Bürgermeisterwahl in Apfeldorf:

Dreimal schwarzer Kandidat

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Die ersten drei Kandidatenfensterl im Apfeldorfer Rathaus sind schon besetzt – von CSU-Mitgliedern: Gerhard Schmid (links) und Robert Frühholz (rechts) fordern Amtsinhaber Georg Epple (oben) bei der Kommunalwahl 2020 heraus.

Apfeldorf – Die Kommunalwahl 2020 in Apfeldorf verspricht richtig spannend zu werden. Bereits jetzt meldeten sich zwei Gegenkandidaten zu Bürgermeister Georg Epple: Robert Frühholz und Gerhard Schmid. Beide bringen jede Menge Erfahrung und Qualifikation für das Amt mit.

Es war eine eher ruhige Gemeinderatssitzung im Apfeldorfer Pfarrhof – ein paar Wiedervorlagen, ein paar Bauanträge – als Robert Frühholz am Ende beim Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ eine kleine Bombe platzen ließ. Er sei, so Frühholz, vor vier Jahren bei der Gemeinderatswahl angetreten, um etwas in der Gemeinde mitzugestalten. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Möglichkeiten so eingeschränkt sind.“ Daher habe er zusammen mit der Familie einen Beschluss gefällt: „Ich werde bei der nächsten Bürgermeisterwahl als Kandidat zur Verfügung stehen.“

Bürgermeister Epple, der bei der Kommunalwahl 2014 noch keinen „Rivalen“ hatte, nahm die Nachricht ruhig und lächelnd entgegen, versuchte sich mit Flapsigkeit („Das erzählt man sich schon im Kindergarten“) – blieb aber ansonsten souverän: keine weiteren Kommentare.

Kurz darauf meldete sich auf Nachfrage ein weiterer Kandidat zu Wort. Und zwar Gerhard Schmid, derzeit Zweiter Bürgermeister der Gemeinde. „Eigentlich halte ich es für zu früh, da die Nominierungsversammlungen erst in etwa einem Jahr stattfinden.“ Doch nachdem Frühholz jetzt seine Kandidatur bekannt gegeben habe, wolle er klar kommunizieren, dass auch er den Hut in den Ring werfen werde.

Eine interessant Konstellation also in der Lechraingemeinde: Beide Kandidaten sind fast gleich alt, kenne sich ewig, sind miteinander befreundet, Ur-Apfeldorfer – und weisen ein ähnliches Berufsfeld auf. Der KREISBOTE hat die Kandidaten besucht.

Es bleibt zu viel liegen

Robert Frühholz, 47, ist gelernter Schreiner und Bankkaufmann. Er ist bei der Sparkasse in Schongau beschäftigt. CSU-Mitglied, verheiratet, vier Kinder. Im Gemeinderat bringt er sich im Bau- und im Finanzausschuss sowie Referent für Kindergarten, Schule und Vereine ein.

Er habe sich, so Frühholz, so frühzeitig gemeldet, damit Bürgermeister Epple Bescheid wisse, dass bei dieser Wahl ein Gegenkandidat zur Verfügung stehe: „Vor allem aus Respekt und Fairness.“ Er habe im Gemeinderat viel Engagement gezeigt, finde es jedoch zermürbend, dass oft nichts passiere. Für Frühholz ist Teil der Motivation zum Antreten die mangelnde Umsetzung und unzureichender Informationsfluss in der derzeitigen Gremiums-Besetzung: „Es bleibt leider sehr viel liegen.“

Als brennende Themen sieht der CSU-Kandidat den Umbau des Kindergartens, das Dorfgemeinschaftshaus („Da wird schon viel zu lange verhandelt“), die Probleme der Wasser­versorgung („Wir haben ein Problem mit dem Brandschutz im Oberdorf“), ein neues Feuer­wehrhaus und die Querung der Hauptstraße zur Schule und Kindergarten („Gott sei Dank ist da noch nichts passiert“). „Mir ist klar, dass da Widerstände auftreten werden. Aber wenn wir das anpacken, kriegen wir das auch hin.“

Für ihn stehe seine Verantwortung für seinen Heimatort im Vordergrund: „Wenn man etwas verändern will, muss man sich dieser stellen – auch wenn es mich viel Mühe und Zeit kostet.“

Seine Qualifizierung für das Amt versteht Frühholz einerseits in seiner Gemeinderatserfahrung sowie in seinem beruflichen Feld als Finanzfachmann. Und: „Ich weiß, wie man mit Leuten umgeht. Ich bin im Ort stark verwurzelt. Ich sage die Dinge gerne persönlich und klar – und das unter vier Augen. Das muss man sicherlich aushalten können“, so Frühholz.

Nicht unendlich bauen

Auch der künftige Konkurrent Vizebürgermeiser Gerhard Schmid ist seit Jahrzehnten in Apfeldorf engagiert. Ebenso CSU-Mitglied, verheiratet, zwei Kinder. Schmid arbeitet als Geschäftsstellenleiter in der Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal: Er ist also Fachmann für Kommunalrecht und Finanzen. Seine Motivation: „Damit wir das weiterbringen, was wir bisher auf den Weg gebracht haben.“

Auch Schmid nennt den Umbau des Kindergartens und das Dorfgemeinschaftshaus als Themen – betont jedoch eine vernünftige Haushaltspolitik. Dabei spiele die Weiterführung des interkommunalen Entwicklungsprogramms ISEC, in dem sich Apfeldorf zusammen mit anderen Gemeinden befindet, eine wichtige Rolle.

Daneben wolle Schmid etwas für die Ortsbelebung tun („Apfeldorf soll keine Schlafstadt wer­den“), dabei Gewerbe und Nachverdichtung fördern („Wir können unser Dorf nicht unendlich zubauen“), nicht zuletzt hat er ebenso das neue Feuerwehrhaus auf dem Zettel.

Neben seiner Finanzkompetenz weist Schmid auf sein Netzwerk bei übergeordneten Behörden hin: „Wenn man den Namen Schmid nennt, legt man nicht einfach auf.“ Er könne und wolle vermitteln: „Man kann nicht mit dem Kopf durch die Wand “, so Schmid. Sein Motto: „Was ich mache, das mache ich mit Herzblut.“

Alles mit Respekt

Beide Kandidaten haben bereits mit Arbeitgeber und Familie die Entscheidung abgesprochen. Beide bekunden – in fast identischen Worten – ihren gegenseitigen Respekt, auch gegenüber dem amtierenden Bürgermeister Epple. Und keiner der beiden möchte einen Wahlkampf führen. Im Klartext: eine Konstellation, die eine spannende, faire und sachorientierte Kommunalwahl 2020 in Apfeldorf verspricht.

Klaus Mergel

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