Komik nicht nur am Kontrabass

Tobia Klug nach 25 Bühnen-Jahren: „Ich will mich künstlerisch nicht verbiegen!“ Fotos: Privat

Mit einer großen Gala im Stadttheater feiert Tobias Klug am 28. November sein 25-jähriges Bühnenjubiläum. Dabei zeigt der Lechstädter nicht nur einen Querschnitt seiner eigenen künst­- lerischen Arbeit, sondern hat auch Freunde und Weggefährten eingeladen, die ihn während seiner Karriere begleitet haben.

Und diese Karriere verlief in einem ziemlichen Zickzackkurs. Dabei schien der Weg klar vorgezeichnet: geboren in Dresden, spielte Tobias Klug bereits als Sechsjähriger Geige, und zwar so gut, dass er bei Konzerten und im Rundfunk auftreten durfte. Ab der 7. Klasse besuchte er ein Musikgymnasium in Dresden und begann Kontrabass zu lernen. Nach dem Abitur studierte Klug auf der Musikhochschule Dresden klassischen Kontrabass, bis er nach etwa einem Jahr merkte, dass er „keine rechte Freude an der klassischen Musik“ mehr hatte, wie er in einem Gespräch mit dem KREISBOTEN erzählt. Er wollte andere Musik spielen, andere Stil­- richtungen ausprobieren, etwas, das der starre Lehrplan nicht zuließ. Klug verließ die Musikhochschule und begann, geprägt von seinem religiösen Elternhaus, katholische Theologie zu studieren. „Das war eine faszinierende Situation, die katholische Kirche in der DDR war quasi ein Staat im Staat mit eigenen Ausbildungseinrichtungen“, erklärt Klug. Der Nachteil daran war, dass es von dort kaum einen Weg zurück in das staatliche Berufssystem gab. Vor diesem Problem stand Tobias Klug, als er nach zwei Jahren auch der Theologie den Rücken kehrte. Durch Vermittlung seine Mutter konnte er immerhin eine Ausbildung zum Krankenpfleger in einem katholischen Krankenhaus beginnen, nebenbei besuchte er Kurse für Jazz- und Tanzmusik, um doch noch den Berufsausweis zu bekommen, ohne den in der ehemaligen DDR kein Musiker auftreten durfte. Inspiriert vom Schweizer Kabarettisten und Liedermacher Franz Hohler, der sich zu seinen skurrilen Liedern selbst am Cello begleitete, trat Tobias Klug 1985 mit Christian-Morgenstern-Vertonungen, gesungen zum Kontrabass auf – in kleinem Kreis, immer noch ohne amtliche Legitimation. Der Durchbruch kam erst, als er mit seinem Soloprogramm bei den „8. Tagen des Chansons“ in Frankfurt/Oder den 2. Platz erreichte, neben dem begehrten Berufsausweis winkten hier Auf­- tritte bei Konzerten, Rundfunk und Fernsehen. Zwei Jahre lang konnte Klug die neue Popularität genießen, bis sich die Chance bot, mit dem griechischen Schwiegervater zusammen aus der DDR auszureisen. Der Künstler und seine Frau reisten mit zwei kleinen Kindern gleich weiter nach Bayern, wo sie in Landsberg ein neues Zuhause fanden. „Uns gefielen die Stadt, die Berge, insgesamt das Münchener Umland“, präzisiert Klug, obwohl er hier schon wieder ganz von vorne anfangen musste. Zunächst trat er im damaligen Café Enderl auf, wo er mit einigen Mitstreitern eine Kleinkunstbühne etablierte. Mit einem neuen Soloprogramm tourte er durch ganz Deutschland, 1994 entwickelte er das Kindertheater „Die Zauberfiedel“. Da ihm die Arbeit mit Kindern viel Freude bereitete, baute er ein eigenes mobiles Mario­- nettentheater, schuf die Figuren selbst während seine Frau die Kostüme fertigte. So entstanden die Stücke „Frau Holle“ und „Rumpelstilzchen“, mit denen Tobias Klug deutschlandweit auf Tournee ist. Eigenes Stück Vor zehn Jahren schloss sich Tobias Klug dann der Musikkabarettgruppe „Mistcapala“ an, deren Mitglieder er schon seit seiner Anfangszeit in Landsberg kannte und mit der er den Großteil des Jahres auf Tour ist. Daneben spielte Klug in Jazz- und Tangogruppen, und, weil er die Abwechslung liebt, bei der „Lechler Tanzlmusi“, die dieses Jahr auf der Historischen Wies’n aufspielte. „Mich reizt es, verschiedene Sachen zu machen, es ist sehr spannend“, betont der Musiker. Deshalb plant er schon etwas Neues; ein ganz eigenes Stück für sein Marionettentheater. „Das entwickele ich komplett selbst, keine Märchenadaption.“ Doch bei aller Verschiedenheit der Projekte zieht sich doch eines wie ein Roter Faden durch Klugs künstlerische Vita – die Authentizität: „Ich will mich künstlerisch nicht verbiegen!“ Bei der Gala im Stadttheater, die in Zusam­men­arbeit mit der Kleinkunstbühne s’Maximilianeum stattfindet, will der Künstler demnach auch alle Facetten seines Spektrums; das Kindertheater, Musik und Kleinkunst und präsentiert natürlich eine Menge Überraschungsgäste aus 25 Jahren Bühnenleben. Infos dazu gibt es auf www.kleinkunstbuehne-landsberg.de oder www.tobias-klug.de. Und Karten gibt es im Vorverkauf beim KREISBOTEN in Landsberg.

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