Klimaschutzkonzept

"Ein mächtiges Papier"

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Mit der energetischen Sanierung des Schulzentrums Landsberg haben Landrat Walter Eichner (links) und Projektleiter Robert Helmberger vom Hochbauamt schon vergangenes Jahr erste Zeichen für ein gutes Klima im Landkreis gesetzt.

Landkreis – Gemeinsam für ein gutes Klima sorgen – das forderte Kreisrat Robert Sedl-mayr (ÖDP) vor gut einem Jahr vom Landkreis Landsberg. Seitdem hat sich schon viel getan: man hat ein umfangreiches Klimaschutzkonzept erarbeitet – in der vergangenen Woche fand es einhellige Zustimmung im Kreistag.

Laut den Experten Doris Möller und Matthias Heinz, die das Konzept miterarbeitet haben, stehe der Landkreis gut da, es gebe aber noch enormes Potential. Und so ist es jetzt das Ziel, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 mit ganz unterschiedlichen Maßnahmen um 50 Prozent zu reduzieren. 

Die Erstellung des sogenannten integrierten Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis Landsberg hat der Kreistag im September 2012 beschlossen. Die beiden Fachbüros KlimaKom und Green City Energy wurden damit beauftragt, eine Steuerungsgruppe aus Vertretern der Fraktionen, den Bürgermeistern und Fachleuten aus dem Landratsamt hat den Prozess begleitet. Zudem engagierten sich rund 60 ehrenamtliche Experten aus verschie­- denen Bereichen in zwei Klimaschutzkonferenzen – so entstand letztlich ein Konzept mit konkreten Zielen und auch Maßnahmen.

„Ein solches Konzept braucht natürlich eine Grundlage“, erklärt Matthias Heinz (Green City Energy). Man habe umfangreiche Daten und Zahlen von verschiedenen Stellen gesammelt, um zu sehen wo der Landkreis stehe und was noch zu tun sei. „Fast die Hälfte der verbrauchten Energie im Landkreis fällt auf die Wärme“, so Heinz – und das sei viel. Der gesamte Wärmeverbrauch sei umgerechnet so viel wie 12000 Tanklastwagen mit Heizöl. Und genau das Heizöl sei im Landkreis das Problem: in der Region werde überdurchschnitt­lich viel davon verbraucht.

Ungenutzte Potenziale

In Sachen erneuerbare Energie allerdings habe der Landkreis bereits eine Vorbildrolle: rechnerisch gesehen decken die erneuerbaren Energien – insbesondere Fotovoltaik und Bioenergie – rund 33 Prozent des Strombedarfs. Dabei sei sogar die viele Energie, die mithilfe von Wasserkraft erzeugt wird, ausgeklammert, da das vergleichsweise eher ungewöhnlich sei. „Im Strombereich gibt es mit erneuerbaren Energien sagenhafte Potenziale“, meint Heinz. „Im Bereich Wärme sieht es nicht ganz so rosig aus.“ Mehr Wärme könnte man im Landkreis dennoch auch durch Holz oder Sonnenenergie gewinnen. Gerade letztere könnte sogar fast den gesamten Strombedarf decken, auch in der Windenergie schlummern in der Region noch Potenziale.

Das Fazit von Heinz: Besonders auch mit der Einsparung von Energie könne viel bewirkt werden. „Das ist auch leicht zu realisieren.“ Bis 2030, so sieht es das Klimaschutzkonzept vor, soll die CO2-Emmission um 50 Prozent reduziert werden. „Das sind gewaltige Herausforderungen“, gibt auch Experte Heinz zu. „Aber Sie haben 16 Jahre Zeit und die Offenheit und das Engagement sind da.“

„Wir haben uns gefragt: Wo wollen wir hin? Und: Wie kommen wir da hin?“, erklärt Doris Möller von KlimaKom. Das Konzept enthält daher auch Anleitungen zur Umsetzung, aufgeteilt in acht unterschiedliche Handlungsfelder, wie etwa „Verkehr“, „Sanieren“ oder „erneuerbare Energien“. Auch auf das Verbraucherverhalten soll künftig verstärkt eingegangen werden. Ein weiteres wichtiges Feld sei es, einen Klimaschutzmanager zu beauftragen. Jede Gemeinde könne jemanden dazu berufen, zudem möchte man im Landratsamt eine feste Stelle ausschreiben.

In einem Aktions­plan, der im kommenden Jahr beginnt und die kurzfristigen Maßnahmen beinhaltet, sind bereits fast 160 konkrete Vorschläge für die Umsetzung des Konzepts aufgelistet. Vieles aus dem Maßnahmenkatalog laufe bereits, betont Andreas Graf von der Wirtschaftsförderung in der Landkreisverwaltung. Mehr Augenmerk wolle man in naher Zukunft vor allem auf die Förderung des öffentlichen Nahver-kehrs richten, auch viele energetische Sanierungen der Landkreisgebäude seien bereits ab­geschlossen oder zumindest in Angriff genommen. Bald werde die Stelle des Klimaschutzmanagers ausgeschrieben, und Ende November soll es eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürger geben, die sich möglicherweise gerne in einem Klimaschutzverein engagieren möchten.

Hohe Ziele gesetzt

Mit dem Konzept habe der Landkreis einen guten Weg eingeschlagen, meinte Kreisrätin Viktoria Horber (Freie Wähler) in der jüngsten Sitzung und die Fraktionen schlossen sich einstimmig dieser Meinung an. „Das ist ein mächtiges Papier, in dem hohe Ziele stecken“, formulierte es Thomas Kanzler (GAL). „Daher sollten wir uns nicht an den Kosten aufhängen.“ Bereits im Haushaltsplan für das kommende Jahr sollen einige Maßnahmen aufgenommen werden, zudem stehen dem Landkreis in einigen Beriechen auch staatliche Förderungen zu.

Besonderer Dank gelte auch den etwa 60 Ehrenamtlichen, die ihr Wissen und ihre Ideen bei den Klimaschutzkonferenzen eingebracht hatten, betonte Landrat Walter Eichner. Mit diesem „großen Vorhaben“, so Eichner, wolle man nun „Verantwortung für nachfolgende Generationen übernehmen und die Energiekosten dämpfen“.

Janina Bauch

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