Kleines Dorf ganz groß

Nach der Silbermedaille für Asch und Leeder freute sich Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg (links) nun umso mehr über die Goldmedaille, die Seestall beim Kreisentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ gewonnen hat. Landrat Walter Eichner (rechts) überreichte die dazugehörige Urkunde. Foto: Weh

Ihre Hartnäckigkeit ist belohnt worden: Wenn auch ohne direkten Gegenkandidaten aus dem Landkreis, dafür im Vergleich mit drei Gemeinden aus dem Nachbarlandkreis Weilheim-Schongau haben die Seestaller beim Kreisentscheid des 24. Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ die Goldmedaille gewonnen. Die Bewertungskommission lobte vor allem das entgegen­-gebrachte Engagement der Seestaller Bürger für ihr Dorf.

„Das Tollste san de Leit’, de war’n wirklich beeindruckend“, sagte Monika Sedlmaier, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Vorsitzende der Bewertungskommission, bei der Preisverleihung im Landratsamt. Dabei sah es zunächst nicht da­- nach aus, dass der Wettbewerb überhaupt stattfinden könnte. Denn nachdem im Juli mit Scheuring der zweite Teilnehmer kurzfristig abgesprungen war, stand Seestall als einziger Teilnehmer im Landkreis Landsberg alleine da. „Wir haben aber eine Lösung gefunden“, so Sedlmaier. Seestall wurde wie vorgesehen von der zehnköpfigen Kommission im Kreisentscheid bewertet und durfte sich dann mit den Orten Böbing, Schwabbruck und Herzogsägmühle aus dem Nachbarlandkreis Weilheim-Schongau messen lassen. „Mit den erreichten 80 Punkten hätte Seestall im Landkreis Weilheim-Schongau den ersten Platz belegt“, heißt es im offiziellen Bewertungsbericht, so dass der Ort auch im Landkreis Landsberg mit der Goldmedaille ausgezeichnet werden konnte. Zwei Jahre nach Silber für Leeder und Asch nahm Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg nun mit großer Freude die Auszeichnung in Gold von Landrat Walter Eichner in Empfang. Noch einmal ließ er Revue passieren, wie viel Arbeit hinter der Teilnahme an diesem Wettbewerb steckt. So hätten 15 Seestaller in intensiver Vorarbeit „eine schöne Broschüre erstellt und in Gruppen von zwei bis drei Leuten fünf Themen betreut“, sagte Karg. Mit viel Herz Am entscheidenden Bewertungstag, „das Wetter war nicht gerade das Schönste“, sei das Dorf wie ausgestorben gewesen. „Alle standen gespannt hinter dem Vorhang“, lediglich ein Seestaller sei mit dem Bulldog durchs Dorf gefahren. „Aber die Kommission hat nicht gemerkt, dass das gestellt war“, schmunzelte der Rathauschef. Karg betonte, dass die Seestaller ihren Ort mit einem wahnsinnigen Fachwissen und Stolz vorgestellt hätten. „Je kleiner ein Ort, umso mehr Herz. Und mit diesem Auftreten haben wir die Kommission begeistert.“ Das sah auch Monika Sedlmaier so. „Die Seestaller sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die man sich erhalten muss.“ Vor allem der florierende Dorfladen und das Bewusstsein der Bürger um den Wert alter Gebäude hätten die Kommission beeindruckt. „Sie sind auf einem wirklich guten Weg“, sagte Sedlmaier und freute sich über die Entscheidung Seestalls, den Wettbewerb nun auch auf Bezirksebene weiterzugehen. „Dazu wollen wir bis Mai noch einiges auf die Füße stellen“, versprach auch Bürgermeister Erwin Karg. Arbeitsintensives Jahr Die Preisverleihung fand dieses Jahr im Rahmen der Jahresschlussfeier des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege statt. „Ein sehr arbeitsintensives, erfolgreiches Jahr liegt hinter uns“, erklärte Geschäftsführerin Susann-Kathrin Huttenloher beim Rückblick auf das vergangene Jahr. Höhepunkt neben den angebotenen Gartenpflegerkursen, der Jugendarbeit, dem Kreisverbandsausflug ins Mostviertel sowie dem Tag des Baumes, bei dem die Mitglieder des Kreisverbandes in Holzhausen bei Igling eine Vogelkirsche gepflanzt hatten, sei jedoch die vor zwei Jahren erarbeitete umfangreiche Rosenausstellung ge­wesen. Unter dem Titel „RosenRosenRosen“ sei sie auch auf der Landesgartenschau in Rosenheim sehr gut angekommen. Höhepunkt des kommenden Gartenjahres wird am 26. Juni der „13. Tag der Offenen Gartentür“ sein. „Wir haben bereits sechs Gärten in Landsberg, Kaufering, Stadl, Hofstetten und Hagenheim, die ihren Garten für Besucher öffnen“, kündigte Huttenloher an.

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