Kranker Baum fällt – Wengener Weide ist weg

Die Wengener Weide hat keine Gnadenfrist bekommen: Gegen drei Stimmen votierte der Gemeinderat am Montag vergangener Woche für eine Fällung des kranken Baumriesen. Die Motorsäge rückte nur wenige Stunden später an, die Weide wurde am Dienstag bereits komplett entfernt.

Relativ nüchtern stellten die Gemeinderäte der verschiedenen Fraktionen ihre Positionen noch einmal klar. Michael Hofmann bedauerte, dass der Baum zu einem Politikum geworden sei und stellte zur Debatte, ob man Bedenkenträger sein wolle oder Entscheidungen für die Zukunft treffen. Sicher bleibe auch beim fachgerechten Sanieren des Baumes immer ein Restrisiko, „aber wenn es stürmt, bleib ich daheim“, so der Grünen-Gemeinderat. Hofmann appellierte an seine Kollegen, positiv abzustimmen: „Einen Baum in dieser Größe werden wir nicht mehr sehen.“ Von der Verkehrssicherungspflicht könne man sich als Gemeinde nicht frei machen, gab dagegen Hanni Baur (SPD) zu be- denken „selbst das Restrisiko ist mir zu groß“. Man habe schon ähnliche Fälle gehabt, verwies Baur auf die Kastanie vor dem Feuerwehrhaus, die gefällt werden musste und heute schon wieder recht stattlich sei. Sie rief die Naturfreunde dazu auf, lieber Geld an die Gemeinde zu spenden, dann könne man einen doppelt so großen Baum kaufen. 65 Unterschriften Tierarzt Ernst Meier hatte eine Baumpatenschaft mit der Marktgemeinde für die nächsten drei Jahre vereinbart und wäre auch für die Baumsanierungskosten aufgekommen. Meier hat die Gemeindeverwaltung mittlerweile aus der Patenschaft entlassen. 65 Wengener Bürger stimmten per Unterschrift für die Fällung, zwei zogen ihre Unterschrift kurzfristig wieder zurück – sie seien falsch informiert gewesen. Wolfgang Salzmann (CSU) warb dafür, beide Positionen zu sehen, sowohl die der Baumsanierer als auch die der Bürger, die sofort eine Ersatzpflanzung wünschen. Beide Ansätze seien ehrenhaft, die Verantwortung gebiete es jedoch, lieber jetzt neu, dafür in einer ansehnlichen Größe, zu pflanzen. Schnell gefällt Vermutlich um weitere Diskussionen zu vermeiden, folgte das Fällen der Weide auf den Fuß: Der Ratsbeschluss dürfte noch gar nicht überall bekannt gewesen sein, da rückte am Dienstag gegen 13 Uhr die beauftragte Firma mit schwerem Gerät an, knapp zwei Stunden später war von dem mächtigen Baumriesen nichts mehr zu sehen außer dem Baumstumpf. Dieser zeigt jedoch deutlich die Spuren des Schwefelporlings, der Pilz, der den Stamm nach und nach aushöhlt. Baumfachmann Armin Wörlein, der sich vor Ort ein Bild machte, zeigte sich selbst erstaunt über den weiten Fortschritt des Befalls gerade im unteren Bereich des Stammes. Der neue Baum soll eventuell noch im Dezember gesetzt werden.

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