Kostenfrei war gestern

Schon ab 2012 reicht eine Parkscheibe hinter der Windschutzscheibe nicht mehr, um auf den Stellplätzen entlang der Von-Kühlmann-Straße zu parken. Foto: Schwaiger

45 gebührenpflichtige Parkplätze gibt es derzeit auf dem Hauptplatz. Mit dem im Frühjahr beginnenden Umbau reduziert sich die Zahl der allgemein zu­gänglichen Stellplätze auf null. Wer dann innenstadtnah parken will, der muss nach Willen des Stadtrates künftig in eine der beiden Tiefgaragen, auf die Waitzinger Wiese oder in die Von-Kühlmann-Straße ausweichen. Letztere Alternative war bislang kostenfrei, doch das soll sich bald ändern: Ab 1. Januar will die Stadt die dortigen Parker zur Kasse bitten.

Wie der Leiter des Ordnungsamtes, Ernst Müller, den Mitgliedern des Bauausschusses vergangene Woche erklärte, würden gleich mehrere Gründe für eine „Bewirtschaftung“ der bislang kostenfreien Stellplätze sprechen. So würden der Stadt durch den Wegfall der Parkplätze auf dem Hauptplatz jährlich rund 130000 Euro Einnahmen entgehen. Gleichzeitig sei davon auszugehen, so Müller, dass der Parksuchverkehr in der Von-Kühlmann-Straße ohne entsprechende Maßnahmen deutlich zunehmen werde. Um dies zu verhindern, schlug der Leiter des Ordnungsamtes vor, künftig eine „moderate Gebühr“ von 0,50 Euro pro Stunde für die 150 Parkplätze entlang der Von-Kühlmann-Straße und auf dem „Papierfleck“ zu verlangen. „Dadurch kämen wir auf jährliche Einnahmen von rund 130000 Euro“, rechnete Müller vor, der sich dafür aussprach, die Gebührenpflicht auf die Hauptverkehrszeit an Werktagen zwischen 9 und 18 Uhr zu begrenzen. Zudem soll die maximale Parkdauer von zwei auf drei Stunden angehoben werden. „Das macht Sinn, da der Weg in die Altstadt natürlich weiter ist als vom Hauptplatz.“ Einen weiteren Vorteil durch die neue Regelung gab Müller zu bedenken. „Wir können auf diese Weise den Parkplatz an der Waitzinger Wiese attraktiver machen.“ Die Kosten für Beschilderung und die Anschaffung von vier neuen Parkscheinautomaten bezifferte er auf rund 37000 Euro. Von den Mitgliedern des Bauausschusses gab es kaum Einwände gegen den Vorschlag des Ordnungsamtsleiters. Einzig Helmut Weber (CSU) schlug vor, einige Kurzzeitparkplätze vor der Post und dem Landratsamt zu erhalten. „Viele wollen nur schnell ein Paket abgeben und dafür nicht gleich Parkgebühren zahlen.“ Müller sprach sich allerdings gegen Ausnahmen aus und verwies auf die vorhandenen, kostenfreien Stellplätze an der Katharinenstraße gegenüber der Stadtverwaltung. „Die bleiben ja erhalten und werden bislang wenig genutzt.“ Wohin mit Bussen? Ob durch den neuen Lechsteg und den damit verbundenen Radweg Parkplätze am „Papierfleck“ wegfallen könnten, wollte Martha Borgmann (UBV) von Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) wissen. Es werde sicher Einschnitte geben, erwiderte dieser, aber man werde versuchen, diese durch den Wegfall von Busparkplätzen zu kompensieren. „Busse können ja künftig auch an der Waitzinger Wiese parken.“ Borgmann schlug daraufhin vor, zumindest eine Haltestelle am Mutterturm beizubehalten. „Für Touristen wäre das angesichts der kurzen Verbindung in die Innenstadt ideal.“ Einstimmig beschloss der Bauausschuss die Einführung der Gebührenpflicht.

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