Raus aus der Vollgas-Stufe:

Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler tritt 2020 nicht mehr an

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Margit Horner-Spindler tritt bei der Bürgermeisterwahl 2020 nicht mehr an.

Reichling – Vor zwei Monaten war sich Margit Horner-Spindler noch unschlüssig, ob sie 2020 für eine dritte Amtsperiode als Bürgermeisterin von Reichling kandidieren soll. An Weihnachten hat sie mit ihrer Familie entschieden: 2020 ist für sie Schluss.

„Mein Amt als Bürgermeisterin der Gemeinde Reichling übe ich seit 2008 mit viel Herzblut, großem Engagement und immer mit vollem Einsatz aus. Ich bin der Meinung, dass nur in dieser Vollgas-Stufe dieses Amt zur vollen Zufriedenheit ausgeführt werden kann“, betont Margit Horner-Spindler. „Das bedeutet auch, dass in meinem Leben mein Amt 100 Prozent Priorität hat.“

Zusammen mit dem Gemeinderat hat sie in dieser Zeit viel geschaffen. „Ich schaue mit Freude und Stolz auf sehr viele Maßnahmen und Projekte, die wir verwirklicht und in Angriff genommen haben“, so Horner-Spindler rückblickend. Sie sei dankbar dafür, dass sie die Möglichkeit habe, „für meine geliebte Gemeinde und den Landkreis, meine Heimat, zu arbeiten, und vieles zu verwirklichen“.

So wurden zum Beispiel mehrere Straßen fertiggestellt, ein neues Gewerbegebiet sowie mehrere Baugebiete ausgewie­sen, das Kirchenumfeld samt Friedhofsmauer in Ludenhausen saniert und neu gestaltet. Die Straßenbeleuchtung zum großen Teil auf LED Technik umgerüstet. Der Kindergarten wurde saniert, der Breitbandausbau vorangetrieben. Hohe Investitionen in die Wasserversorgung getätigt. Zur Senkung der Nitratwerte wurden privatrechtliche Verträge mit Landwirten abgeschlossen. Durch die Ertüchtigung der Kläranlage in Rott sei auch hier für Jahrzehnte vorgesorgt.

In Ludenhausen wurde wieder für eine Einkaufsmöglichkeit gesorgt. Der gesamte Ortsteil Gimmenhausen ist kanalisiert, mit kompletter Erneuerung der Wasserleitungen und neuen Straßen sowie Glasfaser bis zur Grundstücksgrenze. Die Feuerwehren sind laufend bedarfsgerecht ausgestattet worden. Auch der Bauhof wurde mit neuen Fahrzeugen zweckmäßig ausgestattet. Derzeit laufen die Sanierungsmaßnahmen für die Mehrzweckhalle.

„Wir haben damit für die Zukunft und die nächsten Generationen vorgesorgt“, kann die Bürgermeisterin stolz verkünden. Man habe in dieser Wahlperiode neben vielen anderen kleineren Maßnahmen noch vieles vor: Sanierung des Happerger-Gebäudes, Vorbereitung eines neuen Baugebietes sowie Straßensanierungen und Wassernotverbund. Trotz der großen Baumaßnahmen und Anschaffungen konnte man dies bisher ohne Neuverschuldung stemmen. „Wir konnten sogar Schulden abbauen und Rücklagen bilden“, freute sich die Bürgermeisterin. Dies sei nur durch die Ausschöpfung vieler Fördergelder möglich gewesen.

„Alles im Leben hat seine Zeit. Am Ende einer dritten Wahlperiode würde ich bereits 68 Jahre sein“, rechnete Margit Horner-Spindler vor. Deshalb habe sie sich entschieden, „dass nach dem Ende der zweiten Wahlperiode für mich eine Zeit kommt, das Vollgas herauszunehmen“.

Deshalb der Entschluss, 2020 aufzuhören. „Ich freue mich darauf, dann mehr Zeit für meine Familie und mein Enkelkind zu haben.“ Als Kreisrätin würde sie aber auch über 2020 hinaus zur Verfügung stehen.

Als Margit Horner-Spindler 1958 geboren wurde, übernahm ihr Vater Franz Horner gerade das Bürgermeisteramt, das er fast 40 Jahre lang ausübte. Auf ihn folgte Manfred Mayr, bevor Margit Horner-Spindler den Chefsessel übernahm. Und wer folgt jetzt? Zweiter Bürgermeister Benedikt Schmid aus Luden­hausen ist über 70 und dürfte wohl kaum in Frage kommen. Aber noch haben die Reichlinger über ein Jahr Zeit, sich Gedanken zu machen, wer das nächste Gemeindeoberhaupt werden könnte.

Michael Gretschmann

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