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Kopie der Schondorfer "Mitfahrerbank" in Pitzling, Erpfting und Reisch

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In Schondorf gibt es sie schon: die Mitfahrerbank.

Landsberg – Sie hat Franz Daschner, den UBV-Stadtrat aus Pitzling, sofort überzeugt, die „Mitfahrerbank“ in Schondorf. Wie der KREISBOTE Anfang August berichtete, können sich dort Bürger, die kein Auto zur Verfügung haben, auf eine Bank setzen, ein Schild mit ihrem Ziel ausklappen und darauf hoffen, dass freundliche Autofahrer, die auch dahin wollen, sie mitnehmen. So etwas gibt es schon in ganz vielen Regionen Deutschlands – und es klappt.

Warum also nicht auch bei uns? fragte sich Franz Daschner und sprach bei Oberbürgermeister Mathias Neuner vor. Allerdings erkannte Daschner auch eine Schwachstelle im Projekt „Schondorf“. Die dortige Bank verwandelt sich zwar – je nach ausgeklapptem Schild – zur Wartebank nach Dießen, Landsberg, München oder Türkenfeld, aber es gibt keine Gegenbank in den Zielorten. Irgendwann muss man schließlich wieder nach Schondorf zurück. Daher sieht das Konzept „Daschner“ nicht nur eine Bank in Pitzling mit dem Ziel „Landsberg“ vor, sondern auch eine Bank in Landsberg mit dem Ziel „Pitzling“.

Neuner war sofort dabei und brachte den UBV-Antrag in den Stadtrat: „Zunächst wird noch diesen Herbst am Hauptplatz eine Mitfahrerbank aufgestellt. Ein Gegenstück wird nach Absprache mit Herrn Daschner in Pitzling aufgestellt. Wenn das Modell Mitfahrerbank zwischen Landsberg und Pitzling angenommen wird, werden 2019 auch in den anderen Ortsteilen Mitfahrerbänke aufgestellt.“

Da hatten beide allerdings die Rechnung ohne die Stadträte aus den anderen Ortsteilen gemacht. Noch in der Stadtratssitzung engagierten sich Christian Hettmer (CSU) für die sofortige Einbeziehung von Reisch und Petra Kohler-Ettner (CSU) für die sofortige Aufstellung einer Bank in Erpfting. Hettmer hatte zwar kurz zuvor den Merksatz „Step by step und auch ein bisschen ans Geld denken“ geprägt, aber in diesem Fall hatte er nichts gegen die Mehrinvestition. Warum auch? Mobilität hat viele Facetten und wenn es möglich ist, durch eine einfache Bank mehr Mobilität ohne zusätzliche Verkehrsbewegung zu schaffen, dann ist das Geld gut angelegt. Auch an Ellighofen ist übrigens gedacht: In Erpfting könnte es eine Umsteigerbank geben.

Allerdings kann man nun nicht auf dem Hauptplatz drei Bänke hintereinander aufstellen. Daher ist geplant, die Bänke Landsberg-seitig an den jeweiligen Ausfallstraßen zu platzieren. Der Standort muss an den Landsberger Nahverkehr angebunden sein, gleichzeitig im Notfall aber auch die Nutzung von Bus oder Anruf-Sammeltaxi in Richtung Ortsteil oder Kernstadt erlauben. Was geeignete und attraktive Standorte sind, darüber gab es dann auch gleich Uneinigkeit, die Neuner im Keim erstickte: „Die Verwaltung macht einen Vorschlag dazu“.

Denn es wäre wirklich zu schade gewesen: Da ziehen alle Stadträte ausnahmsweise an einem Strang. Da gibt es eine klasse Idee aus dem Kapitel „Mobilität“. Und da rücken die Ortsteile ein Stück näher an die Kernstadt heran. Gibt es selten, muss man sich merken, darf man nicht zerreden.

Werner Lauff

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