Viel zu viel Klamotten

BRK-Kleidercontainer in der Erpftinger Straße quellen über

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Keine Seltenheit: Berge von Klamotten vor den Altkleidercontainern des BRK In der Erpftinger Straße – vor allem nach dem Wochenende öfters zu beobachten. Aufgenommen wurde das Foto am gestrigen Dienstag.

Landkreis – Ein Hemdsärmel hängt aus der Klappe, daneben steckt ein altes Kissen im ‚Maul‘ des Altkleidercontainers. Davor Mülltüten-Berge, vollgestopft mit abgelegten Klamotten. Es ist ein Bild, das Passanten in der Erpftinger Straße öfters sehen. Erst gestern war es wieder soweit (siehe Foto). Die Container stammen weder vom Landkreis noch von privaten Anbietern: Die elf Behälter hat das BRK dort aufgestellt. Nicht gerade ein positives Zeugnis für ein karitatives Unternehmen. Das Problem scheint aber nicht unbedingt beim BRK oder dem Entsorger zu liegen. Offensichtlich werfen wir zu viele Kleider weg.

Der frei zugängliche Containerplatz in der Erpftinger Straße steht auf einem Gelände, das der Stadt gehört. Die hat dem Landkreis einen Teil für ‚seine‘ Container zur Verfügung gestellt. Und den vorderen Teil für die elf Container des BRK. Wobei diese Altkleidersammlung komplett unabhängig von der des Landkreises läuft.

Man höre öfters, dass die Abholung an diesem Platz nicht hundertprozentig funktioniere, sagt Abteilungsleiter der Abfallwirtschaft Johann Bernauer. „Der Landkreis gibt diese Hinweise dann an das BRK weiter.“ Das sich dann um die Leerung bemühe.

„Es wird immer mal wieder extrem viel dort abgegeben“, sagt stellvertretende Geschäftsführerin des BRK Landsberg Marianne Asam. „Auch Müll, der da nicht hingehört.“ Vor allem übers Wochenende. Die Firma, die die Kleider für das BRK abholt, ist SOEX, einer der größten Textilrecycler der Welt. Generell hole das Unternehmen die Kleider einmal pro Woche, berichtet Asam. „Wenn wir eine Meldung bekommen, dass wieder zu viel daliegt, geben wir das gleich weiter. Dann fährt SOEX auch außerplanmäßig. Die sind eigentlich sehr zuverlässig.“ Gerade letzte Woche habe sie wieder eine Meldung am SOEX weitergegeben.

Wenn eine Tour zum Beispiel wegen Krankheit des Fahrers ausfalle, habe das BRK die Kleider auch schon selbst abgeholt und gelagert. Dass dort mehrere Tage lang Kleiderberge im Regen liegen, komme eigentlich nicht vor. „Aber wer gut erhaltene Kleider hat, sollte diese in die Kleiderläden des BRK bringen“, betont Asam. Was einmal im Container ist, kommt nicht mehr zum BRK zurück.

Die Firma SOEX bestätigt die Meldungen seitens des BRK. Eine außerplanmäßige Abholung als Reaktion werde dann sofort initiiert. Von den gesammelten Textilien verkaufe man besser erhaltene weiter. Der Großteil werde jedoch für Putzlumpen zerschreddert oder auch in Autokarosserien weiterverarbeitet. Ein Teil des Erlöses gehe dann an den Auftraggeber BRK.

Altkleidercontainer stellt vor allem der Landkreis auf, oder eben karitative Sammlungen. Kleider sammeln dürfen derzeit aber sowohl karitative als auch andere Unternehmen. Sie müssen ihr Vorhaben nur beim Landratsamt anzeigen, informiert Pressesprecher Wolfgang Müller. Verbieten könne man die Sammlung nur, „wenn Bedenken gegen die Zuverlässigkeit des Anzeigenden bestehen, die ordnungsgemäße und schadlose Verwertung nicht gewährleistet ist oder bei gewerblichen Sammlungen überwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen“. Selbst wenn eine Sammlung verboten werde, dürften die Container stehenbleiben, bis darüber rechtskräftig entschieden sei. Im Moment laufen noch zwei Klagen von Containeraufstellern gegen den Landkreis. Müller: „Es ist zur Zeit nicht absehbar, wann mit einer Entscheidung gerechnet werden kann.“

Susanne Greiner

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