Ein Haus für erwachsene Heimkinder

Kloster St. Alban plant  Ersatzbau für Kinderheim St. Maurus

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Das imposante Gebäude „St. Maurus“ in der Lachener Birkenallee soll abgerissen und durch eine optisch ähnlichen Bau mit Appartements und Wohnungen ersetzt werden.

Dießen – Seit 1923 betreiben die Benediktinerinnen vom Kloster St. Alban unter dem Trägerverein „Schutzengelschwestern“ ein Kinderheim in unmittelbarer Nachbarschaft zum Strandbad. Die stationäre Jugendhilfeeinrichtung kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Defiziten in ihrem Sozialisationsfeld oder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung vorübergehend oder dauerhaft einer Heimerziehung bedürfen. Derzeit verfügt die Einrichtung über 63 Heimplätze.

Wenn die Jugendlichen erwachsen sind, sollten sie in der Regel das Heim verlassen. Es gibt hier zwar fünf Plätze für „innenbetreutes Wohnen als Übergangsform in ein eigenständiges Leben“, die aber bei Weitem nicht ausreichen. Eine Lösung für das Problem wurde bei der letzten Sitzung des Dießener Bau- und Umweltausschusses diskutiert.

Wenige hundert Meter vom Kinderheim entfernt, in der Birkenallee 1 bei der Abzweigung von der Lachener- beziehungsweise Dießener Straße, besitzen die Schutzengelschwestern mit dem Haus St. Maurus ein imposantes Gebäude. 1950 wurde es vom benachbarten Landwirt erworben und bis 1972 als Kinderheim genutzt. Später diente es als Erholungsheim für Kinder und als private Kindertagesbetreuung. Seit 2011 steht der auffällige Bau mit den roten Fensterläden leer.

Die Schwestern ließen durch den Weilheimer Architekten Florian Lechner prüfen, ob man das Haus St. Maurus sanieren und als Wohngebäude umnutzen könnte. Das Ergebnis der Bestandsaufnahme fiel allerdings ernüchternd aus: Ungünstige Schnitte, feuchtes Mauerwerk sowie fehlender Brand-, Statik- und Schallschutz würden wohl „zu einer Kostenexplosion durch unkalkulierbare Zusatzkosten während der Umbauphase führen.“

Architekt Florian Lechners Neubauvision: Die roten Fensterläden und das Türmchen als Wahrzeichen bleiben.

Architekt Lechner empfahl deshalb den Abriss und Neubau und stellte einen entsprechenden Antrag auf Vorbescheid an das Gremium. Die zukünftige Nutzung des Neubaus sieht Einzelappartements für junge Volljährige aus dem Kinderheim St. Alban vor sowie fünf bis sechs frei vermietbare günstige Wohnungen für Menschen mit mittlerem Einkommen.

Architekt Florian Lechner ist überzeugt: „Wenn die St. Alban-Kinder flügge werden und eine Lehre antreten, ist es für sie fast unmöglich, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Die Appartements im neuen St. Maurus-Mehrfamilienhaus wären da eine optimale Lösung.“

Das sah auch der Bau- und Umweltausschuss der Marktgemeinde Dießen so und gab der Bauvoranfrage seine Zustimmung. Zumal sich der Ersatzbau auf den ersten Blick nicht vom alten Gebäude unterscheiden wird. Größe und Höhe entsprechen dem Altbestand, allerdings soll das Gebäude etwas nach Südwesten näher zur Straße situiert werden. Sogar das Türmchen als Wahrzeichen wird wieder aufgesetzt. Jetzt liegt es an den Schutzengelschwestern, möglichst schnell in die konkrete Planung und Umsetzung zu gehen.

Dieter Roettig

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