Jährlich 44,73 Euro für jeden Besitzer der Braunen Tonne:

Vorkasse für die Biomülltonne

+
Die Biomüllgebühr ist seit Juli beschlossen. Nun die nächste Wende: Jeder Tonnenbesitzer muss eine jährliche Vorauszahlung leisten – im kommenden Jahr 44,73 Euro.

Landkreis – Dass Biomüll ab dem kommenden Jahr gebührenpflichtig ist, hat der Kreistag im Juli bereits beschlossen. Der Kreisausschuss will die neue Satzung nun noch einmal anpassen: Jeder Besitzer der Braunen Tonne muss – selbst dann, wenn er keine einzige Bananenschale entsorgt – eine Vorauszahlung leisten: Für die übliche 80-Liter-Tonne einen Betrag von 44,73 Euro.

Folgende Überlegung, die wohl einige Bürger nach Bekanntwerden der Biomüll-Gebühren hatten: Wenn der Inhalt der Braunen Tonne nun kostet, entsorge ich einfach auf dem Kompost im Garten. Die Tonne behalte ich trotzdem – jährliche Grundgebühr wie bei der Restmülltonne gibt es schließlich keine.

Wer diesen Ansatz hatte, wird nach der neuerlichen Wende in Sachen Biomüll trotzdem zur Kasse gebeten. Egal, auf welchem Weg Obstschalen und Gartenabfall 2018 entsorgt werden. Denn die Kommunale Abfallwirtschaft verlangt nun eine Vorauszahlung, deren Berechnung sich an den Durchschnittswerten von 2016 bemisst – ab 2019 orientiert sie sich immer am Vorjahr.

Zwei Raten

17 Leerungen (bei 1,17 Euro pro Leerung) hatte der Otto-Normal-Entsorger der 80-Liter-Tonne im vergangenen Jahr. Bei einem Durchschnittsgewicht von 207 Kilogramm pro Tonne und nun 12 Cent pro Kilo hat die Abfallwirtschaft einen Gesamtbetrag von 44,73 Euro errechnet. Diesen muss nun jeder Tonnen-Besitzer jährlich in zwei Raten zahlen – die erste zum 15. März, die zweite zum 15. September. So soll es künftig in der Satzung stehen. Die Vorauszahlung für 120-Liter-Tonnen beträgt demnach 54,81 Euro, jene für 240-Liter-Behälter 76,68 Euro.

Wer trotzdem den heimischen Komposthaufen reaktiviert, kann sparen: Denn zu viel bezahltes Geld gibt´s von der Abfallwirtschaft zurückerstattet – allerdings erst 2019.

Damit könnte sich die Zahl der Braunen Tonnen im Landkreis noch reduzieren. Bislang scheint die Einführung der Biomüllgebühr aber keine Auswirkungen auf das Entsorger-Verhalten zu haben: Wie das Landratsamt mitteilt, hätten zwar rund 450 Bürger ihren Behälter abgemeldet, deutlich höher ist jedoch seit Jahresbeginn die Zahl an Neuregistrierungen (Stand: 24.163). Im Landratsamt plane man deshalb damit, die rund 23.600 Tonnen im Landkreis aus dem Vorjahr auch weiterhin halten zu können.

Endgültig beschlossen ist die Vorauszahlung derweil noch nicht. Zwar votierte der Kreis­ausschuss ohne Gegenstimme für die entsprechende Neufassung der Abfallgebührensatzung. Beschließen kann die Änderungen aber nur der Kreistag, der nun vom Kreisausschuss eine Empfehlung dahingehend ­ausgesprochen bekommt. Für den 19. Dezember ist die endgültige Entscheidung vorgesehen.

Marco Tobisch

Auch interessant

Meistgelesen

Rational und LandsAid backen mit Flüchtlingsfamilien für das Weihnachtsfest
Rational und LandsAid backen mit Flüchtlingsfamilien für das Weihnachtsfest
Rathaus, Güterschuppen und Strandbad stehen auf dem Wunschzettel der Gemeinde
Rathaus, Güterschuppen und Strandbad stehen auf dem Wunschzettel der Gemeinde
Tosender Applaus für das portugiesische Quorum Ballett 
Tosender Applaus für das portugiesische Quorum Ballett 
Erster Entwurf zum neuen Hotel steht: Ist aber immer noch zu groß
Erster Entwurf zum neuen Hotel steht: Ist aber immer noch zu groß

Kommentare