Kirche in Szene gesetzt

Die Landsberger Kulturtage zur Wiedereröffnung der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt haben mit zwei Sonderexpositionen im Spannungsfeld von Historie und Gegenwartskunst begonnen: Im Neuen Stadtmuseum präsentiert das Stadtarchiv unter dem Titel „Ecclesia Phetine – Wie es zum Kirchenneubau von 1458 kam“ Urkunden zur Geschichte der Stadtpfarrkirche. Im Foyer des Plenaranbaus am Historischen Rathaus strahlt „goldener glanz“. Unter dieses Motto setzt die Malerin Gotlind Timmermanns ihre Ergebnisse der Auseinandersetzung mit der Ausstattung der Stadtpfarrkirche, ergänzt durch ein textile Skulptur von Heid Mühlschlegel. Beide Ausstellungen sind bis zum 16. Mai zu sehen.

Für die Archivalienausstellung hat die Stadtarchivarin Elke Kiefer insgesamt elf Zeitdokumente, datiert zwischen Mitte des 14. und Mitte des 15. Jahrhunderts, ausgewählt. Ausgangspunkt ist die erstmals 1179 erwähnte Ecclesia (Kirche) im Dörfchen Phetine. Ihr oblag die Seelsorge einer florierenden Handwerker- und Kaufleutesiedlung, die mit der um 1160 von Heinrich dem Löwen errichteten „Landespurch“ entstand. Der Bogen wird von der ersten schriftlichen Quelle 1353 gespannt, in der Papst Alexander III dem Wessobrunner Kloster den Zehnt der Phetine ebenso zugesteht, wie das Recht, dem Bischof einen Pfarrer vorzuschlagen, bis hin zu Verträgen der aufstrebenden Stadt am Lech mit dem Kloster. Wer sich die historischen Quellen voll und ganz erschließen will, sollte die Ausstellungsführung der Stadtarchivarin am 4. Mai, 15.00 Uhr, nutzen. Barocke Ornamente im Kirchenraum von Mariä Himmelfahrt inspirierten die beiden Künstlerinnen Got- lind Timmermanns und Heid Mühlschlegel. Da glänzt es golden auf Leinwand und Stoff: Blattgold sowie eine ganze Palette von Gelb-, Orange- und Ockertönen sind zum Leuchten gebracht. Die Malerin Timmermanns setzt sich seit mehr als zehn Jahren mit barocker Kirchenornamentik auseinander. Auf den Weg zu Ausstellungen in Prag und Hongkong macht die Förderpreisträgerin der Stadt Landsberg mit ihren großformatigen, farbenprächtigen Bildern Station in der Rathausgalerie. Ihre Arbeiten brauchen viel Zeit, zwei, drei Monate, denn „sie wachsen Schicht um Schicht aus der Farbe“. Auf die gespachtelten Barockornamente sind Farben in verschiedenen Flüssigkeitsstufen verdünnt für transparent bis fast trocken mit hohen Pigmentanteilen aufgebracht. Mit größerem Abstand gesehen, ergeben sich vordergründige Aussagen, aus der Nähe eine unendliche Vielfalt von Farbklängen und Strukturen. Das gilt auch für das in die Dreidimensionale gerückte Ornament von Heid Mühlschlegel.

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