Flexibles Nahverkehrssystem

Kommt der Kleinbus in Dießen ab 2025 auf Anfrage?

Bus in Dießen
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Die großen Ortsbusse gondeln außerhalb des Schüler- und Berufsverkehrs meist nur spärlich besetzt durch Dießen. Ein ‚On-Demand-Rufbus-System‘ soll den ÖPNV attraktiver machen.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Dießen – Der Individualverkehr in Dießen wird hauptsächlich durch Pkw, aber auch von einer stetig zunehmenden Zahl von E-Bikes und E-Lastenrädern beherrscht. Abgesehen vom Schüler- und Berufsverkehr gondeln dagegen die großen ÖPNV-Omnibusse meist nahezu leer durch die flächenmäßig größte Gemeinde des Landkreises. Ein flexibles digitalbasiertes System mit kleinen Rufbussen ohne Fahrplan könnte da eine interessante Alternative sein.

So ein auf Anforderung basierter ‚On-Demand-Verkehr‘ könnte das vorhandene ÖNPV-Angebot in nachfrageschwachen Zeiten in der Fläche ergänzen und auch die ‚letzte Meile‘ im ländlichen Raum erschließen. Oder aber die großen Omnibusse des ÖPNV werden, abgesehen von der Schülerbeförderung, ganz ersetzt.

Ab 2025 am Start?

Was in Murnau seit einem Jahr erfolgreich praktiziert wird, könnte ab 2025 in Dießen an den Start gehen. Bis spätestens 2024 müssen die Karten neu gemischt sein, denn solange läuft die aktuelle Konzession für den Ortsbus. Seit 1995 gibt es diesen in der Marktgemeinde Dießen, wobei sowohl Routen als auch Fahrzeiten immer wieder angepasst wurden. Der Landkreis übernimmt 50 Prozent vom Defizit der Ortsbusse. Die Gemeinde zahlt derzeit einen Anteil von 77.000 Euro.

Sollte sich Dießen für ein On-Demand-Modell entschließen, gäbe es für vier Jahre einen staatlichen Zuschuss mit einer degressiven Förderung von 65 Prozent im ersten Jahr bis runter zu 40 Prozent im vierten Jahr.

Was das „Staatliche Förderprogramm zur Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum“ konkret ausmacht, erläuterten Christian Winkler und Florian Köhler vom Landratsamt Landsberg vor dem Marktgemeinderat. Für zwei kleinere Busse inklusive der Anbindung nach Herrsching mitsamt der nötigen Software ergäben das bei einer Laufzeit von fünf Jahren pro Jahr 628.500 Euro. Unter Berücksichtigung der nicht förderungsfähigen Software würden für die Marktgemeinde Kosten in Höhe von 320.700 bis 462.800 Euro anfallen. Noch nicht berücksichtigt seien hier laut Christian Winkler aber die Fahrpreis-Einnahmen sowie eine Mitfinanzierung des Landkreises.

Ergänzung wird geprüft

Ein fraktionsübergreifender Arbeitskreis des Gemeinderates hatte sich vor der Sitzung bereits auf das weitere Vorgehen geeinigt. Demnach soll das Grundmodell des Dießener Ortsbusses für die Schülerbeförderung weiterhin bestehen bleiben. Bei der neuen Ausschreibung soll der Linienverkehr modifiziert durch ein On-Demand-Bussystem ergänzt werden. Die Zeit bis zur Ausschreibung werde genutzt, um den Bedarfsumfang hinsichtlich der Strecken und Betriebszeiten eines möglichen Pilotprojektes bereits vor 2024 zu konzipieren.

Trotz Gegenstimmen der Freien Wähler-Fraktion sowie von Roland Kratzer (CSU), Michael Lutzeier (Die PARTEI) und Michael Hofmann (BP) wurde die Verwaltung beauftragt, Preisanfragen mit alternativen Leistungsumfängen von der in Murnau tätigen Firma Omobi und mindestens einem weiteren Anbieter von On-Demand-Verkehren einzuholen.

Dabei sollen ein bis zwei Kleinbusse täglich zwischen sechs und 22 Uhr (eventuell mit Nachtfahrzeiten am Freitag und Samstag) rund 40 Haltepunkte in Dießen und den Ortsteilen anfahren, alternativ dazu noch weitere Stopps in Herrsching. Dazu muss es eine Buchungsmöglichkeit per App und Telefon geben. Außerdem solle die Verwaltung Fördermöglichkeiten auch für einen kürzen Zeitraum zum Testen prüfen.

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