Mit Parkscheibe ins Klinikum

Klinikum Landsberg will Parkplatz extern bewirtschaften lassen

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Auf dem Parkplatz des Action-Marktes in der Holzhausener Straße ebenso aktiv wie auf dem des Rewe-Marktes in der Breslauer Straße: die externe Parkplatzüberwachung. Und die soll es bald auch am Klinikum Landsberg geben.

Landsberg – Der Parkplatz am Klinikum Landsberg wird kostenpflichtig – bei einer Parkdauer über drei Stunden. Der Verwaltungsrat des Klinikums plant, den bisherigen Park+Ride-Vertrag mit der Stadt zu kündigen und den Parkplatz nach dem ‚Supermakt-Modell‘ zukünftig ohne finanziellen Eigenaufwand von einer externen Firma kontrollieren zu lassen. Zeigt also die bei der Einfahrt eingestellte Parkscheibe eine Parkdauer über drei Stunden an, gibt‘s ein saftiges Knöllchen.

Informiert hatte Landrat Thomas Eichinger (CSU) darüber im Kreisausschuss vergangene Woche, in dem er mit Blick auf den Parkplatz von „nicht investiven Maßnahmen“ sprach. Indem man die Kontrolle des Parkplatzes sozusagen „outsource“, entfielen jegliche Kosten für den Landkreis. Die Parkzeitkontrolle sowie das Ausstellen der Knöllchen und Eintreiben der Geldbußen übernehme dabei alles die extern beauftragte Firma. Diese Lösung hatten in Landsberg schon zwei Supermärkte in der Breslauer und Holzhausener Straße aufgegriffen, um Langzeitparker von ihren Parkplätzen zu verscheuchen. Beide nicht weit entfernt vom Klinikum.

Allerdings hatte es wegen dieser Maßnahmen in der Bevölkerung bereits heftigen Ärger gegeben. Vor allem die Bußgelder – bei längerem Parken beispielsweise rund 25 Euro – seien um einiges höher als bei ‚normalen‘ Parkverstößen (der KREISBOTE berichtete). Es handelt sich dabei allerdings auch nicht um ein tatsächliches Bußgeld, sondern um eine Vertragsstrafe. Denn mit Nutzung des Parkplatzes geht der Kunde einen Vertrag mit der Kontrollfirma ein.

Am Eingang des Parkplatzes soll ein Schild auf die begrenzte Parkdauer und die zwingende Verwendung der Parkscheibe hinweisen. „Dass drei Stunden frei sind, ist uns sehr wichtig“, betont Eichinger auf Nachfrage des KREISBOTEN. So könne man Klinikbesuchern weiterhin kostenfreies Parken ermöglichen, werde aber die dort oft tagelang abgestellten Fahrzeuge los. So hätten etwa die Kunden von längeren Busreisen dort ihre Autos abgestellt.

Für Klinikumsmitarbeiter werde es einen Ausweis geben, mit dem man dort zeitlich unbegrenzt parken könne. Der Verwaltungsrat habe sich bewusst gegen eine Schrankenlösung entschieden. Man wolle Parkern gegenüber nicht „unfreundlich“ wirken, so Eichinger.

Der Problemparkplatz

Der Parkplatz am Klinikum ist seit langem ein Problem. Personal und Besucher füllen ihn schon aus. Dazu kommen aber noch Park-&-Ride-Nutzer. Und eben auch Busreisende, die ihr Autor dort oft tagelang – eben so lange die Reise dauert – abstellen. Was dazu führt, dass beispielsweise bei Schichtwechsel Klinikums-Angestellte keinen Parkplatz mehr finden und auch Besucher regelmäßig über Mangel an Stellplätzen klagen.

Um dieses Problem zu lösen, plante der Landkreis zu Beginn den Bau eines Parkhauses, parallel zum Bau der ebenfalls noch ausstehenden Mikroapartments. Von diesem Plan kam man jedoch wieder ab. Für die Mikroapartments hat die Stadt bisher noch kein Baurecht erteilt.

Um das für ein Parkhaus nötige Baurecht zu umgehen, hatte Eichinger die Idee, den bestehenden Parkplatz in Richtung Westen auf einem zusätzlich erworbenem Grundstück zu erweitern. Dort sollten ebenerdige Parkplätze entstehen – was ohne Baurecht möglich gewesen wäre. Dieser Plan passte jedoch dem Landsberger Stadtrat nicht: Dadurch werde zu viel Fläche versiegelt.

Ob nach Kündigung des Vertrags mit der Stadt und der angestrebten Zeitkontrolle der bestehenden 460 Parkplätze durch eine Privatfirma ausreichend ‚Park-Platz ‚vorhanden sein wird, bleibt fraglich. Bedarfszahlen gibt es bisher nicht. Und das Klinikum wird sicher nicht kleiner.
Susanne Greiner

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