Jubiläum ohne Fest

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Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Walleshausen: Vor 550 Jahren war Grundsteinlegung.

Walleshausen – Ein kleines, aber nicht alltägliches Jubiläum steht an für die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Walleshausen. Am kommenden Sonntag, 17. April, jährt sich zum 550. Mal die Grundsteinlegung des spätgotischen Gotteshauses, das vor allem aufgrund seiner Ausstattung zu den bedeutendsten Baudenkmälern im Landkreis und der weiteren Umgebung gezählt wird.

Eine große Feier wird es nicht geben, wohl aber einen Festgottesdienst mit Chorgesang in Verbindung mit einer Jubelkommunion. Für den Walleshausener Pfarrer, Professor Petar Vrankic, ist klar: „Das Jubiläum der Grundsteinlegung ist ein würdiger und schöner Anlass, hat aber nicht den gleichen Stellenwert wie die Weihe der Kirche.“

Die fand seinerzeit sechs Jahre nach dem Baubeginn statt. Ein entsprechend großes Fest wünscht sich Vrankic deshalb für das Jahr 2022. Dass die Umstände der Grundsteinlegung im Jahr 1466 so genau überliefert sind, ist dem Pfarrer zufolge durchaus nicht selbstverständlich. Dokumentiert wurde das Ereignis im Salbuch der Pfarrei, von dem zwar nicht mehr das Original, aber immerhin eine Kopie existiert. „Es ist erstaunlich, dass in einem kleinen Dorf wie Walleshausen eine so schöne Kirche entstanden ist“, so Vrankic. Zu verdanken sei dies der engen Verbindung mit dem Kloster Polling, das im Jahr 1461 die Pfarrei übernommen hatte. Bis ins frühe 19. Jahrhundert diente der Pfarrhof sogar als Sommerresidenz der Pollinger Pröpste.

In neuem Gewand

1732 wurde die Kirche im Rokoko-Stil umgestaltet. Der Maler Johann Georg Wolcker, der im Landkreis unter anderem auch Gotteshäuser in Weil, Winkl und Bischofsried (Marktgemeinde Dießen) ausmalte, schuf die Deckenfresken. Die Stuckarbeiten stammen von dem Ornamentstecher und Bildhauer Franz Xaver Feichtmayer aus Wessobrunn.

Ulrike Osman

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