Ein kommunalpolitisches Vorbild

Der Amtsinhaber und seine potenziellen Nachfolger (von links): Stefan Puchmayr (CSU), Gabriele Triebel (Grüne), Bürgermeister Dr. Klaus Bühler, Josef Mayrock (FW), Thomas Salzberger (SPD) und Erich Püttner (UBV). Foto: Kruse

Der Bürgermeister lud ein und viele folgtem dem Ruf: Mit rund 700 Gästen feierte Kauferings scheidendes Gemeindeoberhaupt in der Lechauhalle sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Dr. Klaus Bühler sprach im Rückblick und Schlusswort „ein dickes Rundum-Dankeschön“ aus, seine Gastredner wiederum bedankten sich sämtlich bei ihm für die Zusammenarbeit.

Es war nicht die Verabschiedung des Bürgermeisters, darauf hatte der 67-Jährige im Vorfeld großen Wert gelegt – diese wird nach der Wahl die Gemeinde vornehmen. Die Jubiläumsfeier war eine Veranstaltung, die Bühler selbst organi­sierte und bei der er entsprechend von der Gäste- bis zur Rednerliste freie Hand hatte. Die Männer, die ans Pult traten und ihre Laudatio auf Bühler hielten, kamen dann auch aus den Bereichen, die für den Bürgermeister in seinen 25 Jahren am Wichtigsten waren: Kirche (Augsburgs Domkapitular Dr. Bertram Meier), Regierung (Ministerialdirektor Josef Poxleitner), Wirtschaft (Hilti-Ge­- schäftsführer Dr. Thomas Berden), Landkreis (Landrat Walter Eichner), Vereine (Helmut Kraus) und natürlich die Gemeinde, für die der 2. Bürgermeister Norbert Sepp sprach. Mit allen verbindet Dr. Bühler viel, mit dem Landrat sogar „mehr, als die Öffentlichkeit weiß“. Eichner revanchierte sich prompt für das Kompliment: Bühler sei für ihn „kommunalpolitisches Vorbild und kommunalpolitischer Freund“. Wie auch die anderen Redner würdigte er die „Dynamik“ und den „Elan“ Bühlers, nicht ohne mit einem Augenzwinkern darauf zu verweisen, dass das durchaus in „Ungeduld“ umschlagen konnte – eine Erfahrung, die wohl alle gemacht haben, die mit dem Bürgermeister zusammengearbeitet haben: sein Tempo konnte kaum einer mitgehen, das hat auch Eichner von seinen Mitarbeitern auf Nachfrage gehört. Bühler habe dem Begriff „Geschwindigkeit“ eine völlig neue Dimension verliehen. Bei Fristen ging es ihm nicht um Wochen oder Tage, sondern schon mal um Stunden oder gar Minuten. Nicht nur dadurch habe Bühler große Leistungen erbracht und „viel für sein geliebtes Kaufering erreicht.“ Lösungen gefunden Viel Lob gab es auch von Josef Poxleitner, einem anderen alten Weggefährten. Seit dem Studium kreuzten sich die Wege der beiden immer wieder, Poxleitner ist inzwischen Leiter der Obersten Baubehörde im Bayerischen Innenministerium und erinnerte an die „Herzlichkeit, Kreativität und Kompetenz“, mit der Bühler die Gemeinde geleitet habe. „Du hast viele Lösungen gefunden, die weniger von den Vorschriften als von gesundem Menschenverstand geprägt waren. Auch mit den Fördertöpfen warst du bestens vertraut. Und du hast mich dazu gebracht, einen Baustellenbesuch auf einer Kreisstraße zu machen, das schafft auch nicht jeder.“ Hilti-Geschäftsführer Thomas Berden, der Michael Hilti vertrat, lobte Bühler als zuverlässigen und tatkräftigen Koope­- rationspartner. Diesen Ruf genieße er „nicht nur in der Konzernzentrale in Liechtenstein, sondern auch in unserer Belegschaft. Für die Vereine bedankte sich Helmut Kraus, langjähriger Vorstand des VfL Kaufering, bei Bühler. „Ich habe hautnah erfahren dürfen, wie die Arbeit der Vereine geschätzt und unterstützt wurde. Wir hatten beim Neubau des Vereinsheims viele Kritiker; für Dich war Pessimismus ein Fremdwort.“ Christus in Bronze Einen „Segen“ für Kaufering nannte Norbert Sepp den scheidenden Bürgermeister. In den 9231 Tagen seiner Amtszeit habe sich Bühler „in besonders hohem Maß um Kaufering verdient gemacht. Das kann jeder Bürger ermessen, der mit offenen Augen durch den Ort geht.“ Sepp dankte ausdrücklich auch Bühlers Frau Christl. „Ohne den Rückhalt des Partners ist so etwas nicht möglich.“ Der Gemeinderat hatte sich für das Dienstjubiläum dann auch ein besonderes Geschenk ausgedacht: Derzeit wird für Bühler eine 1,40 Meter hohe Christusstatue aus Bronze angefertigt, die danach in der Himmelfahrts-Kirche aufgestellt werden soll. Bühler selbst nannte in seinem Rückblick vier Bereiche, auf die er stolz ist. Neben dem Straßenbau – „Der hätte vielleicht alleine schon für eine positive Rückschau gereicht.“ – die Nahwärme, die Erinnerungsarbeit an das KZ-Außenlager in Kaufering und der Bau des Seniorenstifts 1993: „Da haben wir um fünf nach zwölf noch 42 Plätze von Vilgertshofen zu uns umgepolt und noch zwei Millionen Darlehen dazu. Jetzt haben wir ein Haus auf Champions-League-Niveau.“ Er übergebe auch in der Verwaltung „Top-Mannschaft, da braucht’s auch keine gedruckte Geschäftsordnung.“ Für seine persönliche Zukunft wünschte sich Dr. Bühler noch einige Lebensjahre. „Wenn der Herrgott da oben ein Einsehen hat, dann werden’s noch 16. Und dann kann noch allen meinen Enkeln den Führerschein finanzieren.“ Beim Jubiläum gesagt & gehört: • Dr. Klaus Bühler zu Landrat Walter Eichner: „Wenn ich Dir genau zuhöre, komme ich zu dem Schluss, ich bin Dein bester CSUler.“ „Wir haben Glück gehabt; wir waren immer Partner und mussten nie gegeneinander antreten. Norbert Sepp hat 2002 zu mir gesagt: Lass’ doch den Eichner Landrat bleiben und bleib’ Du Bürgermeister.“ „Wenn über der tollen Realschule als Namensvorschlag nicht haushoch Viktor Frankl drüberstehen würde, müsste sie eigentlich ,Eichner-Bühler-Realschule’ heißen.“ • Josef Poxleitner zu Bühler: „Als Du vor vielen Jahren den Kreisverkehr an der Bayernstraße gebaut hast, haben einige ernsthaft an deiner Kom­petenz als Straßenbauer gezweifelt. Inzwischen ist er Vorbild für etliche neue Kreisel in ganz Bayern geworden.“ • Bürgermeister Bühler zu Dr. Thomas Berden: „Ohne Hilti hätten wir in Kaufering ganz gewiss alle Löcher in den Schuhsohlen.“ „Hilti und Kaufering, das ist genauso wie eine gute Ehe. Die Zusammenarbeit war für beide Seiten eine große Bereicherung.“ • Bühler zu Helmut Kraus: „Beim Bau der neuen Sporthalle haben wir uns weit in das Grau der Vorschriften hineingewagt. Wenn das die Aufsichtsbehörde früher gespannt hätte… Aber wir haben’s gebaut, die Halle ist schön, sie ist finanziert, das ist das Wichtigste.“ • Bühler zu Norbert Sepp: „Gottseidank hat der Gemeinderat eine Christusfigur als Geschenk ausgesucht. Wenn’s ein Nikolaus geworden wäre, hätte es geheißen, jetzt spinnt er ganz.“

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