50-Jähriges in Landsberg

Vom Krankenhaus zum Klinikum

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Morgen, am 17. Oktober, wird das 50-jährige Jubiläum des Klinikums im Landratsamt gefeiert.

Landkreis – Ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit das Klinikum Landsberg, damals noch Krankenhaus, an seinem heutigen Standort im Westen der Stadt eröffnet wurde. Am 17. April 1968 brachten sechs Sankas, ein Bergwachteinsatzwagen und ein Omnibus insgesamt 128 Patienten aus dem beengten Krankenhausaltbau in der Lechstraße in das neue Gebäude, das damals eines der größten Bauwerke der Stadt war – und dennoch schnell zu klein wurde.

Bevor die Entscheidung für den Neubau fiel, war im Stadtrat lange und heftig diskutiert worden. Vor allem der damalige zweite Bürgermeister und Krankenhausreferent Dr. Siegfried Hartmann und SPD-Stadtrat Karl Mohrenweis machten sich für einen Neubau stark. In drei Jahren Bauzeit entstand schließlich für rund 26 Millionen D-Mark ein 315-Betten-Haus mit angegliederter Fachschule für Krankenpflege. Dort wurden im ersten Jahrgang 17 Pflegekräfte ausgebildet, heute sind es 72.

„Das Krankenhaus entwickelte sich so positiv, dass der OP-Bereich schnell zu klein wurde, ebenso die Intensivstation und auch andere Funktionsbereiche“, berichtet Altlandrat Walter Eichner in der Jubiläums-Publikation des Klinikums. Eichner kennt das Haus wie kaum ein anderer. Er war von 1984 bis 1988 Verwaltungsleiter des Städtischen Krankenhauses, von 1994 – als der Landkreis die Trägerschaft übernahm – bis 2002 Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses und von 2002 bis 2014 schließlich Vorsitzender des Verwaltungsrats.

Um den steigenden Anforderungen an Größe und Modernität Rechnung zu tragen, wurde das Haus ab 1990 während des laufenden Betriebs erweitert und saniert – ein Mammutprojekt, das mehr als 20 Jahre in Anspruch nahm und eine „Höchstleistung aller Beteiligten“ (Eichner) darstellte.

Angebaut wurde unter anderem eine zentrale Notaufnahme, die bei der ursprünglichen Konzeption nicht vorgesehen war. Bettlägerige Patienten wurden in den Anfangsjahren über die „Liegendkranken-Einlieferung“ zur stationären Therapie gebracht, kleinere Verletzungen versorgte man in zwei Nothilfezimmern. Vor 50 Jahren stellte sich pro Tag nur eine Handvoll Patienten in der Klinik vor – mittlerweile suchen jährlich über 22.000 Menschen Hilfe in der zentralen Notaufnahme.

Auch aktuell gibt es Umbaupläne. Ende des Jahres beginnt der Ausbau eines Flügels zur Premiumstation, außerdem soll in die Kindermedizin investiert werden, denn die Zahl der Entbindungen in der Geburtshilfe steigt (der KREISBOTE berichtete). Aktuell kommen über 800 Babys pro Jahr im Klinikum zur Welt. Im Eröffnungsjahr 1968 waren es etwa 350, im Spitzenjahr 1997 rund 1.000 – damals waren gerade die Kreißsäle neu gebaut worden.

Verwaltungsratsvorsitzender und Landrat Thomas Eichinger setzt weiterhin auf moderates und nachhaltiges Wachstum. Klinikums-Vorstand Marco Woedl rechnet allein aufgrund des demografischen Wandels damit, dass die Abteilungen deutlich größer werden.

Großes Thema der Zukunft ist die Digitalisierung. Was auf einer Pilotstation bereits praktiziert wird, soll bald im ganzen Haus Standard sein: Die niedergelassenen Ärzte als Einweiser schicken sämtliche Befunde digital ans Klinikum, wo sie direkt in den Datenspeicher einfließen und den behandelnden Ärzten auf Laptops zur Verfügung stehen. „Der Patient ist bereits bekannt, bevor er im Klinikum erscheint“, erklärt Woedl. Die Behandlungsqualität könne dadurch gesteigert werden.

Weitere Zukunftspläne betreffen eine Erweiterung der Intensivstation und die Schaffung von mehr Kurzzeitpflegeplätzen. Längerfristig soll auch die Krankenpflegeschule wachsen. Vorstand Woedl stellt sich eine Kombination aus einem neuen Ausbildungszentrum und attraktiven Wohnmöglichkeiten vor, um in Zeiten des Fachkräftemangels Personal selbst auszubilden und am Klinikum zu halten.

Gefeiert wird das 50-jährige Jubiläum mit geladenen Gästen am Mittwoch, 17. Oktober, im Landratsamt.

Ulrike Osman

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