Kleine Städte sind im Vorteil

Erteilte beim Neujahrsempfang dem integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Landsbergs gute Noten: Münchens Stadtdirekter Stephan Reiß-Schmidt. Foto: Osman

Die EU-Kommission hat das Jahr 2012 zum „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ erklärt. Passend dazu stellten Stadt und Landkreis Landsberg ihren traditionell gemeinsamen Neujahrsempfang am Freitag Abend im Rathausfestsaal unter das Thema „Miteinander von Jung und Alt“.

Demographischer Wandel, Überalterung, sinkende Bevölkerungszahlen – all das wird vorerst andere Teile der Republik bedeutend härter treffen als den Großraum München und die Region Landsberg. Zumindest bis 2030 wird hier noch Zuwanderung erwartet – plus zwölf Prozent für die Stadt München, plus zehn Prozent für das Umland und immerhin noch 5,6 Prozent für den Landkreis Landsberg. Diesen Ausblick gab der Münchner Stadtdirektor Stephan Reiß-Schmidt als Gastredner des Abends den zahlreich erschienenen Vertretern des öffentlichen Lebens in der Region. „Aber das Thema Alterung betrifft uns trotzdem. Der Anteil der Alten und sehr Alten wird auch hier steigen.“ Um einen ausgeglichenen Generationen-Mix beizubehalten, müsse die Kommunalpolitik Stadt und Landkreis „demographiefest“ machen. Junge Leute, Familien und Ältere müssen sich wohlfühlen. Dafür sind laut Reiß-Schmidt zahlreiche Voraussetzungen erforderlich: ausreichend Arbeits- und Ausbildungplätze, ein gutes Bildungs- und Wohnungsangebot, aber auch ein vielfältiges kulturelles Leben, dazu eine umfassende Nahversorgung, bürgerfreundliche Öffnungszeiten, Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit und eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung. „Das ist für die Kommunen aufwendig, aber es ist wichtig, um Menschen hier zu halten“, so Reiß-Schmidt. Familiengerecht, altersgerecht und generationengerecht gleichermaßen müsse die Stadt der Zukunft sein, im besten Falle auch noch „kompakt“, also eine Stadt der kurzen Wege. „Hier haben kleine Städte einen bedeutenden Vorteil gegenüber großen“, sagte der Münchener Stadtdirektor. Mit ihrem integrierten Entwicklungskonzept gehe die Stadt Landsberg den richtigen Weg. OB Ingo Lehmann (SPD) bezeichnete das Miteinander der Generationen als „Voraussetzung für urbanes Leben“. Wenn es gelinge, für Alt und Jung gleichermaßen attraktiv zu sein, werde aus der Herausforderung ein Standortvorteil. So sah es auch Landrat Walter Eichner (CSU), der im Landkreis Landsberg bereits viele gute Ansätze für ein besseres Miteinander von Alt und Jung sieht. Als Beispiele nannte Eichner die vielen Projekte, in denen sich die Generationen gegenseitig unterstützen – Schüler, die Senioren den Umgang mit Handy und Computer beibringen, pensionierte Lehrkräfte, die Lesepatenschaften für Grundschüler übernehmen, ehemalige Manager, die Jungunter­nehmer beraten. In einigen Bereichen wie Vereinen, Schulen und Kirchen, sei das Miteinander von Jung und Alt ohnehin schon immer selbstver­ständlich gewesen.

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