Nach Dialyse-Verlagerung:

Mehr Raum für Notfälle am Klinikum Landsberg

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Noch kann sich Patient Carl-Peter Weisensee am Klinikum Landsberg der Dialyse unterziehen, doch ab Oktober muss er nach Kaufering oder Schongau wechseln, wenn er weiterhin von Dr. med. Sven Vogel (stehend) ver- und umsorgt sein möchte.

Landsberg – Die Tage der Blutwäsche am Klinikum Landsberg sind gezählt: Ende September wird die Dialyseabteilung geschlossen – aufgrund „struktureller Veränderungen“, heißt es in einer Presse­mittelteilung der Klinikumsleitung. Die frei werdenden Räume sollen danach für die Verbesserung der Notfallversorgung zur Verfügung stehen.

Seit vielen Jahren bietet das Klinikum Landsberg Menschen mit schweren Nierenerkrankungen die Möglichkeit, sich regelmäßig einer Dialyse (künstliche Blutwäsche) zu unterziehen. Doch damit ist Ende September Schluss. „Veränderte politische Rahmenbedingungen und Vorgaben“ hätten die Verantwortlichen des Klinikums mit Vorstand Marco Woedl an der Spitze zu der Entscheidung veranlasst, die bislang teilstationären Dialysen zum 1. Oktober nach Kaufering zu verlagern. Klinikums-Sprecherin Gisela Stadler: „Dort bleibt die kompetente Versorgung der rund 25 Patienten, die derzeit meist drei Mal pro Woche zur Dialyse ins Klinikum kommen, über diesen Zeitpunkt hinaus gesichert.“

Für die Patienten werde sich lediglich die Umgebung der Dialysebehandlung ändern, nicht aber die medizinische und technische Qualität: So können sich die Betroffenen spätestens ab dem 1. Oktober in den Dialysezentren Kaufering und Schongau der Nephrocare Kaufering GmbH behandeln lassen. Die Leitung dieser Zentren wird der jetzige ärztliche Leiter der Dialyseabteilung am Klinikum Landsberg, Dr. med. Sven Vogel, im Oktober übernehmen. Weitere alternative Dialyseeinrichtungen gibt es im Umkreis von 30 Kilometern in Bad Wörishofen, Kaufbeuren, Herrsching, Mindelheim und Weilheim.

Für Notfälle gerüstet

Das Klinikum Landsberg selbst wird aber auch in Zukunft Notfalldialysen anbieten und darüber hinaus eng mit den Dia­lyse­zentren Kaufering und Schongau der Nephrocare Kaufering GmbH kooperieren.

Die frei werdenden Räume möchte man nach dem Umbau ab Jahresende für die verbesserte Notfallversorgung der Menschen vor Ort nutzen. Das sei dringend notwendig, da die jetzigen Kapazitäten der Intensivbetten oft völlig ausgelastet seien, so Stadler. Zudem steige die Zahl der Notfälle in der Zentralen Notaufnahme stetig an.

Geplant sei, die Notfalleinheiten der Intensivstation zu erweitern und eine Aufnahmestation zu gründen. In der Zentralen Notaufnahme will das Klinikum künftig vier Aufnahmebetten betreiben. Das habe den Vorteil, überwachungspflichtige Patienten über Nacht versorgen zu können, ohne sie sofort stationär aufnehmen zu müssen.

Niedrige Infektionsrate

Auch an anderer Stelle vermeldet das Klinikum Erfreuliches – bei der Hygiene. Aktuelle Daten und Analysen über das Auftreten sogenannter Multiresistenter Erreger (MRE) belegten das auch in diesem Jahr wieder mit niedrige Infektionsraten im Vergleich zu anderen Kliniken:

• 48 von 50 Patienten, die sich im Jahr 2016 mit dem Erreger Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) infizierten, hatten diesen bereits in die Klinik mitgebracht. In nur zwei Fällen zogen sich Patienten eine MRSA-Infektion direkt im Klinikum zu.

• Im Vergleich mit 475 Referenzkliniken in Deutschland weist das Klinikum Landsberg seit Jahren eine deutlich niedrigere MRSA-Inzidenzdichte auf (MRSA-Fälle pro 1.000 Patiententage) als die übrigen Kliniken. Beispiel: Im Jahr 2016 betrug dieser Wert im Klinikum Landsberg 0,03, in den Referenzkliniken hingegen 0,08.

• Auch Fälle, in denen andere Multiresistente Erreger eine Infektion verursachten, beispielsweise Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) oder bestimmte Varianten des Darmbakteriums Escherichia coli (ESBL E. coli), traten am Klinikum Landsberg seltener auf als in einer Vergleichsregion und ganz Deutschland.

„Diese erfreulichen Ergebnisse sind vor allem darauf zurückzuführen, dass wir auf die Standardhygiene achten – und diese auch konsequent einhalten“, sagt Dr. med. Johannes Wagner, Hygienebeauftragter Arzt am Klinikum. Dabei gehe es vor allem um die richtige Händedesinfektion aller, die an der Behandlung der Patienten beteiligt sind. Desweiteren hat das Klinikum direkt in der Eingangshalle einen Händedesinfektionsmittelspender installiert, um Patienten, Besuchern, Angehörigen, Beschäftigten und Lieferanten schon beim Betreten, aber auch beim Verlassen des Klinikums die Möglichkeit zu bieten, ihre Hände zu desinfizieren. Und: In allen Stationen und Abteilungen gibt es ausreichend viele Händedesinfektionsmittelspender. Patientenzimmer, in denen aus Gründen der Erkrankung besondere hygienische Maßnahmen zu treffen sind, sind mit Türschildern gekennzeichnet, die darauf hinweisen, wie jeweils vorzugehen ist.

Toni Schwaiger

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