Hausaufgaben nicht gemacht

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Im Vorfeld des Rotter Kläranlagenbaus scheint jemand seine Hausaufgaben nicht ordentlich gemacht zu haben – findet man im Gemeinderat.

Rott – In regelmäßigen Abständen befassen sich die Rotter Ratsmitglieder mit der Sanierung der Kläranlage. Wie schon in der Juli-Zusammenkunft ging es in der ersten Sitzung nach der Som- merpause um Nachträge. Zudem wurde über die Gestaltung des Maschinenhauses be­raten.

„Wir sollten alles möglichst einfach halten“, meinte Architekt Armin Wolf zu letzterem. Sein Vorschlag dazu lautete „verputzte weiße Wände und ein Flachdach mit Begrünung“. Dafür konnten sich einige Gemeinderäte aber nicht so recht erwärmen. „Weiß ist mir zu hell“, wandte Thomas Stüber ein. 

Er schlug stattdessen graue Farbtöne vor, was bei den Ratskollegen durchwegs auf Zustimmung stieß. Auch mit dem Flachdach konnten sich nur wenige anfreunden. „Wir sind da durch die Schule gebrannte Kinder“, erinnerte Bürgermeister Quirin Krötz an die zum Teil schadens- und kostenträchtige Dachkonstruktion an der Rotter Schule, die stellenweise auch ein Flachdach hat. Der Vorschlag auf ein verblechtes Schrägdach mit etwa zehn Prozent Neigung aus dem Gremium heraus, stieß dagegen auf offene Ohren. 

Letztlich entschied sich der Rat bei einer Gegenstimme auch für diese Ausführungsvariante. Zustimmung gab es im Anschluss auch beim Nachtrag für den aufwändigeren Einbau der Vakuumlanzen als geplant, der im Juli noch abgelehnt wurde. Zu größeren Diskussionen kam es danach aber beim zweiten noch offenen Nachtrag, bei dem das Bauunternehmen die Zusatzkosten für ein Stromaggregat, das zum Betrieb des Krans benötigt wurde, in Rechnung stellte. 

Nicht abrechnungsfähig

„Rein formell vertraglich, darf er das Stromaggregat nicht abrechnen“, verwies Markus Rieder auf die Ausschreibung. Auch der Bürgermeister, der die „gute Zusammenarbeit und die saubere Arbeitsweise“ der Baufirma ausdrücklich lobte, widersprach dem Nachtrag. „Bei der Kalkulation wurden da die Hausaufgaben nicht gemacht“, meinte Krötz zu den strittigen 2500 Euro plus Mehrwertsteuer. Trotz des vehementen Einsatzes des Architekten – Wolf sprach sich klar dafür aus, die Zusatzkosten zu übernehmen – lehnte der Gemeinderat den Nachtrag für das Stromaggregat mit 8:5 Stimmen ab. „Auch wenn der Betrag bei einem 2,5 Millionen Projekt nicht groß erscheint, soll uns keiner nachsagen, dass wir uns bei den Ent- scheidungen keine Mühe machen“, schloss Krötz die Debatte.

Roland Halmel

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