Kleiner Klecks auf weißer Weste

Stopp, hier gibt’s kein Durchkommen! Die HCL-Akteure Alexander Ott (links) und Roland Hanemann (recht) bremsen einmal mehr einen Kemptener Anlauf aus. Foto: Krivec

Der HC Landsberg bleibt in der Eishockey-Landesliga Süd/West überraschend auch nach dem fünften Spiel ungeschlagen. In einem packenden Spiel in Kempten trennte man sich am Sonntag 5:5 (2:1, 2:2, 1:2). Bereits am Freitag schlugen die Riverkings zuhause vor einer stolzen Kulisse mit 429 Zuschauern ESV Burgau mit 13:5 (4:3, 4:1, 5:1).

Was die rund 60 mitgereisten Riverkings-Fans am Sonntag in Kempten zusehen bekamen, war offensives Landesliga-Eishockey der Top-Kategorie, gespickt allerdings mit einigen Lücken in beiden Defensivreihen. HCL-Trainer Topi Dollhofer hatte die Sturmreihen umgestellt: mit Simmler und Klemm stürmte Speckamp, Hanemann agierte als Center mit Endres und Michael Kerber, lediglich der neue Paradeangriff mit Augst, Hess und Ville Dollhofer blieb unverändert. Zunächst stellte Bastian Simmler mit seinem Antritt die Allgäuer Verteidiger vor große Probleme. Das 1:0 (6.) legte er von außen auf Klemm auf, das 2:1 in Unterzahl (13.) erzielte er auf Klemm-Vorlage selbst. Dazwischen waren die Kemptener durch eine Unachtsamkeit vor dem Landsberger Tor schnell zum 1:1-Ausgleich gekommen (Albl/6.). Nach 35 Minuten schien die Partie zugunsten der teilweise brillant aufspielenden Riverkings entschieden. Im Powerplay passte Torhüter Falkenberger zu Wedl. Der sah, dass die Sharks schlecht wechselten, schickte Augst über die leere Eisfläche alleine auf die Reise und der vollendete zum 3:1 (24.). In der 36. Minute kullerte ein Simmler-Schuss nach drückender Überlegenheit und Einschussgelegenheiten im Dutzend in Überzahl zum 4:1 ins Tor. Durch zwei weitere Fehler im Defensivverhalten kam Kempten allerdings überraschend schnell wieder auf 3:4 heran. Mit diesem Rückenwind drehten im letzten die Gastgeber noch einmal mächtig auf, setzten alles auf eine Karte und nahmen Falkenberger unter Beschuss. Die sich bietenden Konterchancen vergab Landsberg allesamt, stattdessen handelte man sich deutlich zu viele Strafen ein, die Green und Scheffer bis neun Minuten vor Schluss sogar zur 5:4-Führung für Kempten nützten. Gegen Ende mussten alle Akteure dem hohen Tempo Tribut zollen, die Riverkings hatten noch ein paar Körner mehr übrig: Augst hob den Puck nach einem Dollhofer-Schuss zum verdienten Ausgleich ins Netz (58.). Der Punkt bei einem der Favoriten der Liga ist umso höher zu bewerten, als neben Haschka, Schiller, Eierschmalz (alle verletzt), Geuß und Guggenmos (verhindert) in Kempten nach dem zweiten Drittel auch noch Endres nach einem Schlag passen musste. Viel Leerlauf Wesentlich torreicher, wenn auch nicht so hochklassig war die Partie am Freitag vor eigenem Publikum verlaufen. Trotz des klaren Ergebnisses war noch viel Leerlauf in der Partie, zudem ließ man die eigentlich harmlosen Gäste aus Burgau oft zu leicht vor das eigene Tor kommen. Prompt gingen die sogar in Führung und kamen später noch einmal auf 3:2 heran, als Simmler bei einem Rettungsversuch die Scheibe mit der Hand über HCL-Keeper Falkenberger ins eigene Tor beförderte. Zu Beginn des zweiten Drittels schienen sich sogar ernsthafte Probleme anzubahnen, als ein Landsberger Verteidiger dem Gegner die Scheibe zweimal auf dem Silbertablett präsentierte – 4:4 (24.). Danach allerdings riss man sich auf Seiten der Gastgeber zusammen, ging ernsthafter in die Zweikämpfe und erkämpfte sich auch im gegnerischen Drittel immer wieder die Scheibe. Gegen zusehends überforderte Burgauer gab es dann doch noch das erhoffte Torfestival, fast in regelmäßigen Abständen schlug es hinter dem ESV-Torwart ein, bis Landsberg im letzten Drittel ein wenig den Fuß vom Gas nahm. Nach fünf Spielen stehen die Riverkings mit 9:1 Punkten unerwartet auf Rang 2 hinter Bad Wörishofen (das bereits zwei Spiele mehr absolviert und vier Minuspunkte hat). Eine Härteprüfung könnte das Auswärtsspiel in Bad Tölz am kommenden Sonntag (20 Uhr) werden. Am Freitag, 18. November, gastiert um 20 Uhr der TSV Trostberg in Landsberg. • HC Landsberg - ESV Burgau 13:5 (4:3, 4:1, 5:1). Tore Landsberg: Hess (4), S. Kerber (3), V. Dollhofer (2), Augst, Hanemann, M. Kerber, Guggenmos. Strafen: Landsberg 22, Burgau 16 + 10 Geiß + 10 Erhard. Zuschauer: 429. • ESC Kempten - HC Landsberg 5:5 (1:2, 2:2, 2:1). Tore Landsberg: Simmler (2), Augst (2), Klemm. Zuschauer: 250. - Strafen: Kempten 8, Landsberg 16 Minuten. Christoph Kruse

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