Große Pläne präsentiert

Viel mehr Platz für viel mehr Patienten im Klinikum Landsberg

Klinikum Landsberg - Erweiterungen - B-Plan
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So sehen die Planungen des Landkreises aus. Die Stadtverwaltung erwägt, einen Kreisverkehr hinzufügen, den Bolzplatz zu verlegen und ein zweites Kinderhaus zu bauen.

Landsberg – Das Klinikum muss erweitert werden – eine unumstößliche Tatsache. Jetzt präsentierte Klinikums­vorstand Marco Woedl im Stadtrat konkrete Planungen. Diese habe er mit Landrat Thomas Eichinger auch dem Gesundheitsministerium vorgestellt und von dort die Zusage zur Förderung eines Funktionsneubaus erhalten. In diesem vierstöckigen Gebäude sollen unter anderem die Notaufnahme, neue OP-Säle oder auch die Intensivstation Platz finden. Weitere Neubauten sieht Woedl westlich des Parkplatzes und nördlich von Bolzplatz und Kinderhaus Römerauterrasse. Für dieses Gebiet hat der Stadtrat jetzt einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst.

Das Klinikum Landsberg ist zu klein. Viel zu klein. Woedl stellte in seiner Präsentation den Bedarf für die kommenden 30 Jahre auf. Das einzige, was da ausreiche, seien die vorhandenen 220 Betten. Andere Einheiten müssten erweitert werden, einige Bereiche gelte es neu zu schaffen. So setzt Woedl mit knapp 1.000 Quadratmetern eine neue Geria­trie-Station an. Ebenfalls neu wäre eine neonatologische Intensivstation.

Außerhalb des Klinikums wünscht sich Marco Woedl die Ansiedlung weiterer Arztpraxen wie beispielsweise einer Kinderpraxis oder einer Onkologie – Gebäude, für die er rund 900 Quadratmeter einplant. Ebenso hält er den Bau eines Pflegeheims für sinnvoll. Man habe immer mehr Patienten, die man nicht in externen Pflegeeinrichtungen unterbringen könne.

Parallel gelte es, einige Bereiche neu zu verorten, um bessere Bedingungen zu schaffen. So führe momentan die Zufahrt zur Notaufnahme am offiziellen Eingang vorbei. Verlagere man sie in den Funktionsneubau im bisherigen Patientengarten, könne man mit einer Zufahrt von Süden aus auch dieses Verkehrsproblem lösen. Um die Parkplatzsituation zu verbessern, plane man ein Parkhaus zusätzlich zum bestehenden Parkplatz parallel zur Breslauer Straße. Das Klinikum rechnet mit einer längerfristigen Erhöhung der Mitarbeiter von momentan gut 830 auf 1.000.

Zahlreiche Bereiche sollten erweitert werden. Die Notaufnahme müsse nahezu doppelt so groß werden, das Diagnostikzentrum „ist extrem beengt“, so Woedl. Erweiterungen sind auch für den OP-Trakt, die Sterilgutversorgung, den Aufwachraum und vor allem für den Kreissaal notwendig: Die Geburten im Klinikum seien massiv gestiegen: „Wir werden dieses Jahr über 1.200 Geburten haben.“ Insbesondere die Intensivstation mit ihren rund 400 Quadratmetern müsse laut Bedarfsrechnung auf rund 1.100 Quadratmeter anwachsen. „Allein für den Funktionsbau gehen wir von rund 6.000 Quadratmetern Baufläche aus“, so der Klini­kumschef.

Auch einige Gebäude müssten abgerissen werden, so die baufälligen und asbesthaltigen Pavillons, in denen unter anderem die KVB untergebracht ist, und auch die „Holzbaracke“mit dem Labor. Abgesehen vom Funktions­neubau im Patientengarten seien die geplanten Gebäude – dazu kommt die Pflegeschule sowie 60 Wohnungseinheiten für Pflegepersonal – auf den Flächen westlich des Parkplatzes möglich, so Woedl. Diese seien bereits im Eigentum des Landkreises.

Sportlicher Zeitplan

Den Zeitplan für die Erweiterung des Klinikums bezeichnete Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl als „sportlich“: Bereits 2023 soll der Startschuss für die Neubauten fallen, mit einem Abschluss rechne man 2030. Stadtbaumeisterin Birgit Weber drängte deshalb darauf, dass es mit „dem Bebauungsplan ziemlich schnell gehen müsse“. Zeitgleich müsse auch die Bürgermeister-Dr. Hartmann-Straße aufgerissen werden, „eine Operation am offenen Herzen“, da die Klinikums-Zufahrt ja weiterhin möglich bleiben muss. Hier werde eine Betriebsstraße einge­richtet.

Insgesamt betonte Weber, dass es sich bei der vorgestellten Planung Woedls nur um ein „grobes Konzept“ handle, „planungsrechtlich funktioniert das so nicht“. Den Funktionsbau, der südlich des Klinikums samt Hubschrauberlandeplatz eventuell etwas beengt sein könne, sehe sie „heute zum ersten Mal“. Auch der Bau des Pflegeheims direkt neben dem Bolzplatz sei ungünstig, merkte Stefan Meiser (ÖDP) an.

Widerstände

Die Erweiterung stieß beim Stadtrat grundsätzlich auf Zustimmung. Harry Reitmeir (CSU) betonte, man müsse aber auch die Kosten, die für notwendige Ausgleichsflächen, Beseitigung möglicher Altlasten oder auch für den Bau des Kreisverkehrs auf die Stadt zukämen, im Kopf behalten. Fraktionskollegin Petra Kohler-Ettner wünschte ausreichend Stellplätze im Parkhaus, sodass der momentane ebenerdige Parkplatz nicht mehr benötigt werde. Und Christian Hettmer (ebenfalls CSU) setzte sich nochmals für eine Aufstockung statt einer Erweiterung der im Umriss des zu erstellenden Bebauungsplans lokalisierten Kindertagesstätte Römerauterrasse ein. Der Stadtrat habe eine Aufstockung bereits abgelehnt, antwortete Baumgartl.

Der Beschluss, der neben der Aufstellung des Bebauungsplans für eine grundsätzliche Erweiterung des Klinikums Landsberg auch die „Erweiterung“ des Kinderhauses umfasst, fiel aber einstimmig.
Susanne Greiner

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