Neubau des Landratsamtes:

Behörde zieht es in den Osten

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Der Kreisausschuss hat sich nun mit großer Mehrheit für ein Erweiterungsgebäude des Landratsamtes am Penzinger Feld ausgesprochen. Erste Entwürfe zeigen, wie dieses Bauwerk im Osten der Stadt aussehen könnte.

Landsberg – Gut erreichbar, groß genug und mit passendem Umfeld – diese Eigenschaften soll das neue Landratsamt haben. Dass die Suche nach einem Grundstück, das all diese Kriterien erfüllt, nicht ganz einfach sein würde, war wohl allen Beteiligten von Anfang an klar. Nun hat sich der Kreis­ausschuss aber nach langen Diskussionen und der Untersuchung von insgesamt vier möglichen Varianten mehrheitlich für einen Standort ausgesprochen: am Penzinger Feld.

Die verschiedenen Möglichkeiten an den Standorten Schlüsselanger, Klinikum und Penzinger Feld wurden bereits in der letzten Sitzung vorgestellt. Die Empfehlung des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München lautete eindeutig auf das Grundstück im Landsberger Osten. Trotzdem wurde nun noch eine vierte Variante untersucht und vorgestellt: Die Beibehaltung des Gebäudes in der Von-Kühlmann-Straße und eine Erweiterung für die Außenstellen am Schlüsselanger. Diese Mischvariante ist jedoch, laut Nasser Bazarganipour vom Planungsverband nicht mit den anderen Varianten vergleichbar, da weniger Arbeitsplätze zur Verfügung stünden.

Kritik äußerte Renate Standfest (GAL), auf deren Antrag diese vierte Variante untersucht wurde. Beispielsweise könne man die Altlasten auf dem Grundstück am Schlüsselanger nicht in die Bewertung miteinfließen lassen. Denn der notwendige Bodenaustausch sei Sache des Verkäufers, sprich der Stadt. Zudem habe man in den letzten Jahren Millionen in das bestehende Gebäude investiert, so Standfest. Sie plädierte für eine ressourcenschonende Variante. „Ein Neubau auf der grünen Wiese ist unverantwortlich“, so die GAL-Kreisrätin. Auch Robert Sedlmayr (ÖDP) sprach sich für die Mischvariante aus. „Ein Landratsamts-Outlet vor den Toren der Stadt lehnen wir ab.“

Dem setzte Landrat Thomas Eichinger entgegen, dass eine Erweiterung mit dem Hauptgebäude zunächst nichts zu tun habe. „Dieses Gebäude wird nachhaltig genutzt“, so Eichinger, weshalb jede Maßnahme rentierlich sei. Dass das Grundstück am Penzinger Feld das Potenzial zu einer Komplettverlagerung der Kreisbehörde biete, bedeute nicht, dass sofort ein kompletter Neubau entsteht. Zunächst geht es um die Zusammenfassung der Außenstellen. Alles andere werde noch ein jahrzehntelanger Prozess. „Die Diskussion ist zu Ende. Wir sind beschlussfähig.“

Trotzdem wollte Albert Thurner (SPD) noch eine weitere Variante diskutieren: Den Vorschlag eines Landsberger Architekten, das Verwaltungsgebäude auf dem Schlossberg zu errichten. Auch er hätte diesen Vorschlag erhalten, betonte Eichinger. Allerdings habe sich die Stadt, die Eigentümerin des Grundstücks ist, dagegen ausgesprochen. Leiter des Hochbauamtes Christian ­Kusch machte außerdem deutlich, dass das Grundstück zu klein sei. Ein Erweiterungsgebäude auf dem Schlossberg würde zwingend dazu führen, dass man noch ein drittes Gebäude benötige. Landrat Thomas Eichinger verwies außerdem auf das dortige „sensible Umfeld“. Die Örtlichkeit sei zwar sehr charmant, man kriege das Haus dort aber einfach nicht unter. Der Antrag von Albert Thurner, die Entscheidung nochmals zu vertagen und die Variante Schlossberg mit der Stadt zu diskutieren wurde dann auch mit 2:10 Stimmen abgelehnt.

Die Mehrheit des Gremiums (9:4 Stimmen) sprach sich damit für ein Erweiterungsgebäude am Penzinger Feld aus. Die anderen Varianten sollen nicht weiterverfolgt werden. Die endgültige Entscheidung fällt der Kreistag in seiner nächsten Sitzung am 25. Juli.

Astrid Neumann

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