Kinderrechte im Mittelpunkt

Kinderrechte sind auch in Stadt und Landkreis Landsberg ein Thema – und es wird ernst genommen. Das zeigt sich daran, dass neben Landrat Walter Eichner (CSU) und seiner Stellvertreterin Ruth Sobotta (SPD) auch Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) sowie einige Kreisräte und Bürgermeister zur Vernissage der SOS-Kinderdorf-Ausstellung „Kinderrechte aus Kindersicht“ ins Landratsamt gekommen waren. Rund 70 Besucher verfolgten vergangene Woche die Eröffnung, darunter viele der Kinder und Jugendlichen, die die ausgestellten Werke ge­schaffen haben.

SOS-Kinderdorfleiter Erich Schöpflin freute sich, dass die Ausstellung dank SOS-Mitarbeiterin Elke Huber aus dem Wettbewerb „Kinder und Jugendliche in die Mitte“ zum Jubiläum der SOS-Beratungsstellen im vergangenen Jahr entstanden ist. Mit ihr wolle man die Kinderrechte weiter publik machen. Sowohl Schöpflin als auch Eichner würdigten dabei Lothar Schubert vom Uttinger Unternehmen Schubert International, der die zehn Ausstellungstafeln sowie den begleitenden Katalog gesponsert hat. Schirmherr Eichner mahnte, man müsse auch im Landkreis „gut aufpassen und die Kinder schützen“. Denn – das zeigten die ausgestellten Bilder – es gebe auch hierzulande Eltern, die sich nicht ausreichend um ihren Nachwuchs kümmern oder mit Armut zu kämpfen haben. Gerade beim letztgenannten Problem hat er sich zusammen mit dem Oberbürgermeister erfolgreich für Hilfen eingesetzt. Überhaupt sei die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis auf diesem Gebiet „besonders gut“, meinte Lehmann. Er erläuterte das Projekt „StadtLeben“, berichtete von gesenkten Krippengebühren, Investitionen in Bildung und Ausbildung sowie von zwei zusätzlich geplanten Kin­­dertagesstätten. Die Landeshauptstadt München, informierte Jana Frädrich, hat die Kinderrechte sogar zur Grundlage ihrer eigenen Kinderpolitik gemacht. Die Kinderbeauftragte Münchens erläuterte in ihrem Eröffnungsvor­- trag, wie Kinder und Jugendliche mit dem Kinder-Aktion-Koffer-Set Wünsche und Ideen für ihren Stadtteil entwickelt und zusammen mit dem Kinderbüro und Politikern umgesetzt haben. Mit wenig Geld und viel Phantasie entstanden so tolle Projekte, etwa ein kindgerechter Innenhof. Zudem durften die Münchener Kinder die für sie wichtigsten Rechte wählen – und bestellten die Rechte auf Gesund­- heit, Spiel und elterliche Fürsorge auf die ersten drei Plätze. Mit diesen Themen befassten sich unter anderem auch die ausgestellten Bilder, betonte Ruth Sobotta, die die Ausstellung offiziell eröffnete. Sie wünschte sich, dass die Botschaft der jungen Künstler – sie erhielten als Dankeschön jeweils einen Ausstellungskatalog – verstanden und gehört werde. Am Donnerstag be­schäftigte sich die Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderhilfswerks, Dr. Heide-Rose Brückner, in einem Vortrag mit Kinderrechten und ihrer Ver­wirklichung in Deutschland. Die Ausstellung im Landratsamt ist noch bis 18. Juni zu sehen. Danach wird „Kinderrechte aus Kindersicht“ in der Stadtbücherei Landsberg zu sehen sein.

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