Kinderaus Römerauterrasse

Ab Dezember (fast) unter Volllast

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Fährt aktuell ein Defizit von über 300000 Euro ein, auch weil die Krippenplätze nicht wie gewünscht angenommen werden: das Kinderhaus an der Römerauterrasse.

Landsberg – Noch sind weiterhin fast die Hälfte der Krippenplätze im städtischen Kin­derhaus frei, doch laut Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) soll sich das bald ändern. „Ab dem neuen Schuljahr sind wir voll ausgelastet.“ Damit könnte sich dann auch das satte Defizit verringern, das man voraussichtlich im ersten Betriebsjahr einfahren wird.

Mit einem Verlust von rund 320000 Euro rechnet die Kämmerei laut ihrem Haushaltsansatz, wie ÖDP-Stadtrat Stefan Meiser aus der „Produktkontenübersicht“ herausgefunden hat. Zum Vergleich: Alle anderen freigemeinnützigen Träger in der Kreisstadt machten im vergangenen Jahr ein Defizit von zusammen knapp 17000 Euro aus „nicht vorhersehbaren, begründeten Einzelfällen“, wie Bürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) sagte. Die Stadt wird dieses Defizit laut Beschluss auch in Zukunft übernehmen, „das ist elementarste Daseinsfürsorge und so marginale Beträge sind die Diskussion nicht wert“, meinte Dr. Wolfgang Weisensee (LLM).

Beim Kinderhaus geht es da schon um andere Summen. Neben dem laufenden Verlust dürften sich auch die Baukosten mehr als bislang bekannt im Stadthaushalt bemerkbar machen. „Ich weise immer wieder darauf hin, dass der Bau nicht zwei Millionen, wie beschlossen, gekostet hat, sondern 200000 Euro mehr“, so Jost Handtrack (Grüne). Nach Recherchen in der Verwaltung habe er außerdem herausgefunden, dass die Stadt nach dem (noch nicht endgültigen) Bescheid vom Freistaat wohl nur mit einer Förderung von rund einer Million Euro rechnen kann. „Ich habe auf meine Anfrage an den OB damals schriftlich die Antwort erhalten, der Eigenanteil der Stadt werde bei 700000 bis 800000 Euro liegen. Jetzt ist es dann doch über eine Million.“

Zumindest im laufenden Betrieb sollte sich die finanzielle Situation aber demnächst entspannen, wenn man den Prognosen aus der Verwaltung folgen will. Während die Kindergartengruppe mit 24 Plätzen von Beginn an praktisch ausgebucht war, sind zwar von 45 Krippenplätzen aktuell weiterhin nur 25 belegt, wie Gerhard Müller erläuterte. Nach den vorliegenden Anmeldungen rechne man aber im Dezember mit 41 Kindern. „Damit sind wir dann nach Personal und Kindern voll“, betonte Stadtjustiziarin Petra Mayr-Endhart.

300000 Euro Verlust

Diese neue Situation betrachtete OB Neuner „auf der einen Seite als schön, auf der anderen Seite als gefährlich, weil wir keine Reserve mehr haben.“ Die Kämmerei war offenbar beim Blick in die nähere Zukunft bislang nicht ganz so optimistisch; sie hat für die nächsten Jahre weiterhin leicht steigende Verluste von jeweils über 300000 Euro in die Planung eingestellt.

Dabei ist im Moment noch gar nicht klar, wie es mit den Elternbeiträgen weitergeht. „Wir haben ja vereinbart, dass wir die Höhe nach einem Jahr überprüfen. Das müsste dann im November so weit sein“, so Handtrack in der Stadtratssitzung. Der Grünen-Rat wies darauf hin, dass eine achtstündige Betreuung in der städtischen Krippe derzeit mit monatlich 311 Euro um rund 100 Euro teurer sei als in vergleichbaren Einrichtungen in Rott oder Schongau.

Christoph Kruse

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