Brennholz mit Aroma

+
Nach "reiner Privatsache" sehen die Brennholzstapel nicht aus, zumal auch schon weit mehr davon gab.

Landsberg – Sparen ist das Gebot der Stunde, Tabus darf es nicht geben. Ebenso gilt es, neue Einnahmequellen, seien sie auch noch so klein, zu ergründen und dann auszuschöpfen. Diesen Vorgaben fol­gend, nahm CSU-Fraktionschef Helmut Weber jetzt die Brennholzstapel auf dem Areal der Kläranlage ins Visier und stach damit offensichtlich in ein Wespennest.

Das Thema ist nicht neu. Seit Jahren schon wird im nördlichen Bereich der Kläranlage Brennholz verarbeitet – zum Teil in recht großem Stil. Dem aufmerksamen Passanten auf dem belebten Lechuferweg entging das nicht, schon gar nicht, als sich vor etwa zwei Jahren eine sehr große Menge Scheitholz in den überdachten Vorrichtungen für die Klärschlammtrocknung stapelte. Auch Stadtrat Reinhard Skobrinsky (BAL) war das damals aufgefallen. Da sei alles in bester Ordnung, lautete die Antwort auf seine Anfrage.

Das Sägen, Spalten, Stapeln und Lagern nahm seinen Lauf, niemand störte sich wirklich daran. Auch nicht Helmut Weber. Vielmehr ging er davon aus, dass es sich um Holzreserven für die von Stadt, Landkreis und Bezirk als GmbH betriebene Waldhackschnitzelheizung am Bauhof handeln müsste. Und wenn dem so wäre, dann müssten die Stadtwerke doch Mieteinnahmen dafür verbuchen.

Die entsprechende Anfrage landete zunächst auf dem Tisch des Oberbürgermeisters, dann auf dem des Stadtwerke-Vorstands und vergangene Woche im Verwaltungsrat – nichtöffentlich. Dessen Mitglieder vernahmen nun, dass es sich um das Holz städtischer Mitarbeiter handle. Es falle bei Baumaßnahmen der Stadt an, oder bei Schadenereignissen, wie unlängst in der Teufelsküche, so Technik-Vorstand Norbert Köhler. Es werde ausgeschrieben und versteigert, wobei es meist besagte Mitarbeiter seien, die den Zuschlag be­kämen.

Köhler reagiert auf die Anfrage des KREISBOTEN durchaus verschnupft. „Ich verstehe das Theater überhaupt nicht“, sagt er und beteuert: „Das ist eine reine Privatgeschichte.“ Ganz und gar abwegig sei die Vermutung, dass auf dem städtischem Areal ein „Nebenerwerb Brennholz“ ablaufe.

Weber indes spricht von einer „etwas zweifelhaften Angelegenheit“, wenn auf diese Weise öffentlicher Grund in Anspruch genommen wird. „Da erwarte ich schon eine Antwort.“ In der nächsten Verwaltungsratssitzung am 24. September darf er damit laut Norbert Köhler rechnen. Dann wird es auch um Haftungsfragen und Stromabrechnung gehen.

Toni Schwaiger

Auch interessant

Meistgelesen

Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus

Kommentare