Es könnte wieder passieren – Exhibitionismus an der Waitzinger Wiese – Keine Bewährung mehr für 36-Jährigen

Wegen Exhibitionismus ist ein 36-Jähriger aus Kaufering am Landsberger Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Der Mann hatte im Juli vorigen Jahres an der Waitzinger Wiese sein erigiertes Geschlechtsteil vor einer 68-Jährigen gezeigt. Von diesem Erlebnis hat sich die Frau, die bisher oft mit ihrem Hund spazieren ging, bis heute nicht erholt: „Das hat mich regelrecht traumatisiert!“

Der Angeklagte wiederum wollte sich selbst nicht zur Tat äußern, sondern ließ seine Anwältin Dr. Franziska Kienzl sprechen. Sie brachte seine Entschuldigung vor und erklärte für ihren Mandanten, dass er nur uriniert und vor der Frau nicht onaniert hätte, wie es in der Anklageschrift von Staatsanwältin Alexandra Körner geheißen hatte. Körner wertete das als Schutzbehauptung. „Auch ich bin überzeugt, dass die Handlung sexuell motiviert war.“, pflichtete ihr Richterin Grub beim Urteilsspruch bei. Die Entscheidung für eine Freiheitsstrafe und nicht für eine Geldstrafe, wie es die Verteidigerin gefordert hatte, begründete sie mit den „absolut glaubhaften“ Angaben der Geschädigten. Diese hatte eindrücklich geschildert, wie der 36-Jährige ihr plötzlich im Weg gestanden hatte, und sich an seinem Glied zu schaffen machte. Dabei habe er sie mit seinem Blick fixiert. Noch heute frage sie sich, warum ihr das passieren musste. Mit einem ärztlichen Attest hatte die Frau erwirkt, dass der Kauferinger den Gerichtssaal während ihrer Anwesenheit verlassen musste. Schwer wog für die Richterin die Vorstrafe des Angeklagten wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern – 1992 war er verurteilt worden und sei so nicht mehr wie ein Ersttäter zu behandeln. Zu Rate gezogen wurde auch ein Gutachten, das Dr. Wolf Langensteiner, Facharzt für Psychatrie und Psychologie aus Augsburg erstellt hatte. Es bescheinigte dem Angeklagten eine verminderte Intelligenz. Durch eine Therapie sei hier kein Erfolg zu erzielen, so Langensteiner. Dass sich solche Vorfälle wiederholen, nahm er als wahrscheinlich an. Grub stellte dem 36-Jährigen aufgrunddessen keine günstige Sozialprognose. Sie entschied gegen Bewährung und verhängte die Haftstrafe.

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