Mit konkreten Ansätzen

Wie gerade erst bei der Realschule Kaufering geschehen, soll der Landkreis nach Willen der CSU auch die Dächer seiner anderen Gebäude künftig verstärkt für die Nutzung regenerativer Solarenergie zur Verfügung stellen. Foto: Schwaiger

Das bereits Mitte März von ödp-Kreisrat Robert Sedlmayr beantragte Klimaschutzkonzept für den Landkreis Landsberg ist auf einem guten Weg. Folgt der Kreistag am Dienstag den einstimmigen Empfehlungsbeschlüssen von Umwelt- und Kreisausschuss, soll es frühestmöglich entwickelt werden. Es gilt, die aktuelle Situation zu erfassen sowie konkrete Maßnahmen und Vorschläge zu erstellen – mit Hilfe eines von vier professionellen Planungsbüros, die im September ihre Konzepte präsentieren dürfen.

„Da macht es richtig Freude, einen Antrag zu stellen“, frohlockte Robert Sedlmayr bereits vor der Abstimmung. Unter der Projektleitung von Andreas Graf habe die Verwaltung hervorragende Arbeit geleistet. So hervorragend, dass der ödp-Kreisrat seine Forderung nach einer Energieagentur bereitwillig zurückzog. Diese könne ebenso in einem zweiten Schritt installiert werden. Im ersten Schritt möchte der Landkreis in enger Abstimmung mit der Stadt und den Gemeinden mit einem „fachkundigen Dritten“ den Energieverbrauch und die klimaschädlichen Emissionen erfassen. An den Bedürfnissen der auch privaten Anwender orientieren sollen sich in dem Klimaschutzkonzept konkrete Maßnahmen zum Einsparen von Energie und Reduzieren der Emissionen. Darüber hinaus, so die Beschlussempfehlung, soll das Konzept Vorschläge für den Bau dezentraler, mit erneuerbaren Energien betriebener Anlagen beinhalten – und auch für die Nutzung von Abwärme. CSU-Fraktionschef Dr. Manfred Rapp brachte hier gleich mal die Landsberger Eissporthalle als „wunderbares Projekt“ ins Gespräch. Dort verpuffe die Abwärme ungenutzt in die Atmosphäre. Gute Chancen für einen Nahwärmeverbund sieht Rapp im Westen der Lechstadt, Klinikum, Justizvollzugsanstalt, Schulzentrum und Weststadtschule lägen ja nicht weit voneinander entfernt. Präzise Vorschläge zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes werde die CSU demnächst vorlegen, kündigte Rapp an. Bereits im Vorfeld hatten die Christsozialen beantragt, der Landkreis möge seine Grundstücke und Dachflächen für die Erzeugung regenerativer Energien vorrangig für Investoren aus dem Landkreis zur Verfügung stellen. Dass dies bereits gängige Praxis ist, verdeutlichte wenige Tage nach der Sitzung die offizielle Inbetriebnahme der Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Realschule (siehe nebenstehenden Artikel). Ähnlich nutzen will Dr. Rapp auch die ehemaligen Bundeswehrflächen im Landkreis. „Bei bis zu 1200 Sonnenstunden pro Jahr haben wir eine unerschöpfliche Energiequelle vor der Haustür, die wir nur anzapfen müssen.“ Gebäude sanieren Parallel zum Klimaschutzkonzept erstellt der Landkreis laut Beschlussempfehlung ein Programm zur energetischen Sanierung seiner Gebäude. Und zwar jener, die die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (ENEV) 2009 noch nicht erfüllen. Dies hatte für die SPD Dr. Albert Thurner beantragt. Mindestens 250000 Euro sollen dafür pro Haushaltsjahr zur Verfügung stehen. Konzentrationsflächen Auch beim Thema Windenergie gibt es offensichtlich einen breiten Konsens. Auf der jüngsten Bürgermeisterdienstbesprechung habe man sich laut Andreas Graf darauf verständigt, vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München ein Standortgutachten erstellen zu lassen. Dieser könne Grundlage für einen Teilflächennutzungsplan Windenergie für die Ausweisung entsprechender Konzentrationsflächen sein. Ob die Gemeinden danach bei Bedarf die Änderung ihrer Flächennutzungspläne durchhalten, bleibe abzuwarten, so Projektleiter Andreas Graf.

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