Klausner-Sägewerk in russischer Hand

Seit Dienstag ist offiziell, was in Branchenkreisen keine große Überraschung mehr ist: Die Russische Ilim Timber übernimmt gleich zwei Sägewerke der Tiroler Klausner-Gruppe, nämlich die Klausner Holz Bayern (KHB) in Landsberg und Klausner Nordic Timber (KNT) in Wismar. Wie das Unternehmen in einer Presse­-er­klä­rung wissen lässt, soll die Produktion an beiden Stand­or­ten auf Maximalaus­lastung hochgefahren werden.

„Die Übernahme dieser hochwertigen Sägewerke ermöglicht uns nicht nur den Eintritt in den deutschen, sondern auch den Ausbau unserer Position auf dem europäischen Markt“, so Michael Kokorich, Geschäft­s­füh­rer von Ilim Timber. Zu den führenden russischen Holzindustrieunternehmen gehörend, plant Ilim Timer eigenen Angaben zufolge, den Sägewerksbetrieb an beiden deutschen Standorten wieder zur „maximalen Aus­lastung“ zu führen. Die Produktionskapazität des Sägewerkes im Landsberger Frauenwald beläuft sich auf 800000 Kubikmeter Schnitt­holz pro Jahr, in Wismar sind es 1,1 Millionen. Zusätzlich, so Unternehmenssprecherin Elena Jochmann, habe Ilim Timber mit der Klausner-Gruppe die Übernahme einer kompletten fabrikneuen Linck-Sägewerkausstattung mit einer Produktionskapazität von jährlich 600000 Kubikmeter vereinbart. Die neue Komplettausstattung werde die Produk­- tions­stätten von Ilim Timber in der Region Irkutsk (Sibirien) im Rahmen eines hauseigenen Industriesanierungsprojekts bis Ende nächsten Jahres auf den neuesten Stand bringen. „Die Installation der neuen Ausrüstung am bestehenden Sägewerksstandort in Ost-Sibirien gibt uns die Chance, das Produktionsvolumen zu steigern und unsere Präsenz in China auszubauen. Infolgedessen werde Ilim Timber ein Produktionsvolumen von rund drei Millionen Kubikmeter pro Jahr erreichen, was sich positiv auf den Unternehmenswert auswirken wird“, erklärt Michael Kokorich über Expansionspläne des Unternehmens. Erleichtert Die Nachricht von der Übernahme des Landsberger Klausner-Werkes, vor allem aber die der geplanten Wiederaufnahme des Säge- und Hobelbetriebes wurde in der Lechstadt mit Erleichterung aufgenommen. Jetzt komme es darauf an, dass der neue Eigentümer baldmöglichst wieder sägen und hobeln lässt, und so die gefährdeten Arbeitsplätze mobilisiere, so Landrat Walter Eichner (CSU). Er habe sich in der Vergangenheit für Klausner stark gemacht, weil in einem Säge- und Hobelwerk vor allem für weniger qualifizierte Beschäftigte Stellen geschaffen würden. Eichner: „Ich hoffe, dass der neue Eigen­tümer seine Ankündigung auch einhält.“ Seit gut einem Jahr stehen die Sägen bei Klausner Holz Bayern still. „Kurzarbeit Null“ für die einst 170 Beschäftigten. Landsbergs OB Ingo Lehmann (SPD) brachte auf Anfrage des KREISBOTEN seine Hoffnung zum Ausdruck, dass dieser Zustand baldmöglichst zu Ende sei und die Arbeit in dem Großsägewerk endlich wieder aufgenommen werde. Die Ilim Timber Industry Ilim Timber wurde 2007 gegründet und fasste die vormals zum größten russischen Forstunternehmen Ilim Pulp gehörenden Holzverarbeitungsbetriebe im neuen Konzern zusammen. Ilim Timber stellt jährlich über 520000 Kubikmeter Schnittholzprodukte her sowie über 145000 Kubikmeter Brettschichtholz und 45 Mio. Quadratmeter Faserplatten. Ferner agiert Ilim Timber als Bauträger von Holzrahmenhäusern, um preiswerten Wohnraum für den wachsenden russischen Markt anzubieten, und ex­por­tiert Halbfertigprodukte in die schnell wachsenden Märkte in Asien, vor allem nach China.

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