KoKi zum Wohl der Jugend

Gerade im frühen Kindesalter sind Eltern oft auf Hilfe angewiesen. Um darauf besser reagieren zu können, hat der Landkreis Landsberg im Mai die Koordinierungsstelle Frühe Kindheit (KoKi) eingerichtet. Ebenfalls vertieft widmet man sich im Amt für Jugend und Familie seit Januar dem Thema Jugendschutz. Für beide Aufgabenbereiche wurden zwei neue Stellen geschaffen. So kümmert sich die Diplom-Sozialpädagogin Elisabeth Ruge um KoKi, während ihre Berufskollegin Gisela Zimmermann den gesetzlichen und erzieherischen Jugendschutz betreut.

Zimmermanns Aufgaben sind vielfältig: SIe reichen von der Beratung der Veranstalter, über Jugendschutzkontrollen in Nachtlokalen und Diskotheken bis hin zur Ausstellung von Bußgeldbescheiden. Seit Mai ist die Sozialpädagogin nahezu jedes Wochenende spätnachts unterwegs, um die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zu überwachen. Eine durchaus nicht immer einfache Aufgabe für Zimmermann, die bei ihren Einsätzen meist auf stark alkoholisierte Jugendliche trifft. Oft werde man angepöbelt, wenn man versuche, mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten, erzählt sie. Besonders der sogenannte „Mutti-Zettel“, womit Eltern die Aufsichtspflicht ihrer minderjährigen Kinder auf eine beliebige volljährige Begleitperson übertragen können, ist der Sozialpädagogin ein Dorn im Auge. „Oftmals wissen die Aufsichtspersonen gar nicht, was sie damit für Pflichten eingehen.“ Aufklärung und Beratung tut da not – wie auch an anderen Stellen. „Hart am Limit“ Derzeit überprüft Zimmermann die 70 Bauwagen im Landkreis, die als Jugendtreff genutzt werden. Im September soll mit dem Projekt „Hart am Limit“ (HaLT) zudem ein Präventionsangebot starten, dass sich mit dem Thema Jugendalkoholismus beschäftigt. Erste positive Rückmeldungen gebe es bereits von der Polizei, teilt Landrat Walter Eichner mit: „Dort ist man froh, dass man nun einen festen Ansprechpartner hat.“ Derlei Erfahrungswerte fehlen bei der Koordinierungsstelle Frühe Kindheit noch. Doch Ruge ist zuversichtlich, dass sich das Förderprogramm des Bayerischen Sozialministeriums bald etabliert. Ziel des Netzwerkes sei es, den Kinderschutz durch möglichst frühzeitige Hilfen herzustellen – nicht erst, „wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.“ Denn gerade in der frühen Kindheit sei die Gefahr für Vernachlässigung und Kindeswohlgefährdung am größten. Nicht nur schwere Fälle Gleichwohl gehe es bei KoKi nicht nur um die schweren Fälle, erklärt Ruge. Das Angebot richtet sich an alle werdenden Eltern und Eltern mit Kindern bis fünf Jahre, die mit Problemen wie Armut, Überforderung, häuslicher Gewalt oder sozialer Isolation zu kämpfen haben. Um die Zielgruppe auch zu erreichen, setzt Ruge auf verstärkte Informationen über die Hilfsmöglichkeiten und Angebote im Landkreis. So plane man neben einem Fachbranchenbuch auch eine „Baby-Willkommenstasche“, die allen Eltern nach der Geburt ihres Kindes im Landsberger Klinikum überreicht werden solle, um über KoKi zu informieren. Hohe Kosten müssen die Eltern für die Hilfestellung durch das Netzwerk übrigens nicht fürchten: Die Beratung ist kostenlos und freiwillig.

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