Kleinkunst-Leckerbissen

s‘Maximilianeum präsentiert die Saison 2019/2020

+
Am 3. Oktober geht‘s los – ganz traditionell mit politischem Kabarett vom Feinsten: Christian Springer mit seinem aktuellen Programm „Alle machen keiner tut was“.

Landsberg – „Es ist mein achtes Programm. Und es ist für mich ein Höhepunkt!“ Der Erste Vorsitzende der Kleinkunstbühne s‘Maximilianeum Rolf-Jürgen Lang freut sich. Nicht nur liegt eine grandiose Saison hinter der Kleinkunstbühne: „Wir haben keine Veranstaltung mit Minus abgeschlossen.“ Auch für die kommende Saison habe „Programm-Macher Armin Federl grandiose Künstler rausgefischt.“ Wort- und Musikkabarett, A-Capella-Sound, Zauberkunst und echt Bayerisches zeige „das ganze Spektrum der Kleinkunst“ im Paket. Und es kommen nur drei „Stammgäste“ – alle anderen treten zum ersten Mal im Landsberger Stadttheater auf.

Er hat schon fast alle Kabarettpreise der Republik eingeheimst: Christian Springer ist am 3. Oktober für die Kleinkunstbühnentradition des politischen Kabaretts zuständig. Mitdenken ist angesagt. Denn „Springer wird nicht zahmer, sondern kritischer“, lautet Langs Urteil. Einen entspannteren Abend bieten die fünf Musiker von „Luz Amoi“ mit ihrer Weltmusik „für Berta“ am 27. Oktober. Das Gewicht liegt auf dem Bayerischen: treibende Polkas, Zwiefache und verjazzte Jodler bringt „Chef-Akkordeonist“ Stefan Pellamier mit Mitspielern zu Gehör. Auch der 11. Oktober wird musikalisch, komödiantisch gewürzt: Das männliche A-Capella-Quintett „Terzinfarkt“ steht einer Bigband in Vollbesetzung in nichts nach. „Mich hat das schon immer fasziniert, wenn Leute nur mit ihrer Stimme die unterschiedlichsten Klänge erzeugen können“, begründet Federl die Auswahl.

Beim Weihnachtsbrettl „hat sich der Chef selbst engagiert“, schmunzelt Federl: Am 22. Dezember wird Lang gemeinsam mit seiner Tochter Neele – die inzwischen Schauspiel studiert – „Winterliches und Weihnachtliches von Oskar Maria Graf“ lesen. Also mal keine süßen Krippengeschichten. Sondern Sozialkritisches – wenn auch im Schnee. „Wir wollten das Konzept mal ein bisschen ausweiten“, sagt Lang. „Nicht ein erfolgreiches Konzept bis zum Umfallen ausreizen.“ Für jazzig angehauchte Weihnachtsmusik sorgt Stefan Pentenrieders „Redbax“. Passend, findet der Landsberger Trompeter: „Der Ursprung unserer Musik liegt im anarchischen Freiheitsgedanken.“

Das neue Jahr begrüßt Landsberg mit „Snowdance“. Und das s‘Maximilianeum kooperiert am 26. Januar mit einer Legende im nichtbestuhlten Tanz-Foyer: „Guru Guru, „jedem alten Revoluzzer vom Sommerkeller noch ein begriff“, grinst Federl. Gesehen hat er die Rocklegende selbst vor 40 Jahren in Nürnberg. Beim Bardentreffen.

Wem bei Thomas Fröschle ein wenig die Zauberei gefehlt hat, kommt am 16. Februar mit Alexander Hunte und Martin Köster voll auf seine Kosten: „Golden Ace – Die Magier“ werden auch bei „Stell dir vor“ wieder mit Magie und Hypnose das Publikum zur verzweifelten Frage „Wie machen die das bloß?“ treiben.

Als „echten Knaller“ sieht Federl den Musiker, Journalisten, Regisseur, Moderator und Kabarettisten, der am 15. März nach Landsberg kommt: Lars Reichow singt über reiche Rentner und lethargische Teenies und macht aus der Finanzkrise kurzerhand eine Mini-Oper. Wer mehr Harmonie sucht, ist am 5. April bei der „Bergsagennacht“ der „Nagl Musi“ bestens aufgehoben. Volksmusik im besten Sinne, angereichert mit schaurig-schön-komischen Geschichten, die Karl-Heinz Hummel und Evelyn Plank erzählen. Ihr „AfD – d-Moll absteigend“ kennen sicher viele: Sarah Hakenberg bringt mit „Heimat“ Musikkabarett, das „den Begriff Heimat und dessen Verklärung in Zeiten zunehmender nationaler Strömungen“ bitter-süß auseinandernimmt. Den glorreichen Schluss am 24. Mai – rechtzeitig vor Start der Fußball-EM – macht Ardhi Engl, Multiinstrumentalist mit Weltmusik, auch an Zeltstangenbass, Skistocktrompete oder Nasenflöte.

Das Programm steht ab Juli online. Und der Vorverkauf startet am 4. Juli. Natürlich wie immer auch beim KREISBOTEN.

Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Vorsicht, neue Betrugsmasche: Mitarbeiter des Amtsgerichts
Vorsicht, neue Betrugsmasche: Mitarbeiter des Amtsgerichts
Rabiate Oma am Steuer: "Ich lass‘ Dich nicht vorbei!"
Rabiate Oma am Steuer: "Ich lass‘ Dich nicht vorbei!"
Für den guten Ton im Lechrain
Für den guten Ton im Lechrain
Landsberg dreht am europäischen Rad
Landsberg dreht am europäischen Rad

Kommentare