbetreuer im Lechtal und damit zuständig für 168 Fluss-Kilometer.

Über 200 Bewerbungen waren beim Verein Lebensraum Lechtal für die erstmalig ausgeschriebene Stelle eingegangen, was den Vorsitzenden Rainer Schaal freilich nicht verwundert. So seien die Arbeitsschwerpunkte zwar vorgeschrieben, doch bleibe dabei viel Gestaltungsspielraum, sagt der Augsburger Stadtrat. Genau das habe auch ihn gereizt, erklärte Günther bei seiner offiziellen Vorstellung am Donnerstag. „Hier kann ich rausgehen und etwas konkretes bewirken.“ Erste Erfahrungen bringt der 30-Jährige aus seiner bisherigen Tätigkeit für die Naturschutzbehörde im Bayerischen Wald mit. Günthers Aufgabenspektrum ist dabei mehr als vielfältig. Es reicht von der Durchführung von Naturschutzmaßnahmen über die Erfassung seltener Arten bis hin zur Umweltbildung und Beratung von Grundstückseigentümern und Kommunen. Dass es dabei viel Fingerspitzengefühl bedarf, allen Beteiligten innerhalb der sechs betroffenen Landkreisen entlang des Lechs gerecht zu werden, ist sich der diplomierte Forstwirt bewusst. Die ersten Gespräche seien jedoch positiv verlaufen. „Ich bin überall gut eingebunden worden.“ Dass die Wahl für den Sitz des Gebietsbetreuers auf Landsberg gefallen ist, freut besonders Landrat Walter Eichner. Dessen Behörde hatte sich gegen zwei andere Landkreise durchgesetzt. „Der Lech hat für Landsberg schon immer eine große Bedeutung gehabt, daher sind wir froh, dass Stephan Günther künftig bei uns im Haus sitzt“, so Eichner. Dort bezog Günther in der letzten Woche sein Büro, dass er sich mit Werner Steinbach von der Unteren Naturschutzbehörde teilt. „Wir haben ihm hier gern Platz gemacht“, sagt der Naturschutzreferent, denn schließlich erhoffe man sich durch die Zusammenarbeit „erhebliche Synergieeffekte“. Überhaupt sieht sich Günther als Vermittler zwischen den offiziellen Behörden. Ganz von vorne anfangen muss der 30-Jährige mit seiner Arbeit nicht. Schon zwischen 1998 und 2005 seien im Projekt Lebensraum Lechtal zahlreiche Ideen und Planungen entstanden, die damals mangels Personal nicht umgesetzt werden konnten, erklärt Günther. Diese wolle er nun in Angriff nehmen. Drei Jahre hat der Forstwirt dafür vorerst Zeit, solange läuft die Förderung des Bayerischen Naturschutzfonds, des europäischen Sozialfonds und des Bezirks Oberbayern für die Stelle. Die Chancen, dass Günther länger wirken kann, stehen jedoch gut. Sein Kollege Christian Niederbichler etwa betreut bereits seit zehn Jahren das ökologisch ähnlich wertvolle Ramsar-Gebiet am Ammersee.

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