Klinikum Landsberg vor Millionen-Defizit

Defizit nur temporär?

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Vieles ist hausgemacht, aber nicht alles: Das Klinikum Landsberg wird in diesem Jahr ebenso wie 2010 und 2011 ein Defizit schreiben.

Landsberg – Für Veränderungen ist es im Moment zu früh, gerade mal sieben Wochen ist Peter Rahn (48) neuer Vorstand des Klinikums, und da gilt es sich zunächst ein umfassendes Bild des Hauses zu machen. Das hat er mittlerweile getan, spricht von einer „guten Basis“, mit der sich arbeiten lasse.

Rahn ist zuversichtlich, die vorrangige Auf­- gabe Defizitabbau ansprechend lösen zu können. Er wünsche sich, dass unter der neuen Leitung „demnächst eine anthrazitfarbene Null“ geschrieben werden könne, sagte Landrat Walter Eichner (CSU), als er Ende September den Vorstand des Klinikums öffentlich vorstellte.

Klinikum-Vorstand Peter Rahn

 Peter Rahn möge das Selbständige Kommunalunternehmen „wie ein ordentlicher Kaufmann“ führen. Ins Gebetbuch lässt sich so etwas leicht schreiben, es denn auch umsetzen zu können ist eine andere Sache. Allemal wenn das Defizit im siebenstelligen Bereich liegt. Ein Minus von etwas mehr als eine Million Euro weist der Wirtschaftsplan 2013 aus. Ende Januar hat ihn der Verwaltungsrat unter dem Vorsitz von Landrat Eichner in nichtöffentlicher Sitzung verabschiedet – allerdings erst in zweiter Runde. Im Dezember, als das Klinikum nach dem 3-Monate-Intermezzo von Georg Detter von Stellvertreterin Monika Neugebauer geführt wurde, stand unter dem Strich noch tiefrot 1,4 Millionen Euro. Der Verwaltungsrat lehnte ab. In den beiden Vorjahren schrieb das Klinikum ebenfalls ein Minus: jeweils rund 400000 Euro. Diese Summen könne das Klinikum noch selbst schultern, so Rahn, und müsse nicht, wie die Stadtwerke Landsberg, auf einen Defizitausgleich durch die Kommune setzten. Landrat Eichner und mit ihm auch Peter Rahn sehen das Defizit als „temporäre Sache“. Das Klinikum habe weder ein Patienten- noch ein Niedergelassenenproblem, sondern ein hausgemachtes – die Strukturen und Prozesse gelte es genau zu betrachten und bei Be- darf einzugreifen. Das erste von mehreren Projekten in diese Richtung kündigt Rahn für April an. Dabei stünden dann auch Veränderungen im personellen Bereich an. Ausdrücklich weist Rahn darauf hin, dass die wirtschaftlichen Probleme des Klinikums auf die immer weiter aus­- einander klaffende Schere zwischen Erlösen und Kosten zurückzuführen seien.

Toni Schwaiger

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