Guter Rat ist nicht teuer!

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Auf diesen Aufruf des landsbergblog haben sich bislang 16 Bürger aus der Stadt Landsberg gemeldet. Jetzt dehnen KREISBOTE und landsbergblog die Aktion auf den gesamten Landkreis Landsberg aus.

Landsberg – Der KREISBOTE startet heute gemeinsam mit dem landsbergblog eine einzigartige Aktion. Wir laden Sie, die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Landsberg, ein, von Dezember bis Ende 2013 kostenlos an einem Fortbildungsprogramm der politischen Bildung teilzunehmen. 

Die Seminarreihe hat den Titel „Initiative Guter Rat“ und zielt darauf ab, Ihnen das nötige Rüstzeug zu vermitteln, um im Frühjahr 2014 bei der Kommunalwahl für Ihren Gemeinderat zu kan­didieren.

Die ehrenamtliche Initiative, die von Landrat Walter Eichner unterstützt wird, soll dazu beitragen, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger ihre staatsbürgerlichen Rechte wahrnehmen und in den demokratischen Gremien in qualifizierter Weise mitwirken. Dazu gilt es, gewisse Hürden zu überwinden. Oft fehlt bereits die Information, wie genau eigentlich  der Weg in den Gemeinderat gesetzlich geregelt ist. Darüber hinaus sind Themen wie Gemeindeordnung, Haushaltsrecht, Verwaltungsaufgaben und öffentliche Einrichtungen nicht einfach selbsterklärend. Wer mitentscheiden will, braucht fundiertes Hintergrund­wissen.

KREISBOTE und landsbergblog bieten daher an: Wenn Sie ernsthaftes Interesse daran haben, im Jahr 2014 für Ihren örtlichen Gemeinderat zu kandi­dieren, schreiben Sie bis zum 28. November eine E-Mail an info@landsbergblog.de. Die Herausgeber des landsbergblog werden sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen. Sie erhalten anschließend eine Einladung zu einer Informationsveranstaltung, die Mitte Dezember im Landsberger Landratsamt stattfindet. 

Ganz wichtig: Nach dieser Informationsveranstaltung haben Sie die Möglichkeit, noch einmal zu überdenken, ob Sie den Weg in Richtung Rats-Mitgliedschaft fortsetzen wollen. Wenn ja, sind Sie eingeladen, an einer Reihe von Abendseminaren teilzunehmen, die im Laufe des Jahres 2013 überwiegend in Landsberg stattfinden werden. Da es sich um ein nicht-kommerzielles Projekt handelt, werden keine Teilnehmergebühren erhoben.

Unser Appell lautet: Bauen Sie auf Ihrem Interesse für kommunale Themen auf – und machen Sie den entscheidenden Schritt nach vorn! Nutzen Sie die einmalige Chance, unter Anleitung versierter Referenten das komplette Grundwissen für ein kommunales Mandat zu erwerben! Gestalten Sie Ihre Gemeinde auf der Basis fundierten Wissens mit!

Toni Schwaiger

Redaktionsleiter KREISBOTE

Werner Lauff

Herausgeber landsbergblog


Guter Rat

Genau betrachtet sollte es für dieses Problem längst eine Lösung geben. Viele Bürger haben Interesse daran, für den Stadt- oder Gemeinderat zu kandidieren, aber sie wissen nicht, welchen Weg sie beschreiten mü­s­sen. Haben sie ihn herausgefunden, fehlt ihnen im Vergleich zu den „alten Hasen“ Grundlagenwissen und Erfahrung. Natürlich kann man vorsorglich Bücher über Kommunalrecht studieren oder Seminare der parteinahen politischen Stiftungen besuchen, aber wer macht das schon? Es gibt vor Ort meist keinen Tutor, niemanden der sagt: Schau, ich zeig‘ Dir, wie das geht.

In einer Stadt wie Landsberg führt zu das zu einem Konflikt. Viele Bürger fordern mit Nachdruck Offenheit und Transparenz, verantwortungsvolles Han­deln der Mandatsträger und die Wiederherstellung der früheren Leistungsfähigkeit der Stadt. Das geht nicht ohne frische, unverbrauchte, zuweilen „quer denkende“ Köpfe, die auch Altherge- brachtes in Frage stellen. Doch wenn ihnen der Zugang zu den Entscheidungsgremien verwehrt bleibt, und sei es auch nur, weil der Weg zu kompliziert und die kommunalpolitischen Kenntnisse als zu gering erscheinen, folgen daraus oft Resignation und langfristige demokratische Abstinenz.

Der landsbergblog hat sich im Oktober entschlossen, die beschriebene Funktion des Tutors zu übernehmen. Er hat die „Initiative Guter Rat“ ins Leben gerufen. In einem ersten Schritt hatte der Blog vor einigen Wochen seine Landsberger Leserinnen und Leser gefragt: „Wer von Ihnen kann sich ernsthaft vorstellen, bei der Kommunalwahl 2014 für den Stadtrat zu kandidieren?“ Daraufhin hatten sich 16 Landsberger Bürger gemeldet. 

Diese 16 Interessenten erhalten schon seit einigen Wochen Zugriff auf eine mit Passwort geschützte Website, die Grundlageninformationen zur Verfügung stellt. Sie freuen sich auf eine erste Informationsveranstaltung, die im Dezember stattfinden wird – das Landratsamt stellt den Raum für die Zusammenkunft zur Verfügung. Und die meisten sind bereits fest entschlossen, an der Seminarreihe im Jahr 2013 teilzunehmen. Noch können weitere Landsberger hinzukommen. 

Bereits auf der Ebene der Stadt Landsberg ist die „Initiative Guter Rat“ ein Erfolg, und zwar nicht nur wegen der beachtlich großen Bereitschaft zur Kandidatur. Die Initiatoren erhielten auch viele Angebote von derzeitigen und ehemaligen Mitgliedern des Stadtrats und Mitarbeitern der Verwaltung, die Initiative zu unterstützen. Außerdem waren angesprochene Dozenten sofort be­- reit, sich in den Dienst dieser Sache zu stellen – die Teilnehmer der Initiative werden von versierten Fachleuten betreut.

Derartig durch Teilnehmerinteresse und externe Unterstützung ermutigt, haben der KREISBOTE und der landsbergblog beschlossen, die „Initiative Guter Rat“ als gemeinsame Aktion auf den gesamten Landkreis auszudehnen. Parallel zur bereits gebildeten Gruppe „Stadt“ soll eine Gruppe „Landkreis“ entstehen. In ihr werden alle diejenigen Einwohner des Landkreises zusammengefasst, die sich vorstellen können, im Jahr 2014 für den Gemeinderat ihres Wohnorts zu kandidieren. Sie werden ebenfalls zu der Informationsveranstaltung im Dezember eingeladen und erhalten Zugang zu der geschützten Website. Im Jahr 2013 werden sie dann teils gemeinsam mit der Gruppe „Stadt“ und teils – wenn die Dinge sich sachlich zu stark unterscheiden – in getrennten Abendseminaren das Rüstzeug erhalten, um erfolgreich in ihrem  Gemeinderat zu arbeiten.

In beiden Fällen – Stadt und Land – ist die Initiative überparteilich. Konkret bedeutet dies, dass Mitglieder bestehender Parteien und Gruppierungen primär dort ihre „Karriere“ als Ratsmitglied beginnen sollten. Wer noch keiner Partei oder Gruppierung angehört, kann sich einer Organisation seiner Wahl anzuschließen oder gemeinsam mit ande­- ren Bürgern eine eigene Liste zu gründen.

Personen, die bereits einem Stadt- oder Gemeinderat angehören, sind übrigens von der Teilnahme ausgeschlossen; die Initiative „Guter Rat“ zielt auf die Erweiterung des Spektrums in den Gremien und soll kein Ersatz für die permanent notwendige Fortbildung von Mandatsträgern durch die Gebietskörperschaften sowie Parteien und Fraktionen sein. Bürgermeister und Ratsmitglieder sind aber als Gesprächspartner willkommen; die Initia­- tive will keinen Gegensatz, sondern ein gedeihliches Miteinander „alter“ und „neuer“ Man­- datsträger erreichen.

Auf die Teilnehmer der Initiative „Guter Rat“ kommt im nächsten Jahr einiges an Arbeit zu. Freilich nicht mehr als später bei der Ausübung des Mandats. Denn jedes Mitglied eines Stadt- oder Gemeinderats, das sein Amt ernst nimmt, wird mit Rats- und Ausschusssitzungen, Vorbesprechungen, dem Studium von Unterla­gen, der Ausarbeitung von Anträgen und mit regelmäßigen Gesprächen mit den Bürgern inten­- siv beschäftigt sein – da geht viel Freizeit verloren. Aber wer sich auf diese Weise demokratisch engagiert, leistet nicht nur einen Beitrag für alle Bürger, sondern bekommt auch einen anderen Bezug zu seinem Gemeinwesen – und das ist ein Stück Lebensqualität. 

Werner Lauff 

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