Im Regionalzug Richtung München:

Kauferinger (21) attackiert Schaffnerin und Fahrgäste

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Einsatzkräfte der Landespolizei brachten den 21-jährigen Kauferinger vom Bahnhof Geltendorf in die Psychiatrie.

Kaufering/Geltendorf – Zivilcourage zur rechten Zeit haben Reisende gestern Abend in einem Regionalzug zwischen Kaufering und Geltendorf bewiesen: Sie rangen bis zum Eintreffen der Polizei einen 21-jährigen Kauferinger nieder, der eine Schaffnerin körperlich attackiert und danach eine 55-jährige Ostallgäuerin ins Gesicht geschlagen hatte. Der junge Mann befindet sich inzwischen in der Psychiatrie am Klinikum Landsberg.

Unmittelbar vor dem Halt am Bahnhof Geltendorf sollte der 21-jährige Deutsche von der Zugbegleiterin aufgrund seines „äußerst aggressiver Verhaltens“ ihr und Mitreisenden gegenüber von der Weiterfahrt ausgeschlossen werden, schildert Wolfgang Hauner von der Bundespolizei in München. Bereits beim Zustieg in Kaufering habe sich der junge Mann gewaltsam, begleitet von obszönen Beleidigungen gegen die Schaffnerin, Zutritt in die Regio­nalbahn verschafft.

Als der Kauferinger die 54-jährige DB-Mitarbeiterin nach der Abfahrt Richtung Geltendorf körperlich bedrängte, rief sie um Hilfe. Drei Mitglieder einer Reisegruppe und einem Ehepaar gelang es gemeinsam den Angreifer von der Zugschaffnerin wegzuziehen. Als der Aggressor einer zu Hilfe gekommenen Ostallgäuerin (55) mit der Faust ins Gesicht schlug, wurde er von den Helfern zu Boden gerungen und dort bis zum Zughalt in Geltendorf und dem Eintreffen alarmierter Beamter der Landespolizei festgehalten.

Die Einsatzkräften fesselten den Kauferinger und beförderten ihn zwangsweise aus dem Zug. Auf dem Weg zum Einsatzfahrzeug habe der 21-Jährige mehrmals versucht, gezielt gegen die Landes- und Bundespolizeibeamte zu treten, fährt Hauner fort; einen Polizisten habe er am Bein getroffen, aber nicht verletzt. Schluss war damit aber immer noch nicht: Im Streifenfahrzeug spuckte der Kaufering dann um sich, sodass den Beamten nichts anderes blieb, als ihm eine Spuckschutzhaube aufzusetzen.

Die attackierte Zugbegleiterin blieb äußerlich unverletzt, so der Polizeisprecher, habe jedoch in Geltendorf ihren Dienst beendet und sei danach von einem DB-Mitarbeiter betreut worden. Die geschlagene Ostallgäuerin verzichtete auf eine sofortige medizinische Behandlung, wollte aber bei Bedarf selbständig zum Arzt gehen.

Erste Ermittlungen ergaben, dass der 21-Jährige seit 2012 bereits mehrmals im Bereich der Drogenkriminalität auffällig geworden war. Hauner: „Er gilt als psychisch auffällig und war in diesem Zusammenhang von seinen Eltern als vermisst gemeldet worden.“ Begleitet von Arzt und Polizei wurde der Kauferinger noch am Tatabend in die Psychiatrie in Landsberg gebracht. Gegen ihn ermittelt die Bundespolizei nun wegen Körperverletzung und Beleidigung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Toni Schwaiger

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