Mehr Platz für Bio-Hühner

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Es gehe ihm in seinem Antrag hauptsächlich um die Aufzucht, stellte Andreas Schilcher klar. „Momentan müssen wir noch Junghühner kaufen.“

Kinsau – Der Bio-Geflügelhof von Andreas Schilcher im „Sondhof“ soll erneut wachsen. Das aber setzt eine „Sondernutzungszone für biolo­- gische Geflügelhaltung“ voraus. Den Be­schluss dazu fasste der Gemeinderat kürzlich mit 6:3 Stimmen. Das Verfahren ist damit in Gang gebracht.

Schilcher hatte die Ausweisung der Sondernutzungszone beantragt, da dieser Schritt für die weitere wirtschaftliche Entwicklung seines Betriebes nötig es. Da er die für die Erweiterung notwendige Futtergrundlage aufgrund des Mangels an Pachtflächen nicht erbringen könne, habe ihm, Schilcher, das Amt für Landwirtschaft und Forsten zu dem Antrag geraten, erläuterte Bürgermeister Hermann Reinhard in der Sitzung. 

Um unter die „Privilegierung“ für sein Vorhaben zu fallen, muss der Betreiber 50 Prozent Eigenfutter aufbringen. Da der Besitzer des Demeter-Geflügelhofes selbst als Zuhörer in der Sitzung anwesend war, wurde er vom Gemeinderat persönlich um weitere Auskünfte gebeten. Schilcher erklärte, dass er nach der Erweiterung künftig maximal für 12000 Hühner plus Aufzuchtstation Platz hätte. Aktuell halte er 7800 Hühner. Ein zusätzlicher Legehennenstall und eine Aufzuchtstation würden nun dazukommen. Und: Für jedes Huhn brauche er vier Quadratmeter Auslauf. 

Der Bürgermeister führte aus, dass der Gemeinderat nun vorrangig die Frage klären müsse, ob eine Erweiterung im Interesse der Gemeinde und damit der Allgemeinheit wäre, oder ob Interessen dagegen stünden. Dabei wäre insbesondere zu bedenken, dass die betreffende Fläche bis an die be­stehende Wohnbebauung heranreiche, so Reinhard. In diesem Zusammenhang brachte Vizebürgermeister Marco Dollinger eine mögliche Geruchsbelästigung ins Gespräch. Dazu Heinrich Lieb: „Die Anwohner können sich im Rahmen des Verfahrens sowieso noch äußern.“ Er schlug deshalb vor, erst einmal in das Verfahren einzusteigen.

Dollinger mahnte zur Besonnenheit. Die Kapazitätsgrenze am Ortsrand Kinsaus sei bereits erreicht. „Ich habe nichts gegen die Hühner“, betonte er, erinnerte aber daran, dass der Geflügelhof bereits erweitern durfte. Allerdings müsste man auch in Betracht ziehen, dass in diesem Falle die Interessen eines Einzelnen den Interessen von mehreren Anwohnern entgegen stünden. 

Die Mehrheit des Kinsauer Gemeinderates sah das aber anders und gab Grünes Licht für die Ausweisung der Sondernutzungszone für biologische Geflügelhaltung. Mit wird man sich im Zuge des Verfahrens noch öfter beschäftigen müssen.

Manuela Schmid

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