Visionen muss man haben

Neue Klimaschutzmanagerin soll helfen, die Ziele des Landkreises zu erreichen

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Klimaschutzmanagerin Andrea Ruprecht und Landrat Thomas Eichinger haben ambitionierte Ziele: Bis 2035 soll sich einiges in Sachen Klimaschutz im Landkreis tun.

Landkreis – Als „das Gesicht des Klimaschutzes im Landkreis“ bezeichnete Landrat Thomas Eichinger die neue Klimaschutzmanagerin Andrea Ruprecht. Seit dem 1. Juli hat sie das Amt nun inne. Angesichts des weltweit spürbaren Klimawandels ist das sicherlich eine wichtige, aber auch nicht ganz einfache Aufgabe.

Die Ziele, die sich der Landkreis in der Strategie 2035 gesetzt hat sind durchaus ambitioniert. Im Kreisausschuss wurde bereits 2006 beschlossen, den Landkreis bis 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Ein weiteres Ziel ist es, den CO2-Ausstoß massiv zu senken. Da liegt wohl eine ganze Menge Arbeit vor der neuen Klimaschutzmanagerin. „Es ist aber schon einiges passiert. Ich nehme nur den Faden auf“, erklärt Ruprecht.

Tatsächlich gibt es im Landkreis schon mehrere Projekte, die sich dem Klimaschutz verschrieben haben. So werden jährlich Schulklassen ausgezeichnet, die sich Klimaschutzprojekte ausdenken (siehe Bericht unten), das Stadtradeln sorgt für eine große Ersparnis an CO2 und mit dem Projekt „Klimabonus“ können Bürger ihre alten Elektrogeräte mit Unterstützung des Landkreises durch neue Geräte ersetzten.

Welche Pläne und Projekte schweben der neuen Klimaschutzmanagerin vor? Ein ihr sehr wichtiger Punkt ist die Bildung. Ruprecht möchte „die Bürger mitnehmen“. Sie ist überzeugt davon, dass die künftigen Generationen das Problem in den Griff bekommen werden. „Das Know-How ist da und auch die Kreativität.“ Deshalb sollen schon die Kleinsten an das Thema herangeführt werden. Vom Kindergarten, über Grund- und weiterführende Schulen bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit für Erwachsene – jeder soll miteinbezogen werden.

Die ein oder andere Idee hat Ruprecht auch schon im Hinterkopf. Sozusagen als Gepäck von Mindelheim mitgebracht. Dort war sie ebenfalls beim Landkreis mit den Aufgaben des Klimaschutzes betraut. Sie hat also durchaus schon so einiges an Erfahrung. Allerdings muss sie zugeben, dass etwaige Pläne noch nicht spruchreif sind. „Ich brauche noch ein bisschen, bis ich mich mit den bereits laufenden Projekten vertraut gemacht habe.“

Grundsätzlich weichen ihre Ziele aber nicht von denen ihrer Vorgängerin ab. Die größten Belastungen gehen laut Eichinger von Industrie, Verkehr und Wohnen aus. Abhilfe sollen zum Beispiel der Ausbau von Elektromobilität und eine höhere Sanierungsquote schaffen. Viele Wohnungen im Landkreis würden tatsächlich noch mit Ölöfen heizen. Erneuerungen könnten die Energiebilanz verbessern.

Was aber ihre Grundlage für die zukünftige Arbeit sein soll, dass weiß die neue Klimaschutzmanagerin schon. Momentan laufe eine Studie an der Uni in Augsburg. Die Landkreise Landsberg und Unterallgäu haben damit sogar ein Novum geschaffen. Zusammen lassen sie erforschen, welche Regionen vom Klimawandel betroffen sind und wie stark. So erfährt man zum Beispiel, dass rund um die Ammersee-Region die Auswirkungen weniger drastisch sind. Das hat etwas mit der kühlenden Wirkung des Gewässers zu tun. Es gibt auch Unterschiede zwischen Süd und Nord in den Landkreisen. Für Ruprecht ist diese Studie deshalb besonders wichtig. Sobald sie abgeschlossen ist, kann man das daraus gewonnene Wissen unter anderem für die Land- und Forstwirtschaft verwenden.

Die Klimaschutzmanagerin erklärte auch, dass die Studie dabei helfe die eigenen Ziele zu überprüfen. Notfalls müsse man eben Kleinigkeiten verändern und anpassen. „Visionen muss man aber haben.“ Ansonsten laufe man Gefahr, den Anschluss zu verlieren. „Wenn wir jetzt nicht investieren, müssen wir später nachzahlen.“ Kritische Stimmen, die sagen, dass Klimaschutz auf so kleiner Ebene nichts bringe und alles doch eher Sache der großen Politik wäre, höre man immer wieder. Aber Ruprecht hat jetzt die Möglichkeit im Landkreis das Gegenteil zu beweisen. 

Stephanie Novy

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