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Kommt Denklinger Wohnungsbau aufs Abstellgleis?

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Von: Johannes Jais

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Sägewerk Denklingen geplante Wohnbebauung Dreispänner.
Die Reihenhäuser sollen zwischen dem Bahngleis (vorn), dem Wohnhaus beim ehemaligen Sägewerk Huber (links) und der Industriestraße (hinten beim Lkw). © Jais

Denklingen – Im April wurde das Thema mit acht zu sechs Stimmen vertagt. Bei der erneuten Behandlung im September endete das Votum mit acht zu eins – nur Bürgermeister Andreas Braunegger war dafür: Die Denklinger Gemeinderäte sind gegen den Wohnbau am Bahngleis. Investor Stefan Friebe (Kinsau) möchte dort zwei Dreispänner mit Reihenhäusern errichten.

Gleichwohl wird es so sein, dass zu dieser Thematik das Landratsamt Landsberg demnächst die Weichenstellung vornimmt. Denn ein Vertreter der Bauverwaltung hatte in einem Schreiben vom August bereits angekündigt, dass „ein rechtswidrig versagtes Einvernehmen“ durch das Landratsamt ersetzt werden könne. In der Kreisbehörde ist man der Auffassung, dass sich das Bauvorhaben mit den zwei Dreispännern im Bereich Bahnhofstraße/Nördliche Viehgasse in die nähere Umgebung einfügt und deshalb planungsrechtlich zulässig ist. Der Antragsteller habe einen Rechtsanspruch darauf, dass die Baugenehmigung erteilt wird.

Auch der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München, bei dem die Gemeinde eine Stellungnahme eingeholt hat, kann keine städtebaulichen Gründe erkennen, aus denen sich ableiten lässt, das Einvernehmen zu verweigern. „Nach unserer Einschätzung handelt es sich um einen unbeplanten Innenbereich. Somit besteht Baurecht“, heißt es in der Antwort. Der Planungsverband teile die Einschätzung der Gemeindeverwaltung, dass es sich bei dem Areal auf der Westseite des Gleises um ein Mischgebiet handle. Wohnnutzung sei damit zulässig.

Bereits Wohnbebauung

In der ausführlichen Stellungnahme des Planungsverbandes heißt es weiter, der Imissionsschutz könnte eventuell ein Thema sein. Doch sei dies nicht wahrscheinlich, da in der direkten Nachbarschaft Wohngebäude neben gewerblichen Betrieben bereits bestehen oder neu errichtet werden. Damit wird Bezug genommen auf das große Bauvorhaben an der Bahnhofstraße, wo bereits 60 Wohnungen in vier Mehrfamilienhäusern entstanden sind und Investor Friebe zwei weitere Komplexe mit je zwölf Einheiten errichten wird. Die Baugenehmigung dafür hat ihm das Landratsamt heuer erteilt – das klare Votum beim Bürgerentscheid im Mai konnte daran nichts ändern.

Zum nahen Bahngleis erklärt der Planungsverband, dass der Bahnverkehr aufgrund geringer Nutzungsintensität (nur wenige Fahrten mit Güterverkehr) zu vernachlässigen sei. Außerdem stünden am nordöstlichen Ortsrand von Denklingen Wohngebäude genauso dicht am Gleis der Bahnstrecke Landsberg – Schongau.

Die Gemeindeverwaltung hatte eine Zustimmung zu dem Bauvorhaben empfohlen. Beim Votum hob allerdings nur Bürgermeister Andreas Braunegger beim Ja die Hand. Alle Räte waren hingegen dagegen, dass die Gemeinde bei der „zweiten Anhörung“ des Landratsamtes ihr Einvernehmen zu dem Bauvorhaben gibt.

Doppelhäuser seien dort in Ordnung, kommentierte Regina Wölfl von der Freien Wählergemeinschaft Denklingen. Aber zwei Dreispänner mit Reihenhäusern wolle sie da nicht haben. Michaela Killmann (Epfacher Liste) schloss sich dieser Meinung an.

Bei der ersten Behandlung des Bauantrags im April (der KREISBOTE berichtete) wurde das Thema vertagt. Drei Gründe wurden genannt. Es befinde sich dort eine Abladestelle der Firma Hirschvogel, es müssten die Sichtdreiecke der Deutschen Bahn beachtet werden, und das Vorhaben läge im Sanierungsgebiet Ortskern.

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