Altlasten, ADAC und Ausblicke

Konversionsausschuss diskutiert über Fliegerhorst bei Penzing: »eher größer denken«

Fliegerhorstgelände in Penzing
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Wird das Fliegerhorstgelände in Penzing einer von mehreren Standorten des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft (DZM)?
  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Penzing – Nach Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat sich jetzt ein weiterer prominenter Gast auf dem Fliegerhorst umgesehen. Wolfgang Herrmann, ehemaliger Präsident der Technischen Universität München (TUM), ließ sich zweieinhalb Stunden lang von Bürgermeister Peter Hammer das Gelände zeigen. Herrmann ist federführend an der Gründung des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft (DZM) beteiligt. Penzings Hoffnung, einer von mehreren Standorten des DZM zu werden, ist seit diesem Besuch noch größer geworden.

Herrmann könne sich vorstellen, dass sich temporäre Zwischennutzungen auf dem Fliegerhorst einmieten, und habe ihn ermutigt „eher größer als kleiner zu denken“, berichtete Hammer in der jüngsten Sitzung des Konversionsausschusses. Das Gremium war in der Aula der Schule zusammengekommen, um sich mit dem aktuellen Sachstand sowie dem kurz- und mittelfristigen Ausblick zur Fliegerhorstkonversion zu befassen.

Auch Scheuers Besuch im März kam zu Sprache. Der Minister sei begeistert von dem Areal und seinen großen Hallen gewesen, in denen sich verschiedene Witterungsbedingungen und Bodenbeschaffenheiten für Mobilitätstests simulieren ließen, berichtete Projektentwickler Martin Birgel vom Büro Dragomir Stadtplanung. Vielversprechend fand Ausschussmitglied Manfred Schmid nicht nur das Interesse des Ministers, sondern vor allem das seiner Ministerialdirigenten – denn diese würden nach der Bundestagswahl im September noch auf ihren Posten sein, Scheuer hingegen nicht unbedingt.

Auch Wolfgang Herrmann (kleines Foto), ehemaliger Präsident der TUM und Mitgründer des DZM, hatte bei seinem Besuch die Gemeinde Penzing ermutigt, in Bezug auf die Nutzung des Geländes „eher größer als kleiner zu denken“.


Altlastenproblem

Er sei bereits nach der Zeitachse gefragt worden, berichtete Hammer. Scheuer habe wissen wollen, wann Penzing sein Angebot konkretisieren könne. Hier nun kommt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA) ins Spiel, der Penzing das Areal abkaufen wird. Um den Preis zu ermitteln, muss der Verkehrswert der Fläche ermittelt werden. Dieser wiederum hängt unter anderem von den Kosten für die Altlastensanierung und den Abbruch eines großen Teils der Gebäude ab – Kosten, die zumindest zu einem Teil der Käufer zu tragen haben wird und die demzufolge vom Kaufpreis abgezogen werden.

Über das komplexe Thema Altlasten wird derzeit ein Gutachten erarbeitet, dessen Fertigstellung sich nach Birgels Worten immer wieder verzögert. Neben der BimA sind das Staatliche Bauamt Weilheim, das Wasserwirtschaftsamt und das Landratsamt daran beteiligt. „Die Gemeinde übt hohen Druck aus, aber die Behörden lassen sich nicht hetzen. Dazu ist die Anspannung beim Thema Altlasten zu groß.“

Darf der ADAC?

Ob einer der künftigen Nutzer des Konversionsgeländes der ADAC sein wird – diese Frage sprach Dieter Förg an. Im Ort seien „viele Leute“ dagegen. Das liege daran, dass die Annahme vorherrsche, der ADAC brauche viel Fläche und bringe nur wenige Arbeitsplätze, konterte Hammer. „Ich glaube, diese Annahme ist falsch.“ Vielmehr werde der ADAC „im Schlepptau“ diverse interessante Firmen mitbringen. „Das muss er aber verbindlich unter Beweis stellen, sonst bekommt er meine Stimme auch nicht“, stellte Hammer klar. Im Penzinger Gemeinderat wurde zu dem Thema bisher auch noch kein Beschluss gefasst.

Das Konversionsmanagement möchte die Gemeinde in professionelle Hände geben und hat bereits zwei geeignete Büros im Auge. Parallel entsteht derzeit eine Webseite zum Konversionsprozess, um die Bürger stärker mitzunehmen. Ob die Seite eher informativen Charakter haben oder eine Diskussionsplattform sein soll, wurde kontrovers diskutiert.

Flächentausch

„Sehr konstruktiv“ verlaufen laut Hammer unterdessen die Gespräche mit der Stadt Landsberg, der ein kleiner Teil des Geländes gehört und die sich mittlerweile ebenfalls vom Büro Dragomir beraten lässt. Wie die Stadt ihren Anteil am Fliegerhorst nutzen kann, ist offen. Denkbar sei, dass sie sich bei Penzing einkaufe oder es zu einem Flächentausch komme, so Hammer.

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