Kontinuität zum Wohle der Tiere

Daniela Bach, 2. Vorsitzende des Tierschutzvereins: „Wir brauchen Kontinuität zum Wohle der Tiere.“ Foto: kb

Der Tierschutzverein Landsberg steckt, zumindest die Vereinsführung betreffend, tief in der Krise. Und zwar so tief, dass die jüngste Mitgliederversammlung kurz vor einem drohenden Eklat ergebnislos abgebrochen werden musste. Ein fahler Nachgeschmack bleibt. Was dahinter steckt und wie es jetzt weitergeht, darüber unterhielt sich der KREISBOTE mit Daniela Bach, 2. Vorsitzende des Vereins.

Frau Bach, wie würden Sie die aktuelle Situation im Tierschutzverein Landsberg beschreiben? Bach: „Anstrengend!“ Da fassen Sie sich aber sehr kurz – wie schon auf der jüngsten Mitgliederversammlung. Warum sind Sie nicht näher auf die zahlreichen Vorwürfe, die zum Teil auch Sie betroffen haben, eingegangen? Bach: „Es wäre der Sache auf keinen Fall dienlich gewesen, schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit zu waschen. Diese Vorwürfe waren größtenteils haltlos und betrafen vor allem auch einen Zeitraum, in dem ich nicht die Funktion des alleinigen Vorstandes innehatte. Außerdem konnte man auf der Versammlung den Eindruck gewinnen, dass die Vorwürfe gezielt gesteuert waren. Ferner ist mir daran gelegen, eventuell auch mit Kritikern in der Zukunft zusammenzuarbeiten.“ Warum sind denn die beiden 1. Vorsitzenden, Michaela Zrenner und danach Marietta Warschun, zurückgetreten? Bach: „Soweit mir bekannt wurde, war der offizielle Grund gesundheitliche Probleme. Frau Warschun ist inzwischen ganztags berufstätig ist und kann nicht mehr genügend Zeit für den Tierschutzverein aufbringen.“ Seit wann ist der Tierschutzverein Landsberg ohne 1. Vorsitzende und ohne Schatzmeisterin? Wer ist eigentlich außer Ihnen aktuell noch gewähltes Vorstandsmitglied? Bach: „Seit 14. Mai 2011 ist der Verein ohne 1. Vorsitzende und seit 10. Juni ohne Schatzmeisterin. Neben mir ist noch Petra Gast als Schriftführerin gewähltes Vorstandsmitglied.“ Und wie verhält sich das mit den Beiräten? Einige davon haben ja Betretungsverbot im Tierheim. Bach: „Der Beirat besteht zur Zeit aus zehn Personen; meines Wissens nach hat kein Beiratsmitglied ein Betretungsverbot des Tierheimes.“ Damit wären welche Vorstandsposten im Moment vakant? Bach: „1. Vorsitzender und Schatzmeister.“ Bis 30. September, so der jüngste Mitgliederbeschluss, muss eine erneute Versammlung mit Neuwahlen anberaumt sein. Wollen Sie 1. Vorsitzende werden? Bach: „Ich persönlich habe keine Ambitionen, 1. Vorsitzende zu werden. Ich hoffe, dass sich Mitglieder des Vereins für diesen Posten zur Verfügung stellen werden.“ Gibt es denn schon einen Interessenten? Bach: „Es gibt in der Tat einen potenziellen Kandidaten für das Amt des 1. Vorsitzenden. Er hat sein Interesse bereits bekundet und ist derzeit damit beschäftigt, ein Team zusammenzustellen. Wenn dieses Team steht wird man den Namen bekannt geben können.“ Ist der Verein jetzt überhaupt noch handlungsfähig? Wie schaffen Sie die Führungsarbeit und vor allem: Wer führt im Moment die Kasse? Bach: „Der Verein ist laut Satzung handlungsfähig und wird zur Zeit von der Schriftführerin, einigen Beiräte und mir geführt; die fortlaufenden Ausgaben werden von mir getätigt, wobei der Beirat größere Posten zuvor abgesegnet.“ Die Krise in der Vereinsführung geht sicher nicht spurlos am Tierheim Landsberg vorüber. Wie läuft es denn dort? Ist die Unterbringung von Fundtieren weiterhin gewährleistet? Bach: „Durch die Krise wurde der Teamgeist im Tierheim gefordert, die Mitarbeiter sind noch enger zusammengerückt und leisten hervorragende Arbeit. Die Unterbringung von Fundtieren hat zu keinem Zeitpunkt gelitten.“ Wie viele und welche Personen sind im Tierheim beschäftigt? Bach: „Es arbeiten zur Zeit acht voll- und teilzeitangestellte Personen im Tierheim, die von einer Vielzahl von ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt werden.“ Die Tierheim-Führung soll künftig hauptamtlich werden. Wie begründen Sie diesen Schritt? Bach: „Die Arbeit, damit meine ich unter anderem Personalführung, Büroorganisation, Tiervermittlung, Bautätigkeiten und Mitgliederverwaltung, ist für eine Person, die in der Regel auch noch berufstätig ist, nur schwer zu bewältigen. Wir brauchen eine Tierheimleitung, die unabhängig vom Führungswechsel innerhalb des Vereinsvorstandes die Geschäfte weiterführt und auch dafür verantwortlich ist, um die Kontinuität zum Wohle der Tiere aufrecht zu erhalten.“ Wer leitet eigentlich im Moment das Tierheim? Bach: „Zur Zeit der verbliebene Rest des Vorstandes sowie einige Beiratsmitglieder.“ Haben Sie aufgrund der jüngsten Querelen selbst schon mal an Rücktritt gedacht? Bach: „Selbstverständlich gehen diese Streitereien auch an mir nicht spurlos vorbei, da ich aber von den Mitgliedern des Tierschutzvereines als 2. Vorsitzende gewählt bin, werde ich mein Amt bis zum Ende der Wahlperiode ausüben.“

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