Sie kommen gern nach Landsberg

Wirtschaft als zentrales Thema beim Neujahrs­empfang von Stadt und Landkreis Landsberg – für Oberbürgermeister Ingo Lehmann und Landrat Walter Eichner war das eine natürliche Wahl, hat doch kaum ein Thema die Menschen im vergangenen Jahr mehr bewegt, verunsichert und auch geängstigt. „Eine gesunde Wirtschaft ist die Basis für alles gesellschaftliche Leben, für Bildung, für Kultur“, so das Stadtoberhaupt. Gleichzeitig unterstrich Lehmann, wie wichtig gerade jetzt die Zuversicht ist und die Fähigkeit, die Krise als Herausforderung zu begreifen, die Chancen bietet.

Ohnehin habe es Landsberg nicht allzu schwer getroffen, unterstrich der OB vor den zahlreich erschienenen Vertretern des öffentlichen Lebens im Festsaal des historischen Rathauses. „Haushaltsdisziplin in guten wie in schlechten Zeiten“ habe die städtische Pro-Kopf-Verschuldung in den letzten Jahren auf 750 Euro gedrückt. Nach wie vor sei die Lechstadt ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort. „Menschen und Firmen kommen gern nach Landsberg. Wie sich die Stadt entwickelt hat, kann jeder sehen“, sagte Lehmann. Unübersichtliches Jahr Um Positives aus berufenem Munde zu hören, hatten die Veranstalter Professor Michael Grömling als Hauptredner eingeladen. Grömling gehört seit 14 Jahren dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln an. Außerdem unterrichtet er Marko- und Mikroökonomik an der der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef und ist Mitautor des im vergangenen Herbst erschienenen Buches „Deutschland nach der Krise: Aufbruch oder Depression?“ Grömling sieht durchaus große Chancen für einen Aufbruch, „auch wenn 2010 ein bis dato sehr unübersichtliches Jahr ist“. Und auch wenn damit zu rechnen ist, dass der wirtschaftliche Einbruch heuer auf den Arbeitsmarkt durchschlägt. Die starke industrielle Basis der deutschen Wirtschaft ist es, die Grömling langfristig zuversichtlich stimmt. Dies vor dem Hintergrund der vier großen globalen Entwicklungstrends: starkes Bevölkerungswachstum in Asien und Afrika, immense Urbanisierung, steigende Rohstoffknappheit und die durch den Klimawandel verursachten Probleme. „Es werden industrielle Problemlösungen in den Bereichen Versorgungs- und Entsorgungstechnik, Umwelt- und Medizintechnik gebraucht werden“, erklärte Grömling. Hier sei die deutsche Industrie bereits gut aufgestellt, und hier lägen die Zukunftschancen. „Das ist kein Zynismus.“ Gut aufgestellt Optimismus für die Region vermittelte auch Landrat Walter Eichner. Der gute Branchenmix im Landkreis, der starke Mittelstand und die solide wirtschaftenden regionalen Banken, die gute Infrastruktur in den Bereichen Bildung, Kinderbetreuung und Verkehr – all das lasse ihn zuversichtlich ins neue Jahr gehen, so der Landkreischef. Für Unterhaltung sorgte Helbert Häberlin mit seiner Darbietung der „Vortragskriminalität“, eines Textes des italienischen Essayisten und Romanciers Claudio Magris, der 2009 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde. Für die musikalische Um­rahmung sorgte ein Trio aus Klarinetten und Fagott von der Städtischen Sing- und Musikschule. Weltmeisterlich Und schließlich gab es auch noch sportliche Erfolge zu feiern: Der zwölfjährige Landsberger Simon Rodler wurde für seine Leistungen bei der Einrad- Weltmeisterschaft in Neuseeland ausgezeichnet, wo er vier Goldmedaillen in seiner Alters­klasse und einen Weltrekord holte (der KREISBOTE berichtete). Dafür gab's von OB Lehmann einen Jahres-Gutschein fürs Inselbad.

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