Denklinger Eltern üben Kritik

Personalmisere in der Kita Maria Schutz?

BRK-Kita Denklingen - Gebäude - Westseite
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Der Kindergarten Maria Schutz in Denklingen, dessen Trägerschaft ans BRK-Landsberg übergegangen ist.
  • vonJohannes Jais
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Denklingen – Von einer Personalmisere im Denklinger Kindergarten sprechen einige Eltern. Häufige Wechsel in den Gruppen würden zusammen mit dem Einsatz von Praktikanten und Aushilfen Unruhe verursachen, die sich auf die Kinder übertrage. Der Mangel an Fachkräften und das Verletzen der Aufsichtspflicht sind zwei wesentliche Faktoren, die von Eltern angesprochen werden.

Betreiber der Kindertagesstäte (Kita) ist seit Januar vergangenen Jahres der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes. Er hat im Landkreis Landsberg bei neun Kindergärten die Trägerschaft inne. Dem Vorwurf, es fehle an Personal, widerspricht Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner entschieden. In Denklingen sind annähernd 20 pädagogische Fachkräfte angestellt; diese Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Berufspraktikantinnen kümmern sich um die 115 Buben und Mädchen, die in den vier Regelgruppen und in der Krippe betreut werden. Eine Fachkraft treffe auf neun Kinder. Damit sei der Personalschlüssel mehr als erfüllt. Gefordert wird vom Gesetzgeber eine Fachkraft für zehn Kinder. Als das BRK die Trägerschaft übernommen habe, sei es beim Personal tatsächlich „Spitz auf Knopf“ gestanden, blickt Lehner zurück. Doch da habe sich viel getan. Im vergangenen September seien fünf Mitarbeiterinnen eingestellt worden.

Ein »Hilferuf«

Die Kritik an der Arbeit im Kindergarten Maria Schutz, der bis Ende 2019 unter kirchlicher Trägerschaft stand, kommt keineswegs aus einem einzelnen Mund. Drei Mütter und ein Vater machen den „Hilferuf“ öffent­lich. Sie haben sich ebenso wie eine Mitarbeiterin, die inzwischen gekündigt hat, gegenüber dem KREISBOTEN geäußert. Es seien ungewöhnlich viele Praktikanten und Hilfskräfte im Einsatz, schilderte Nadine Rullik, die früher selbst zwei Jahre Elternbeiratsvorsitzende war und deren Sohn jetzt in die Vorschulgruppe geht. Die Tochter war früher im Kindergarten und ist nun im Grundschulalter. Es würden sogar Eltern als Hilfskräfte eingesetzt, ergänzt Rullik, die mit ihrem Mann seit acht Jahren in Denklingen zu Hause ist.

Sagen klar an, wo sie bei der Betreuung in der Kita Denklingen Verbesserungsbedarf sehen. Die Eltern Nina Andrzejewski (links), Nadine Rullik und ihr Mann Michael.

Nina Andrzejewski, eine gebürtige Denklingerin, spricht von vielen internen Wechseln in den Gruppen. Sie hat schon festgestellt, dass um 7.30 Uhr niemand das Telefon abnimmt, als sie ihren Sohn wegen Erkrankung abmelden wollte. Zusammen mit einer weiteren Mutter, die ihr Kind in einer der vier Regelgruppen hat, aber ihren Namen nicht nennen möchte, vermisst sie Aktivitäten wie Gruppenarbeit, Laternen basteln oder mal ein gemeinsames Frühstück.

Michael Rullik setzt noch einen drauf. In der Sonnengruppe, wo die Kinder letzten Jahrgangs sind, die im Herbst in die erste Klasse kommen, würde so gut wie keine Vorschul-Arbeit geleistet. Einmal in der Woche komme die Lehrerin von der Grundschule, unter deren Dach die „Sonnengruppe“ untergebracht ist. Eine weiterer Wunsch: mehr Sorgfalt in der Aufsichtspflicht. Wenn Kinder sich verletzen, könne man beim Personal mitunter nicht erfragen, wie es dazu gekommen sei. Nadine und Michael Rullik berichten, dass ihrem Sohn beim Spielen zwei Zähne wacklig geschlagen wurden und die einzige Aufsicht im Raum eine Praktikantin gewesen sei.

Eine frühere Mitarbeiterin, die gekündigt hat, bestätigt beim Personal ein „ständiges Kommen und Gehen“. Es seien vermehrt nur noch Teilzeitkräfte im Einsatz. Bei den wechselnden Gesichtern und den Veränderungen sei es im Sinne der Kinder nur allzu verständlich, wenn Eltern sich wünschen, dass Normalität und Ruhe einkehren. Die Buben und Mädchen bräuchten ebenso wie die Eltern „einen roten Faden“, an dem sie sich orien­tieren können, sagt die Mitarbeiterin. Sie will zudem festgestellt haben, dass „unbequeme Eltern“ nicht so erwünscht seien.

»Deutlich besser«

„Natürlich kann man’s nicht jedem recht machen“, erwidert Andreas Lehner. Der BRK-Chef räumt ein, dass ein Träger­wechsel auch Unruhe reinbringe. Schließlich habe das Rote Kreuz „Strukturen vorgefunden, die es zu ändern galt“. Aber inzwischen habe man in der Denklinger Kita eine „deutlich bessere Situation“ als bei der Übernahme der Trägerschaft zu Jahresbeginn 2020. Das würde ihm von Seiten der Gemeinde so bestätigt. Und auch vom Elternbeirat sei keine Beschwerde an die Leiterin des Kindergartens oder an das BRK Landsberg herangetragen worden.

Berücksichtigten müsse man in der Kinderbetreuung zwei wesentliche Faktoren. Zum einen, dass ein Großteil der Mitarbeiterinnen mit Rücksicht auf eigene Familie und eigenen Nachwuchs in Teilzeit (meist vormittags) arbeiten wolle. Und zum anderen sei die aktuelle Situation unter Corona zu bewerten. Die Arbeit sei „sehr anstrengend und hoch belastend“, ergänzt Geschäftsführer Lehner.

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