Heute Abend im Gemeinderat

Eine zweite Fassung neben dem Denklinger Brunnen?

Sachsenrieder Forst - Holzbrunnen - Wasserversorgung Denklingen
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Ergiebiges Trinkwasser-Reservoir: das Stubental im Sachsenrieder Forst. In der Nähe dieses hölzernen Brunnens möchte die Wasser-GHG nördlich des Denklinger Brunnens eine eigene Fassung errichten.
  • vonJohannes Jais
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Denklingen/Osterzell – Neben dem neuen Denklinger Trinkwasserbrunnen im Sachsenrieder Forst möchte die Gennach-Hühner­bach-Gruppe (GHG) eine Quellfassung errichten. Dieser Zweckverband versorgt zirka 6.000 Abnehmer mit zirka 16.000 Einwohnern in acht Gemeinden im mittleren Ostallgäu. Mit diesem Vorhaben ist am heutigen Mittwoch der Gemeinderat von Denklingen befasst. Es geht darum, der Erlaubnis zur Grundwasserentnahme zuzustimmen. 

Der Brunnen für die neue Wasserversorgung der Lechraingemeinde, die im Herbst 2021 in Betrieb gehen soll, befindet sich im Stubental im Sachsenrieder Forst. Das ist auf halber Strecke zwischen Dienhausen und Oster­zell und einen halben Kilometer südlich der Verbindungsstraße zwischen den beiden Ortschaften. Der Hochbehälter steht in einem großen, neu errichteten Gebäude im Wald etwa einen Kilometer weiter östlich des Brunnens.

Genehmigt wird vom Wasser­wirtschaftsamt Weilheim eine Entnahme von maximal 20 Liter pro Sekunde beziehungsweise 260.000 Kubikmeter im Jahr. Der Verbrauch in der Gemeinde Denklingen liegt bei zirka 300.000 Kubikmeter. Zu berücksichtigen ist dabei, dass mit der Fertigstellung der Wasserversorgung im Herbst dieses Jahres auch vom neuen Brunnen der Stadtwerke Schongau, der sich in der südlichen Denklinger Flur im Staatsforst befindet, Trinkwasser eingespeist wird.

„Wir sind die Nummer zwei hinter Denklingen“ beschreibt Hermann Heiß, Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasser-GHG, die Situation bei der Quellfassung mitten im Waldgebiet. Die GHG beantrage eine maximale Entnahme von 30 Litern pro Sekunde und maximal 500.000 Kubikmeter – also mehr als der Nachbar. Sollte es wider Erwarten doch einmal zu einer massiven Absenkung des Grundwasserspiegels kommen, dann habe der GHG-Zweckverband jedoch hinter der Versorgung für Denklingen zurückzustehen.

Drittes Standbein

Die Wasser-GHG möchte, wie Geschäftsführer Heiß auf Nachfrage des KREISBOTEN erklärte, ein drittes Standbein aufbauen. Denn der Zweckverband steht gegenüber dem Wasserwirtschaftsamt Kempten und dem Landratsamt in Marktoberdorf in der Pflicht, die bisherige Wassergewinnung komplett neu zu bearbeiten und Alternativen zu planen. Bei den bisherigen Wasserfassungen – drei Brunnen in Hochreute (zwischen Stöttwang und Mauerstetten) sowie zwei bei Gerbishofen (Markt Kaltental) – ist man im Landratsamt Ostallgäu mit Widerstand und Klagen gegen eine Erweiterung des Schutzgebietes konfrontiert.

Anders als Denklingen braucht die GHG, wenn ihr die Entnahme im Sachsenrieder Forst genehmigt wird, keinen neuen Hochbehälter bauen. Sie würde vielmehr auf zwei Kilometern Länge eine Leitung zu einem bestehenden Hochbehälter auf 800 Metern Höhe in Mähder verlegen und das Wasser dorthin pumpen. Der Weiler liegt oberhalb von Stocken (Gemeinde Osterzell). Die Brunnenbohrung in 37 Meter Tiefe hat die Wasser-GHG bereits veranlasst. Danach erfolgte ein Langzeitpumpversuch über 150 Stunden wobei die Leistungsfähigkeit der Fassung, aber auch die gemeinsame Leistungsfähigkeit des Brunnens für Denklingen analysiert wurde.

Die Fassung für die Wasser-­GHG befindet sich nur 300 Meter nördlich des Denklinger Brunnens. Beide liegen nah an der Grenze der Landkreise Ostallgäu zu Landsberg bzw. der Bezirke Schwaben und Oberbayern. Der Denklinger Brunnen ist knapp auf Landsberger Seite. Andererseits liegt die Fassung für die Waser-GHG noch auf Ostallgäuer Flur, wo die Gemarkung Frankenhofen eine Ausbuchtung nach Osten macht.

Geologen im Rat

GHG-Geschäftsführer Heiß kündigt an, dass heute Abend zwei Geologen zur Gemeinderatssitzung nach Denklingen kommen, das Vorhaben genau vorstellen und Fragen aus dem Kreis der Gemeinderäte beantworten werden. Es sind dies Dr. Bernhard Huber vom Büro HydroConsult aus Augsburg und Horst Tauchmann vom GeoUmweltTeam in Marktoberdorf. Huber begleitete die Gemeinde Denklingen bei der neuen Wasserfassung im Sachsenrieder Forst. Tauchmann ist seit längerem der fachliche Ansprechpartner für die GHG.

Der Wasserverbrauch des GHG-Zweckverbandes beträgt laut Heiß zirka 1,4 Millionen Kubikmeter im Jahr. Zum Vergleich: Das ist ungefähr die Menge, wie sie auch die Stadt Schongau benötigt. Zur GHG-Gruppe gehören die Mitgliedsgemeinden Stöttwang, Osterzell, Markt Kaltental, Oberostendorf, Westendorf, Mauerstetten, Germaringen und Jengen.

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