Kommt die Pflichtfeuerwehr?

20 Prozent der 41 aktiven Floriansjünger, die sich derzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr in Schondorf engagieren, werden in den nächsten zehn Jahren ihren ehrenamtlichen Dienst aus Altersgründen quittieren. Trotz der guten und umfangreichen Jugendarbeit sind diese Austritte voraussichtlich nicht zu kompensieren.

Nur sechs Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren lassen sich derzeit zu Feuerwehranwärtern ausbilden, er­- klärte 2. Kommandant Thomas Bienek jüngst im Rahmen der Jahreshauptversammlung. Erfreulich sei allerdings der aktuelle Neuzugang von zwei Feuerwehrleuten der „Generation 30Plus“. Das Spektrum der Einsätze im vergangenen Jahr reichte „vom Wohnhausbrand bis zur Umsiedlung einer giftigen Schlange mit gelben Augen“. So hatte etwa der Mieter einer Ferienwohnung bei einem Brand am Neujahrsmorgen Glück - er kam Dank der Feuerwehr nicht zu schaden. Im Juni retteten die Floriansjünger eine vermeintliche Giftschlange, die sich als harmlose Ringelnatter entpuppte, aus einem Gartenteich vor den verängstigten Hausbewohnern. Im September unterstützte die Wehr ihre Uttinger Kameraden beim Bemühen, einen Suizid durch Selbstverbrennung zu verhindern. Vor größeren Schadensereignissen sei Schondorf in 2009 glücklicherweise ver­schont geblieben, betonte Bienek. Stattdessen werden die Einsatzradien seit der Einrichtung der inte­- grierten Leitstelle in Fürstenfeldbruck größer. Dies mache auch Sinn, da nicht jede Wehr dieselbe Ausrüstung habe und auf diese Art die funktionierende Zusammenarbeit mit benachbarten Wehren gepflegt und ausgebaut werde. Obwohl in Schondorf derzeit 730 männliche Mitbürger zwischen 16 und 50 Jahren gemeldet sind, gehören nur vier Prozent der Feuerwehr an, so ein Rechenexempel Bieneks. Um die oben genannten Aufgaben weiterhin zu gewährleisten, brauche die Wehr auch weiterhin die Unterstützung der Gemeinde. Denkbar sei auch, die Feuerwehr durch die Übertragung von Aufgaben auf kommunale Institutionen zu entlasten. Bleibe eine Trendwende aus, müsse man sich über kurz oder lang auch Gedanken über die Einführung einer Pflichtfeuerwehr machen, so Bienek. In drei Minuten Bürgermeister Peter Wittmaack lobte das Engagement der Aktiven, die vor wenigen Tagen innerhalb von drei Minuten ausgerückt waren, um einen brennenden Lastwagen auf der Autobahn zu löschen. Auch das Thema „neues Feuerwehrhaus“ rücke als Option näher, da die Gemeinde neuen Grund gekauft habe. Strafzettel, die bei der derzeit beengten Parksituation vor dem Feuerwehrhaus an­fallen, müssen von der Wehr selbstverständlich nicht bezahlt werden, betonte der Bürgermeister. Die Wehr in Zahlen Im Jahr 2009 wurde die Schondorfer Feuerwehr zu 31 Einsätzen gerufen. Darunter waren 12 Brandeinsätze und 12 technische Hilfeleistungen. Außerdem wurden gemeinsam mit der Wasserwacht 142 First Responder Einsätze gefahren. Insgesamt wurden 4216 Stunden Feuerwehrdienst geleistet. Unter anderem wurden 916 Stunden für Einsätze und 2154 Stunden für Übungen benötigt.

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